Zum Auftakt der dritten Staffel der italienischen Krimireihe "Mord in Genua" werden die Ermittler Delicato und Monte mit Kunstdiebstahl und Geheimnissen hinter Klostermauern konfrontiert. Auch persönlich sind sie gefordert: Montes Ehefrau scheint in den Mord im Konvent involviert zu sein.
Früher einmal war die Titelheldin der 2020 gestarteten italienischen Krimireihe "Mord in Genua - Ein Fall für Petra Delicato" (Paola Cortellesi) nach den Romanen von Alicia Giménez-Bartlett Anwältin. Nach einer kurzen Tätigkeit im Polizeiarchiv wurde sie schließlich aus Personalmangel zur Ermittlerin bei der Mordkommission befördert. Am späten Dienstagabend startet nun die dritte Staffel der Serie im ZDF. Sie umfasst vier Spielfilme, der zweite ist bereits am Dienstag, 11. August, zu sehen. Wann die restlichen beiden ausgestrahlt werden, ist noch nicht bekannt.
Ihren ersten neuen Fall "Enge Mauern" verdanken die unangepasste Petra und ihr konservativer Partner Antonio Monte (Andrea Pennacchi) dessen neuer Ehefrau Beatrice (Manuela Mandracchia). Sie hat eine persönliche Verbindung zu dem Nonnenkloster, in dem nicht nur eine wertvolle Reliquie gestohlen, sondern auch der Restaurator Tarsi ermordet wurde. War es ein Kunstdiebstahl, den er versehentlich gestört hatte, oder gezielter Mord? Und warum ist Beatrice so betroffen? Kannte sie den Ermordeten womöglich besser, als sie zugibt?
Kurz darauf gibt es einen weiteren Toten, der mit dem Fall zu tun zu haben scheint, nur wie genau? Ach, könnten die Klostermauern doch sprechen, dann müssten Petra und Monte nicht jedes dort verborgene Geheimnis selbst mühsam ans Licht bringen.
Eine liebenswerte Ermittlerin trotz ihrer Fehler
Während Montes Privatleben durch Beatrices Involvierung in dem Fall belastet wird, steckt Petra in einer persönlichen Zwickmühle. Die zweimal geschiedene Einzelgängerin, die soziale Kontakte möglichst meidet, ist mit ihrem Freund Marco (Francesco Colella) und dessen Kindern zusammengezogen. Sie als Stiefmutter im chaotischen Patchworkfamilienleben zu sehen, ist ziemlich befremdlich, und dass das nicht ihr Ding ist, ist mehr als offensichtlich, so sehr man ihr das große Glück gönnen würde.
Was "Mord in Genua" von manch anderer Krimiserie abhebt, ist ihr weiblicher Blick auf die Welt. Als Petra sich mit der Mutter Oberin des Klosters (Laura Marinoni) austauscht und das eingeschränkte Leben der Nonnen als Opfer bezeichnet, erklärt diese ihr: "Wir sind freier als viele Frauen da draußen, die davon überzeugt sind, frei zu sein. Hier ist jede ganz sie selbst." Ein Satz, der Petra zum Nachdenken bringt.
In Italien ist die Krimiserie ein großer Hit, Hauptdarstellerin Paola Cortellesi ("Morgen ist auch noch ein Tag") zählt zu den beliebtesten Schauspielerinnen des Landes. "Ich bin glücklich, dass alle Petra trotz ihrer Fehler lieben", sagte sie gegenüber der Zeitung "Il Mattino". Sie sei hart und sarkastisch, aber doch auch ein Vorbild für Frauen, "weil sie sich nicht um die Meinung anderer kümmert, sich nicht in ein soziales Schema einfügt. Man kann nicht sagen, dass sie eine Feministin im traditionellen Sinne ist, sie kämpft nicht gegen Geschlechterstereotypen: Sie sieht sie einfach nicht, sie ist zehn Schritte voraus."
Auf die Frage, ob sie für eine vierte Staffel zur Verfügung stehen würde, antwortete die Schauspielerin: "Ich würde Petra nie verlassen, sie ist ein Teil meines Herzens."