Höhere Mieten und steigende Alltagskosten belasten viele Studenten. Die geplante BAföG-Erhöhung kommt zudem später als erwartet. Wann gibt es mehr Geld und was gilt bis dahin?
Angesichts steigender Mieten und höherer Lebenshaltungskosten hoffen viele Studenten auf mehr Geld vom Staat. Doch die geplante finanzielle Entlastung kommt später als erwartet. Warum sich die BAföG-Erhöhung verzögert, wann die neuen Fördersätze steigen und was Studierende bis dahin wissen sollten.
Wann kommt die geplante BAföG-Erhöhung und wie viel Geld gibt es dann?
Die ursprünglich für 2026 erwartete Erhöhung des BAföG verschiebt sich: Nach aktuellem Stand treten die ersten Verbesserungen erst zum Sommersemester 2027 in Kraft. Damit müssen Studierende länger mit den bisherigen Fördersätzen auskommen, obwohl viele Kosten im Alltag weiter steigen.
Der erste Schritt der BAföG-Reform betrifft die Wohnkostenpauschale: Studenten, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, erhalten zusätzlich zum Grundbedarf einen Zuschuss für die Unterkunft. Dieser Betrag soll von derzeit 380 Euro auf 440 Euro monatlich steigen. Gerade für Studierende in Städten mit hohen Mieten ist diese Anpassung wichtig, da die tatsächlichen Wohnkosten häufig deutlich über der bisherigen Pauschale liegen. Allerdings wird auch die Erhöhung nicht alle Mehrkosten ausgleichen können. Der eigentliche Bedarfssatz beim BAföG soll ebenfalls angehoben werden: Dieser liegt aktuell bei 475 Euro und soll in zwei Stufen steigen. Zum Wintersemester 2027/28 ist eine Erhöhung auf 503 Euro vorgesehen. Eine weitere Anpassung soll zum Sommersemester 2029 folgen, dann soll der Grundbedarf auf 563 Euro steigen. Ziel ist es, die Unterstützung langfristig stärker an das Grundsicherungsniveau anzupassen.
Zusätzlich sind Änderungen bei den Freibeträgen geplant. Diese spielen eine wichtige Rolle, weil sie bestimmen, wie viel Einkommen die Eltern haben dürfen, ohne dass sich dies negativ auf den BAföG-Anspruch auswirkt. Ab dem Wintersemester 2028/29 sollen die Freibeträge regelmäßig um 1,5 Prozent steigen. Dadurch soll verhindert werden, dass Familien allein durch allgemeine Einkommensentwicklungen schneller aus der Förderung herausfallen.
Warum wurde die BAföG-Erhöhung verschoben und was gilt bis dahin?
Viele Studierende hatten damit gerechnet, dass die erste Erhöhung bereits 2026 spürbar wird. Ursprünglich war vorgesehen, die Wohnkostenpauschale schon zum Wintersemester 2026/27 anzuheben. Nach längeren politischen Verhandlungen wurde die Umsetzung jedoch verschoben. So wurde die Reform zwar grundsätzlich bestätigt, die einzelnen Maßnahmen starten aber später als geplant.
Als Gründe für die Verzögerung werden vor allem finanzielle Herausforderungen und die schwierige wirtschaftliche Lage genannt. Staatliche Ausgaben müssen innerhalb des Haushalts geplant und finanziert werden. Die Regierung hält an den geplanten Verbesserungen fest, setzt sie aber in mehreren Schritten um. Für Studenten bedeutet das, dass die finanzielle Entlastung nicht sofort ankommt. Die Verschiebung der Reform wurde auch vom Deutschen Studierendenwerk (DSW) kritisch bewertet. Zwar begrüßt das DSW, dass die geplanten Verbesserungen grundsätzlich erhalten bleiben, gleichzeitig weist es darauf hin, dass viele Studierende bereits heute durch hohe Mieten und steigende Lebenshaltungskosten stark belastet sind.