Der "Bergdoktor" als Menschenrechtsaktivist: Thriller mit Hans Sigl im Kampf gegen Deep Fakes

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"Flucht aus Lissabon"
Die Informatikerin Sophia Moreno (Hana Sofia Lopes) hat sich der Cybercrime-Einheit von Interpol als Informantin angeboten. Sie möchte die Machenschaften ihres Arbeitgebers offenlegen. Beim Versuch, Sophia in Sicherheit zu bringen, wird die Mission jedoch durchkreuzt, Sophia taucht unter. Der Menschenrechtsaktivist und Fluchthelfer Tom (Hans Sigl) soll sie finden.
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"Flucht aus Lissabon"
Christian Aristides (Christoph Franken) steht das Wasser bis zum Hals, weil Sophia sich weigert, die Software zu schreiben, die der kitwanesische Botschafter in Auftrag gegeben hat.
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"Flucht aus Lissabon"
Über den Dächern von Lissabon: Tom (Hans Sigl) möchte Sophia (Hana Sofia Lopes) und ihren Sohn Noa (Santiago André) in Sicherheit bringen.
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"Flucht aus Lissabon"
Alexandra Velten (Nadja Becker) soll mit Interpol der Cybercrime-Informantin Sophia Moreno zur Flucht verhelfen, doch es muss einen Maulwurf bei der Polizei geben: Alexandra und ihre Kollegen werden beschossen.
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"Flucht aus Lissabon"
Der kitwanesische Botschafter Lumbada (Miguel Hurst) hat Aristides beauftragt, eine Software zu entwickeln, mit der die Präsidentschaftswahl in seinem Land manipuliert werden kann, indem man den Opponenten des autoritären Machthabers in schlechtem Licht darstellt.
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"Flucht aus Lissabon"
Tom (Hans Sigl, rechts) versucht, mit dem korrupten PR-Firmenchef Christian Aristides und dessen Handlanger Tiago Kosya (João Craveiro) zu verhandeln.
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"Flucht aus Lissabon"
Noa (Santiago André), der kleine Sohn der Informantin Sophia, gerät in die Gewalt des skrupellosen Aristides und seiner Handlanger. Der Junge wird zum Druckmittel, um seine Mutter zur Programmierung einer Software zu erpressen.
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"Bergdoktor" Hans Sigl macht wieder einmal einen Abstecher ins Thriller-Genre. Er soll in Lissabon eine untergetauchte Cybercrime-Informantin aufstöbern. Es geht um brisante Themen wie Fake News, Deep Fake und Wahlmanipulation. Und natürlich um Geld und Macht.

Seit 17 Jahren praktiziert Hans Sigl als "Der Bergdoktor" Martin Gruber im ZDF - kompetent, einfühlsam, immer bereit, sich über das Fachliche hinaus um andere zu kümmern. Sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn bringt ihn bisweilen in Schwierigkeiten, hält ihn aber nicht davon ab, für das Richtige zu kämpfen. In dieser Rolle gefällt Hans Sigl nicht nur seinem Publikum, sondern offensichtlich auch sich selbst gut. So gut, dass er sie gelegentlich in anderen Formaten variiert. So mutierte Sigl 2019 und 2022 in den ZDF-Filmen "Flucht durchs Höllental" und das Sequel "Der Feind meines Feindes" vom Anwalt zum Actionhelden. 7,08 respektive 6,1 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten seinen Kampf gegen die Mafia. Vergangenes Jahr legten er und Produzent Hans-Hinrich Koch einen weiteren TV-Thriller nach. "Flucht aus Lissabon" (Regie: Steffi Doehlemann) sahen bei der Erstausstrahlung 5,83 Millionen Menschen. Der Film, der keine Fortsetzung der beiden Vorgänger ist, wird nun zur besten Sendezeit wiederholt.

Der Kampf gilt diesmal unter anderem Fake News und der Wahlmanipulation durch Künstliche Intelligenz - ein bisschen kommt "Flucht aus Lissabon" also wie ein öffentlich-rechtlicher Kommentar zur Weltpolitik daher.

Wahlmanipulation in einem autoritären Staat

Hans Sigl spielt Tom Fährmann, einen Menschenrechtsaktivisten, Fluchthelfer und ehemaligen Anwalt. Seit einer aus dem Ruder gelaufenen Aktion - ja, auch im Kampf für das Gute kommt es zu Kollateralschäden - lebt er unter einem Decknamen in London. Seine Exfreundin Alexandra (Nadja Becker) vom BKA bietet ihm Zeugenschutz in Deutschland an, doch Tom möchte lieber nach Kanada auswandern und die Vergangenheit hinter sich lassen.

Doch es kommt anders. Alexandra soll in Lissabon die Informantin Sophia Moreno (Hana Sofia Lopes) in Sicherheit bringen. Doch es gibt offenbar einen Maulwurf bei der Polizei - sie werden angegriffen. Alexandra wird schwerverletzt, Sophia kann zwar entkommen, doch ihr Sohn Noa (Santiago André) gerät in die Hände der Angreifer, was sie erpressbar macht. Da sie der Polizei nicht mehr trauen kann, taucht sie unter. Iris Martenstein (Marion Kracht) vom BKA bittet Tom, Sophia aufzuspüren und in ein Safe House zu bringen.

Drahtzieher des Ganzen ist Christian Aristides (Christoph Franken), Chef der PR-Firma, für die Sophia als Programmiererin arbeitet. Ursprünglich sollte sie ein Programm entwickeln, das Fake News entlarvt. Doch Aristides will genau das Gegenteil - eine Software, mit der sich ebensolche Filter umgehen lassen. Mehr noch: Sophia soll schnellstmöglich eine Software fertigstellen, mit der die anstehenden Wahlen im afrikanischen Staat Kitwana zugunsten des autoritären Amtsinhabers manipuliert werden können.

Die Gefahr neuer Technologien

Klingt nach konventioneller Krimikost? Ist es auch, trotz eines ziemlich überraschenden Twists in der Mitte des Films. Für durchgehend Spannung und Tempo sorgt auch er allerdings nicht. Aber vielleicht ist das auch gar nicht das Ziel von "Flucht aus Lissabon". Die zahlreichen "Bergdoktor"- und Hans-Sigl-Fans werden auch bei seinem dritten Thriller-Ausflug einschalten und sicher voll auf ihre Kosten kommen.

Für die luxemburgisch-portugiesische Schauspielerin Hana Sofia Lopes ist die Informantin Sophia die erste große Rolle in einer deutschen Produktion. Im Gegensatz zu ihrer Figur sei sie selbst schon mit dem WLAN-Passwort überfordert, sagt sie. Ihr eigenes Online-Verhalten und ihren Umgang mit Informationen aber hinterfrage sie mittlerweile viel stärker als früher. "Das Thema des Films ist hochaktuell und zeigt, wie gefährlich Desinformation und Deep Fakes sein können", befindet sie. "Wir stehen vor einer Herausforderung, die Technologie für gute Zwecke zu nutzen und gleichzeitig sicherzustellen, dass sie nicht gegen uns eingesetzt wird."

Auch ihr Filmpartner Hans Sigl unterstreicht die Botschaft von "Flucht aus Lissabon": "Wir sehen da eine große Überforderung auf uns zukommen, Künstliche Intelligenz gepaart mit Fake News. Eine Kombination, die verschiedene Gesellschaftsformen, in dem Fall auch die Demokratien, gefährden kann. Hier setzt dieser Film an und schafft hoffentlich ein Bewusstsein, dass man grundsätzlich kritischer bei vermeintlichen News ist und sich breiter aufstellt, damit man nicht in die Falle tappt."

In der ZDFmediathek steht "Flucht aus Lissabon" bereits ab Montag, 29. Juni. zum Abruf bereit.

"Flucht aus Lissabon" - Do. 02.07. - ZDF: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst