Den Geschmack von Judith Williams traf Isabella Steiner mit ihren alkoholfreien Drinks allemal. Erfolgreich verlief der Pitch bei "Die Höhle der Löwen" für die Gründerin dennoch nicht - auch, weil ein Investor ihr vorwarf, "nicht ehrlich" gewesen zu sein.
Alkoholfreier Aperol Spritz - aus dem Tütchen? "Mir schmeckt das richtig gut", muss Judith Williams feststellen, als sie bei "Die Höhle der Löwen" das Produkt der Berliner Gründerin Isabella Steiner kostet. Mit ihrer Marke "nüchtern" will die Betreiberin eines Online-Shops für alkoholfreie Getränke nun auch eigene Drinks auf den Markt bringen, und zwar in Form von kleinen Sachets, die flüssige Einzelportionen enthalten.
Während der "Italien Spritz" geschmacklich zumindest bei einigen der Investoren gut ankommt, muss Steiner für ihren Pitch selbst viel Kritik einstecken. Seit der Gründung ihres Online-Shops im Jahr 2020 habe sie "über drei Millionen Euro Umsatz gemacht", hatte die 37-Jährige erklärt, nun wünsche sie sich von den Löwen 300.000 Euro für zwölf Prozent der Firmenanteile.
"Bei dir gibt es einfach sehr viele Alarmzeichen", stellt Frank Thelen fest. "Du erzählst von Umsatz, der aber überhaupt gar nicht mehr relevant ist, denn du hast den Umsatz online gemacht, indem du andere Produkte verkauft hast." Der Investor findet: "Dein Pitch war - ich sage es nicht im Bösen, aber wenn man es wirklich beleuchtet - nicht ehrlich." Aus diesem Grund sei die Bewertung, die die Gründerin aufrufe, "einfach nicht in Ordnung", moniert Thelen.
"Es ist so schwierig, hier zu sein"
Den Tränen nahe will sich Steiner rechtfertigen. Doch auch Andreas W. Herb hat etwas zu beanstanden. "Nimm es jetzt auch nicht krumm: Im Markt zu erkennen, dass ein Bedarf für einen non-alcoholic Aperol existiert, das ist jetzt nicht summa cum laude an der Uni", sagt er. Auch den Markennamen "nüchtern" hält der Getränke-Experte nicht für gelungen: "Wenn das einen schönen, italienischen Namen hätte, wäre ich dabei. Mit dem Brandname bin ich raus."
Isabella Steiner scheint die Kritik hart zu treffen. Als sie zu weinen beginnt, eilt Dagmar Wöhrl zu ihr: "Du kämpfst toll!", versichert sie der Unternehmerin. "Ich habe alle Achtung vor dir. Es ist so schwierig, hier zu sein." Doch auch Wöhrl hat kein Interesse daran, in das Geschäft einzusteigen.
Immerhin Judith Williams' Geschmack habe das Produkt getroffen, lässt diese schließlich die sichtlich geknickte Unternehmerin wissen. Allein: "Zu trinken, das ist Lebenslust", findet Williams, und die verspüre sie bei einem Getränk aus dem Tütchen nicht. "Ich wünschte, ich hätte heute investieren können in dich, aber ich bin leider raus", macht somit auch die 55-Jährige Steiners Hoffnung auf einen Deal zunichte.
Ohne Unterstützung der Löwinnen und Löwen zieht die Gründerin nach dem erfolglosen Auftritt von dannen - und stellt fest: "Ich brauche einen Drink."