"Gelbe Briefe", "How to Make a Killing - Todsicheres Erben" und "Perfect Match": Das sind die DVDs und Blu-rays der Woche.
22 Jahre nach Fatih Akins "Gegen die Wand" gibt es wieder einen Berlinale-Gewinner eines deutschen Regisseurs. Mit seinem Politdrama "Gelbe Briefe" konnte İlker Çatak im Februar den Goldenen Bären bei den Filmfestspielen von Berlin entgegennehmen. Schon seine vorherige Arbeit "Das Lehrerzimmer" hatte nach ihrem Erscheinen 2023 für Furore gesorgt, unter anderem eine Oscar-Nominierung ergattert. Nun erscheint "Gelbe Briefe" ebenso wie die schwarze Komödie "How to Make a Killing - Todsicheres Erben" und "Perfect Match" über die Liebesgeschichte der Tennis-Stars Steffi Graf und Andre Agassi auf DVD und Blu-ray.
"Gelbe Briefe" (VÖ: 9. Juli)
"Gelbe Briefe" handelt von Derya (Özgü Namal) und Aziz (Tansu Biçer), einem Ehepaar, das in der türkischen Kunstszene erfolgreich ist. Sie als Schauspielerin, er als Dramatiker. Kurz nach der Aufführung ihres neuen gemeinsamen Stücks gerät die geordnete Welt der beiden ins Wanken. Die Eheleute verlieren ihre Arbeit und müssen plötzlich um ihre gesellschaftliche Existenz fürchten. Als auch der finanzielle Druck immer weiter zunimmt, ziehen Derya und Aziz mit ihrer Tochter (Leyla Smyrna Cabas) zu seiner Mutter (İpek Bilgin). Irgendwann steht die Frage im Raum, ob sie ihren Idealen noch treu bleiben können. Kunst darf alles, lautet ein oft bemühtes Zitat. Gerade unter autoritären Regimen gilt das aber keineswegs. "Gelbe Briefe" erzählt von staatlicher Willkür, subtilen Repressalien - und liegt damit voll am Puls der Zeit. İlker Çatak (in Berlin geboren, Sohn türkischer Einwanderer) verortet seinen auf Türkisch gedrehten Film zwar in der Türkei. Einblendungen ("Berlin als Ankara" und "Hamburg als Istanbul") unterstreichen allerdings unmissverständlich, dass "Gelbe Briefe" an deutschen Schauplätzen entstand. Ein bewusst gesetzter Verfremdungseffekt, der dem Geschehen etwas Allgemeingültiges verleiht.
Preis DVD: circa 17 Euro
DE/FR/TR, Regie: İlker Çatak, Laufzeit: 122 Minuten
"How to Make a Killing - Todsicheres Erben" (VÖ: 9. Juli)
"Ein gutes Herz zählt mehr als jede Krone und schlichter Glauben mehr als blaues Blut": Die Filmemacher Robert Hamer und John Dighton nahmen diese Zeilen aus einem alten britischen Gedicht einst als Inspiration für ihre berühmte Krimikomödie "Adel verpflichtet" (1949), nur, um diese so dargelegten Ideale dann mit Füßen treten zu lassen. Knapp 80 Jahre später erscheint mit "How to Make a Killing - Todsicheres Erbe" nun eine ganz ähnliche Geschichte auf DVD und Blu-ray: Becket Redfellow (Glen Powell, "The Running Man") stammt aus besten Verhältnissen, allerdings mit ein paar komplizierten Brüchen in der Familiengeschichte. Seine Mutter wurde einst enterbt, die Aussicht auf die Reichtümer ihrer Familie rückte in weite Ferne. Trotzdem erzog sie ihren Becket in der Gewissheit und mit dem ewigen Versprechen, dass er "eines Tages" der Alleinerbe sein würde. Immobilien, Flugzeuge, Inseln und mehr: All das möchte Becket sich als erwachsener Mann nun holen. Insgesamt sieben Menschen stehen zwischen ihm und dem 28-Milliarden-Dollar-Erbe der Redfellow-Dynastie. Also macht er sich in der pechschwarzen Komödie daran, seine Position in der Rangfolge immer weiter zu verbessern - mit Charme, Witz und ohne Skrupel, den einen oder anderen Ast im Familien-Stammbaum brutal abzusägen ...
Preis DVD: circa 13 Euro
US/GB/FR, 2026, Regie: John Patton Ford, Laufzeit: 101 Minuten