Eine romantische Urlaubsreise entpuppt sich in der Netflix-Psychothrillerserie "Der Haustausch" als Albtraum. Der einstige "Bibi und Tina"-Star Lisa-Marie Koroll zeigt sich im Amazon-Film "Drive - The Pretender" derweil von einer neuen Seite. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.
"Haustausch" - der Titel der neuen schwedischen Netflix-Miniserie dürfte so manchen Filmfan sogleich an den modernen Weihnachtsklassiker "Liebe braucht keine Ferien" denken lassen, jene romantische Komödie, in der Kate Winslet ihr kuscheliges Cottage auf dem englischen Land gegen die Villa von Cameron Diaz in Hollywood tauscht, woraufhin beide Frauen die große Liebe finden. Mit Romantik ist es in der vierteiligen Psychothrillerserie (Drehbuch: Amanda Högberg und Axel Stjärne, Regie: Kasper Barfoed) nach dem Bestseller von Stefan Ahnhem jedoch nicht weit her. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.
"Haustausch" - Netflix
Carl (Fares Fares, "Erbarmen") und Helene (Frida Gustavsson, "Vikings: Valhalla") wollen ihr Traumhaus im Stockholmer Schärengarten für ein paar Urlaubswochen gegen das von Adam (Jakob Oftebro, "Hamilton") und Scarlett (Emma Appleton, "The Witcher") in Sizilien tauschen. Ob es nicht seltsam sei, dass sie die Besitzer ihres Feriendomizils gar nicht kennen, fragt Scarlett Adam zu Beginn der neuen Psychothrillerserie "Haustausch" (ab Freitag, 30. Oktober, Netflix) ein wenig besorgt. Das sei doch gerade das Besondere an einem Haustausch, entgegnet Adam: in einem Traumhaus zu leben, ohne die Besitzer treffen zu müssen. Carl und Helene wiederum freuen sich in Italien auf ihren letzten Urlaub zu zweit mit jeder Menge Dolce Vita, ehe ihr erstes Kind zur Welt kommt.
Doch der englische Titel der Serie verrät es bereits: "A Couple of Lies" - auf Deutsch zweideutig "Ein paar Lügen", aber auch "Ein Paar voller Lügen" - werden die anfängliche Romantik schon bald im Keim ersticken. Beide Häuser scheinen Geheimnisse ihrer Besitzer zu bergen, Betrügereien und Affären, die die beiden Traumurlaube zum Urlaubsalbtraum umkehren.
Je mehr die Paare ihre vorübergehenden Domizile erkunden, desto mehr Erschreckendes fördern sie zutage. Scarlett entdeckt in der Küche etwa eine Überwachungskamera - beobachten ihre Tauschpartner sie? Bei Carl und Helene in Sizilien wiederum steht, kaum angekommen, die Polizei vor der Tür und fragt die beiden nach einem Alibi ...
"Das Geschenk" - Netflix
Der neueste deutsche Netflix-Streich "Das Geschenk" (ab Freitag, 30. Oktober, abrufbar) von Drehbuchautor Ben Brooks und Regisseurin Vanessa Jopp ist wahrlich keine Schachtel Pralinen, sondern wie ein Präsent, bei dem man schon vor dem Auspacken weiß, was es ist, weil man es bereits zigmal in abgewandelter Form geschenkt bekommen hat.
Dass die reichlich klischeebeladene Komödie dennoch immer wieder ehrlich lustige Momente hat, liegt vor allem an Heiner Lauterbachs trockenen Kommentaren und Sprüchen als Opa Hans ("Früher haben wir uns erst Sorgen gemacht, wenn ihr geblutet habt") und dem alle Register ziehenden Edin Hasanović als reicher Banker-Proll und Hans' Sohn Timo. Dessen Schwester, die alleinerziehende Marlene (Jeanne Goursaud), plant in Timos Villa den perfekten Kindergeburtstag für ihren Sohn Theo (Levin Wopp). Da der Junge in der Schule gemobbt wird, möchte sie bei der Feier auch die Vorsitzende des Elternbeirats (Berit Künnecke) für sich gewinnen. Angesichts der alles andere als rund verlaufenden Fete erreichen Marlenes Bemühungen jedoch zunehmend das Gegenteil.
Für ganz besonderen Zündstoff sorgt allerdings Timo mit seinem titelgebenden Geschenk. Tatsächlich rasten alle Kinder vor Begeisterung aus, als Theo ein Spielzeuggewehr aus der Verpackung zieht. Nur das Entsetzen der Erwachsenen ist noch größer. Allein Timo versteht, neben den Kindern, die Aufregung nicht: "Jungs stehen auf Krieg und Gewalt!" In der Folge entspinnt sich ein Reigen verbaler Schlagabtausche, wie man sie von anderen deutschen Komödien bestens kennt: über moderne Erziehungsmethoden und Lebensentwürfe, vermeintlich "woke" Menschen, die gendern und auf Political Correctness bestehen sowie typische Mann-Frau-Stereotype.