Zwei Schwestern überleben Badeunfall im Kreis Bamberg – glücklicher Zufall rettete sie

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Breitengüßbach: Schwestern überleben Badeunfall - Ersthelferin berichtet
In einem Baggersee im Landkreis Bamberg spielten sich am Wochenende dramatische Szenen ab.
Breitengüßbach: Schwestern überleben Badeunfall - Ersthelferin berichtet
NEWS5 / Ferdinand Merzbach (Symbolbild)

Dank couragierter Ersthelfer überleben eine Jugendliche und ihre ältere Schwester am Wochenende einen Badeunfall im Kreis Bamberg. Nur ein glücklicher Zufall ermöglichte ihre Rettung.

Bei einem Badeunfall in einem See in Breitengüßbach im Kreis Bamberg sind zwei Schwestern am Sonntag (28. Juni 2026) vor dem Ertrinken gerettet worden. Rund 50 Kräfte der Feuerwehren sowie der Rettungsdienst und Notarzt waren vor Ort, die jüngere der beiden Schwestern wurde in die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht.

Im Nachgang hatte die Polizei ausdrücklich die "geistesgegenwärtig reagierenden" Passanten gelobt, die entscheidend zur Rettung beitrugen. Gegenüber inFranken.de schilderte eine der Ersthelferinnen nun ihre Sicht auf den Vorfall - und richtet einen dringenden Appell an ihre Mitmenschen. Zwei Tage zuvor war es auch in Trebgast zu einem Badeunfall gekommen, dort musste ein kleiner Junge wiederbelebt werden.

"Alle haben mitgeholfen": Augenzeugin beschreibt Rettungsaktion in Breitengüßbach

Wie die Ersthelferin bei dem Vorfall in Breitengüßbach berichtet, hatten sie und ihre Familie das sonnige Wetter für einen Ausflug an den beliebten Baggersee genutzt. Das vergangene Wochenende war eines der heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen, deutschlandweit wurden gleich mehrere Hitzerekorde geknackt. Die Frau und ihre Familie waren bei weitem nicht die einzigen mit dieser Idee, die Badestelle war aufgrund der hohen Temperaturen gut besucht. Und trotzdem hätte beinahe niemand mitbekommen, was sich nur wenige Meter vom Ufer entfernt im Wasser abspielte. Ihr Ehemann, so erzählt die 35-Jährige, habe als einziger bemerkt, dass die beiden Schwestern in Not waren. Zunächst hätten sie Laute von sich gegeben, die seine Aufmerksamkeit erregten, seien dann aber plötzlich verstummt.

Wie die Frau betont, ist eine solche Lage aus der Distanz schwer zu beurteilen: Handelt es sich nur um einen Spaß - oder bitteren Ernst? Ob Augenzeugen die Situation in solchen Momenten richtig einschätzen, kann über Leben und Tod entscheiden. Ihr Mann sei der Sache nachgegangen - und habe sofort festgestellt, dass ihn sein Instinkt nicht getäuscht hatte: Tatsächlich waren beide Schwestern im Wasser untergegangen. Er sei zu ihnen geeilt, habe eine der beiden aus dem Wasser geholt und sofort um Hilfe gerufen. Glücklicherweise sei daraufhin ein zweiter Mann auf die lebensbedrohliche Situation aufmerksam geworden und habe auch die andere Schwester gerettet.

Am Strand angekommen, habe sich die nun ebenfalls auf die Situation aufmerksam gewordene 35-Jährige gemeinsam mit anderen Menschen um die beiden Schwestern gekümmert: "Alle haben mitgeholfen, das war toll zu sehen", erinnert sie sich an die dramatischen Minuten, in denen die Schwestern erstversorgt wurden. Letzten Endes sollten beide die Situation überstehen. Während die 20-Jährige mit leichten Verletzungen und einem Schock davonkam, befand sich ihre kleine Schwester zunächst in einer deutlich ernsteren Lage. Die 15-Jährige wurde mit zu diesem Zeitpunkt als lebensgefährlich eingestuften Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, wo sich ihr Zustand dann aber stabilisierte.

Rettungsschwimmerkurs zahlt sich aus: "Kann Leben retten"

Dass die beiden überlebten, war keineswegs selbstverständlich - schon dass ihre Notlage überhaupt bemerkt wurde, war eher ein Zufall. "Die Gefahrenstelle ist hinter einer Kurve und vom Strand aus schlecht einsehbar", beschreibt die Ersthelferin. Die beiden Schwestern hätten "absolutes Glück" gehabt: "Ich bin hinterher in der Stelle geschwommen und das ist wirklich nichts für Nichtschwimmer oder ungeübte Schwimmer". Hauptursache dafür seien die starke Strömung und der Grund des Sees, der an dieser eigentlich flachen Stelle urplötzlich steil abfalle.

Eben darum vermisst die 35-Jährige einen gut sichtbaren Warnhinweis: "Ich habe kein Schild gesehen, aber das sollte möglichst sichtbar am Strand stehen". Ein weiterer nicht unwichtiger Faktor bei der Rettung war, dass ausgerechnet ihr Mann, der als erster auf die gefährliche Lage aufmerksam wurde, erst wenige Wochen zuvor gemeinsam mit ihr einen Rettungsschwimmerkurs absolviert hatte. Anlass für diese Entscheidung war ein Vorfall im letzten Jahr, bei dem die Ersthelferin ein kleines Mädchen aus einer ähnlichen Situation in einem anderen Badesee gerettet hatte. 

Wie die Frau erklärt, konnten beide an diesem schicksalhaften Tag auf die Lektionen aus dieser Ausbildung zurückgreifen. Sie betont, "wie wichtig es ist, dass auch Privatpersonen einfach so für sich und ihre Mitmenschen Rettungsschwimmkurse absolvieren und sich grundsätzlich mit wachem Auge am Wasser aufhalten. Das heißt nicht, unbedingt immer selbst hineinzuspringen, aber auch das gezielte Ansprechen anderer potenzieller Retter, Hinreichen von Schwimmhilfsmitteln oder Ähnliches kann Leben retten." Weitere Nachrichten aus Bamberg und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.