Eine ungewöhnliche Bronzefigur mit kurioser Geschichte löste bei "Bares für Rares" plötzlich ein Bieterduell aus.
"Aufs Wesentliche reduziert, trotzdem alles da", beschrieb Horst Lichter die etwas kantige Darstellung eines Golfers, der in der Freitagsausgabe der ZDF-Trödelshow vor ihm auf dem Tisch landete. Dann fiel dem "Bares für Rares"-Moderator auf, dass die Bronzefigur unbekleidet war: "Hui!"
Christopher und Wilfried, Sohn und Vater, wollten die Bronzefigur zu Barem machen. "Den Golfer habe ich bekommen vor etwa 15 Jahren, als ein Golfclub aufgelöst worden ist", erzählte Wilfried. Ein Jahr später verkaufte er ihn allerdings wieder: "Und das ist jetzt ganz kurios: Etwa ein halbes Jahr später fahre ich auf einen Flohmarkt in der Nähe von uns ..." Horst Lichter konnte sich denken, wie es weiterging: "Und da steht der wieder?"
Wilfried nickte: "Aber ich kann nicht sagen, ob es der gleiche ist." Denn die Nummer des limitierten Kunstwerks hatte er sich nicht gemerkt. Laut der Expertin Dr. Friederike Werner wurde der Golfer in den 2000er-Jahren vom österreichischen Bildhauer Hans Kastler entworfen und vermutlich in einer Auflage von 20 Stück verkauft. Das vorliegende Exemplar könnte laut Signatur die Nummer 6 sein.
Warum Kastler den Golfer unbekleidet dargestellt hat, erklärte die Expertin ebenfalls: "Es geht ihm natürlich um die Dynamik der Figur und um eine Erinnerung an die klassische Moderne, vielleicht an einen Giacometti." Für die Dynamik sprach auch die Position kurz nach dem Schlag des Golfballes: "Das ist wirklich die maximale Dehnung." Außerdem vermutete Friederike Werner, "dass es vielleicht eine Auftragsarbeit war, möglicherweise für einen Club oder ähnliches".
"Golf ist immer ein gutes Thema"
Lichter fragte nach dem Wunschpreis: "Ich wollte ihn eigentlich nicht unter 1.100 Euro abgeben", erklärte Wilfried. Immerhin lag die Expertise mit 1.000 Euro nur knapp drunter.
Bei der Enthüllung der Bronzefigur im Händlerraum scherzte Daniel Meyer, dass man "nur noch in Schottland" unbekleidet golfen dürfe: "Das ist ja überall anders verboten." Jan Cizek vermutete dahinter den ersten Preis eines Golfturniers.
Walter Lehnertz startete mit 280 Euro: "Golf ist immer ein gutes Thema." Anfangs kam die Verhandlung nur schleppend in Fahrt. Dann plötzlich schien bei Susanne Steiger und Jan Cizek der Kaufwille geweckt. Beide ließen die Expertise hinter sich und duellierten sich immer weiter. Erst bei 1.650 Euro überließ Steiger ihrem Kollegen die Rarität: "Tolle Bronze, hätte ich auch gerne gehabt."