Spielberg und Scorsese mit "Kap der Angst"-Serien-Update: Der amerikanische Albtraum

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Kap der Angst
Das erfolgreiche Anwaltspaar Anna (Amy Adams) und Tom Bowden (Patrick Wilson) wird von der Vergangenheit eingeholt. Anna verteidigte einen mutmaßlich brutalen Mörder, Tom war der Staatsanwalt des Prozesses. Nun ist der Mann wieder frei und tut bedrohliche Dinge. Die Apple-Serie "Kap der Angst" ist bereits die dritte Filmadaption des Stoffes.
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Durchtrainiert und tätowiert wie einst Robert De Niro, der Javier Bardems Rolle des bedrohlichen Max Cady in Scorseses gleichnamigem Film von 1991 spielte. Das drangsalierte Ehepaar wurde damals von Jessica Lange und Nick Nolte verkörpert. Juliette Lewis erhielt eine Oscar-Nominierung in der Rolle ihrer 15-jährigen Tochter.
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Das Böse beobachten - und beobachtet werden vom Bösen: Auf der Terrasse ihres geschmackvollen Südstaaten-Hauses blicken Tom Bowden (Patrick Wilson, links), seine Frau Anna (Amy Adams, zweite von links) sowie deren Tochter Natalie (Lily Collias) und der gemeinsame Sohn Zack (Joe Alfie Winslet Mendes) auf eine beunruhigende Bedrohung von außen.
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Max Cady (Javier Bardem) wurde einst von der jungen Anwältin Anna Bowden (Amy Adams) vor Gericht wegen des Mordes an seiner Frau und dem ungeborenen Sohn verteidigt. Doch Max musste viele Jahre in den Knast. Nun ist er wieder frei und sucht die Nähe "seiner Anwälte".
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Max Cady (Javier Bardem) ist fast schon eine amerikanische Horror-Ikone abseits klassischer Grusel-Figuren. Robert Mitchum spielte ihn im Urfilm "Ein Köder für die Bestie" von 1962. Robert De Niro folgte 1991.
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Annas 17-jährige Tochter Natalie (Lily Collias) kann den Luxus ihres Elternhauses kaum genießen. Das Mädchen hat viele Probleme, die mit dem Eindringen Max Cadys in das Familienleben eskalieren.
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Anwältin Anna Bowden (Amy Adams), die normalerweise für unschuldig einsitzende und oft unterprivilegierte Gefangene kämpft, muss sich nun selbst gegen die Zerstörung ihres Lebens und das ihrer Familie wehren.
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Sohn Zack (Joe Alfie Winslet Mendes) fürchtet sich vor jenen Dingen, die da in seinem Leben vorgehen. Der 2003 geborene Schauspieler ist übrigens der Sohn von Kate Winslet und Regisseur Sam Mendes.
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Einen Pool im Garten zu haben, ist nicht alles im Leben:  Tom Bowden (Patrick Wilson) macht sich große Sorgen um seinen Sohn Zack (Joe Alfie Winslet Mendes).
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Starbesetzt mit Amy Adams und Javier Bardem liefern Steven Spielberg und Martin Scorsese ein Serien-Update von Scorseses Filmklassiker "Kap der Angst" (1991). Die gleichnamige Horror-Drama-Serie startet bei Apple TV und ist bereits die dritte Verfilmung einer beunruhigenden Romanvorlage von 1957.

Der Horror eines unheimlichen Außenseiters, der eine heile - und privilegierte - Familie bedroht, ist in den USA ein Schreckensszenario, ja fast eine Urangst. Präzise formuliert wurde ein solches Szenario 1957 im Roman "The Executioners" von John D. MacDonald. Er ist auf Deutsch unter dem Titel "Kap der Angst" oder auch "Ein Köder für die Bestie" erschienen. Nach den zwei Kino-Verfilmungen von 1962 und 1991 folgt nun das Serien-Update "Kap der Angst", in dem Amy Adams und Patrick Wilson das bürgerliche Paar und Javier Bardem die dunkle Bedrohung geben. Die von Steven Spielberg und Martin Scorsese produzierte Apple-Serie startet am Freitag, 5. Juni, mit einer Doppelfolge. Acht weitere fast einstündige Episoden münden am 31. Juli im vermutlich nassen Finale am titelgebenden "Kap der Angst".

Eigentlich ist diese Geschichte ziemlich einfach, man könnte auch sagen: archaisch. Wobei der Roman von John MacDonald, einem der einflussreichsten amerikanischen Krimi- und Thriller-Autoren der Nachkriegszeit, in den Verfilmungen stets ein wenig variiert wird. In der fast zehnstündigen Serie entfaltet sich das Unbehagen wie folgt: Das erfolgreiche Anwaltspaar Anna (Amy Adams) und Tom Bowden (Patrick Wilson) lebt mit den halbwüchsigen Kindern Natalie (Lily Collias) und Zack (gespielt von Kate Winslets Sohn Joe Alfie Winslet Mendes) in Savannah, Georgia. Einst verteidigte Anna den mutmaßlichen Mörder Max Cady (Bardem). Tom war der Staatsanwalt des Prozesses. Cady wurde vorgeworfen, seine Frau samt ungeborenem Sohn getötet zu haben. 17 Jahre saß er im Knast, nun ist er nach dem obskuren Geständnis einer anderen Person wieder frei - und drängt sich ins Leben seiner ehemaligen Prozess-Juristen. Bald passieren in deren Leben unheimliche und unerklärliche Dinge.

Eine Serie für Nerds des auf zehn aufgedrehten Grusel-Heavy Metal-Amps

Im ersten Film spielte Robert Mitchum die Max-Cady-Figur, während der "Gute" von Gregory Peck verkörpert wurde. Der soll sich nach dem Kinostart von "Ein Köder für die Bestie" (1962, Regie: J. Lee Thompson) darüber echauffiert haben, dass Mitchum all den Ruhm des Films erntete. In der Tat ist der bedrohliche Fremde der eigentliche Star des Stoffes und die Bürgerlichen sind die nicht immer eindeutigen Helden. Weil - und das ist eine Stärke des Stoffes - das Böse von außen durchaus hässliche Seiten der Saubermann-Familie hervorkehrt. Eine spannende Idee, die wohl auch Robert De Niro 1991 bewogen haben mag, Cady in der Verfilmung Martin Scorseses zu verkörpern. Nick Nolte gab damals den Anwalt Sam Bowden, Jessica Lange dessen Ehefrau. Neben De Niro am meisten im Gedächtnis blieb von dem Alfred Hitchcock huldigenden Kultstreifen jedoch die starke Lolita-Performance der jungen Schauspielerin Juliette Lewis, die für ihren Auftritt eine Oscar-Nominierung erhielt.

Martin Scorsese und Steven Spielberg fungieren nun in der Serie als Produzenten, auch wenn Horror-Spezialist Nick Antosca ("Chucky") der eigentliche Showrunner ist. Den Horror-Aspekt der Bedrohung hat Antosca ordentlich nach oben gefahren. "Kap der Angst" zieht so ziemlich alle Register der Grusel-Orgel und erzählt nicht wirklich subtil. Wer sich aber auf die starken Bilder einlässt, erhält eine B-Movie-Variante des unerklärlichen Gruselkinos eines David Lynchs oder Yorgos Lanthimos. Dazu wird viel aus den alten Filmen zitiert: so zum Beispiel die Röntgen-Optik mancher Szenen und vor allem der bärenstarke Soundtrack des genialen Hitchcock-Komponisten Bernhard Herrmann, den Scorsese schon im Film von 1991 "remixte". "Kap der Angst" eine Serie für Genre-Fans und Nerds des auf zehn aufgedrehten Grusel-Heavy Metal-Amps.

Quelle: teleschau – der mediendienst