Ein Wasserfall der Liebe

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Bloß nicht Liebe
Über den Dächern von München: Der charmante Hotelmanager Benno Martius (Tim Bergmann) legt sich für Viola (Christina Große) mächtig ins Zeug.
ZDF/Hendrik Heiden
Bloß nicht Liebe
Eigentlich wollte ja Beryl (Dalila Abdallah, links) vom Wahrsager Rupaveda (Simon Pearce) wissen, wie es für sie in Liebesdingen aussieht. Doch der konzentriert sich ganz auf Viola (Christina Große) und sieht für sie einen ganzen Wasserfall der Liebe voraus.
ZDF und Hendrik Heiden
Bloß nicht Liebe
Wie Katz und Maus: Dr. Förster (Heino Ferch) legt sich immer wieder mit Viola (Christina Große) an. Diesmal wird der Streit schwerwiegende Konsequenzen haben.
ZDF/Hendrik Heiden
Bloß nicht Liebe
Viola (Christina Große, links) kann von ihrer Chefin Hilde Roch (Charlotte Schwab) kein Lob erwarten. Im Gegenteil.
ZDF/Hendrik Heiden
Bloß nicht Liebe
So langsam nähern sich Viola (Christina Große) und Dr. Justus Förster (Heino Ferch) an. Aber kann das von Dauer sein? Zu unterschiedlich scheinen die beiden zu sein. Zudem hat Förster ja auch eine Freundin und Viola ein Auge auf Benno geworfen.
ZDF/Hendrik Heiden
Bloß nicht Liebe
Besonders glücklich scheinen Dr. Förster (Heino Ferch) und seine Freundin Anne (Victoria Mayer) nicht miteinander zu sehen. Dass er sich das Bein gebrochen hat, hält sie nicht davon ab, die gemeinsam geplante Reise anzutreten und Viola  nach Förster sehen zu lassen.
ZDF und Hendrik Heiden
Bloß nicht Liebe
Benno Martius (Tim Bergmann) steckt Viola (Christina Große) mit seiner Begeisterung für die Natur und Vögel im Speziellen an. Eigentlich liegen die beiden sehr auf einer Wellenlänge.
ZDF und Hendrik Heiden

Im neuen "Herzkino"-Film schwört eine Mittfünfzigerin nach mehreren Enttäuschungen der Liebe ab. Doch das Universum hat etwas anderes mit ihr vor, und plötzlich wird sie von Männern nur so umschwärmt. Schon bald steht sie zwischen zweien von ihnen. Eine gelungene RomCom, die ihre Protagonistin ernst nimmt.

Das ZDF-"Herzkino" wird wirklich moderner. Nicht nur, weil es die deutsche Lebensrealität mit so vielen Singles wie nie zuvor erkannt hat, sondern auch, weil es endlich Menschen jenseits der 35 zu Protagonistinnen und Protagonisten macht statt nur zu deren Eltern oder gar Großeltern. Aktuelles positives Beispiel, dank Drehbuchautorin Dominique Lorenz, ist die romantische Komödie "Bloß nicht Liebe" (Regie: Sebastian Stern) am Sonntagabend, 13. September, im Zweiten und schon ab Freitag, 21. August, in der Mediathek.

"Ich tu mir das nicht mehr an. Ab jetzt leb ich nur noch für mich", beschließt Viola (Christina Große), nachdem gerade ihre letzte kurze Beziehung in die Brüche gegangen ist. Ihr Herz sei "wundgescheuert", seit dem Tod ihres Mannes hatte sie kein Glück mehr mit den Männern.

Dafür muss sie sich mit ihrem Nachbarn Dr. Förster (Heino Ferch) herumärgern, einem nörgelnden Psychiater, mit dem sie immer wieder in Streit gerät. Diesmal so sehr, dass er dabei zu Boden geht. Wie Hund und Katze, was sich liebt, das neckt sich: Allzu oft hat man dieses Szenario schon gesehen, und am Ende schreiten sie Hand in Hand in den Sonnenuntergang. Ob es auch diesmal so kommt?

Nagelsmann und das Universum der Liebe

Zunächst einmal muss Viola ihre Freundin Beryl (Dalila Abdallah) zu einem anderen Mann begleiten, dem Wahrsager Rupaveda (Simon Pearce). Der genießt einen so guten Ruf, dass sogar ein gewisser Julian Nagelsmann ihn um Rat für das nächste Spiel bittet. Ein grandioser Drehbucheinfall, wenn auch nicht gut gealtert, aber das konnte zum Zeitpunkt der Dreharbeiten ja keiner ahnen.

Das Universum habe seine Tore für Viola geöffnet, prophezeit Rupaveda. Alle Blockaden würden gelöst werden, "der Wasserfall der Liebe ergießt sich über dich". Viola ist entsetzt. Genau "diesen romantischen Quatsch" wollte sie doch gerade nicht mehr: "Sagen Sie dem Universum, es kann mich mal!" - Zu spät, denn egal wohin sie geht, überall verdrehen die Männer die Köpfe nach Viola, stecken ihr Telefonnummern zu, die Wolken nehmen Herzformen an.

Als die Innenarchitektin ihren neuen Kunden kennenlernt, den netten Hotelmanager Benno (Tim Bergmann), ist es sofort um ihn geschehen. Auch Viola ist nicht abgeneigt. Dummerweise muss sie sich aber ausgerechnet jetzt um den Rüpel Dr. Förster kümmern, der sich bei dem Sturz vorhin das Bein gebrochen hat und ihre Hilfe braucht. Einfach macht er es ihr jedoch, wie zu erwarten, nicht. Aber wie gesagt: Was sich liebt, ...

Anerkennung für gestandene Frauen

Schon in den beiden kürzlich ausgestrahlten Filmen "Nix ist fix" und "Heute fängt mein neues Leben an" stellte Dominique Lorenz "reifere" Frauen in den Mittelpunkt, und auch Viola verkörpert ein typisches Schicksal: Ehefrau und Mutter, verwitwet, das Kind längst groß. Sie ist gut in ihrem Job, doch Anerkennung erhält sie von ihrer Chefin (Charlotte Schwab als eine Art Miranda Priestly) nicht.

Das plötzliche Interesse der Männerwelt lässt Viola aufblühen wie eine verdurstende Rose. Christina Große spielt das zunächst rührend mädchenhaft und schließlich so stolz und selbstbewusst, wie Viola es längst verdient hat. "Erst durch all diese fast märchenhaften Häufungen von Beachtung, von Gesehenwerden, von Liebe findet sie zu sich selbst zurück und erkennt, was wirklich gut für sie ist", so Große. "So wird es ihr möglich, ihr Leben wieder selbst zu bestimmen. Dass ihr dies nur über all die Umwege möglich ist, war auch spielerisch eine wunderbare Herausforderung."

Einziges Problem: Plötzlich findet sich Viola in einer Art Liebesdreieck wieder. Wen ihr das Universum zugedacht hat und ob sie diese Wahl akzeptiert, wird natürlich nicht verraten.

"Bloß nicht Liebe" - So. 13.09. - ZDF: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst