Als Übertopf für Kakteen auf dem Trödel gekauft, entpuppte sich das Gefäß bei "Bares für Rares" als wertvolles Designerstück.
Horst Lichter konnte die Höhe der Schätzung in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" kaum glauben. Denn das Gefäß war nicht nur ein echter Schnapper vom Trödel, sondern auch ziemlich beschädigt. Nichtsdestotrotz handelte es sich um ein Designerstück und es hatte sogar eine demokratische Botschaft.
Was genau vor Friederike Werner auf dem Expertentisch stand, konnte Lichter zunächst nicht einordnen. Er hielt das Objekt für ein "Korbgeflecht", dann für einen "Brunnen". Die Expertin nickte, verriet aber nicht, ob er richtig lag. "Man weiß es nicht, aber du wirst es wissen", hoffte Lichter und fragte schließlich: "Oder ist es ein Väschen?"
Annette und Michael aus Bönen hatten das rätselhafte Gefäß jedenfalls auf dem Trödel entdeckt. Wie viel sie dafür bezahlt hatten, wollten sie aber noch nicht verraten. Eigentlich sollte das ungewöhnliche Stück als Übertopf für einen der zahlreichen Kakteen im Gewächshaus dienen. Doch dann kam der Verkäufer zu dem Schluss: "Die ist zu schade dafür."
Auf die richtige Spur brachten Werner die Stempel am Boden des "schönen Porzellangefäßes". Sie verrieten, dass das Stück aus dem Jahr 1973 stammte und von dem italienischen Designer Enzo Mari entworfen wurde. Mari vertrat die Idee, dass Design nicht nur wenigen vorbehalten sein, sondern als gesellschaftliche Aufgabe allen zugänglich sein sollte. Aus dieser demokratischen Design-Idee heraus arbeitete Mari mit verschiedenen Herstellern, darunter Danese aus Mailand, wo auch das Gefäß aus der Sendung entstand. Durch sein ungewöhnliches Muster erzeugte das Porzellan eine Illusion: Es wirkte laut Werner, als sei es "gemauert, geflochten oder aus Papierstückchen zusammengesetzt".
Horst Lichter baff: "Also mit euch kann man auf den Trödel gehen"
Ganz ohne Makel war der Trödel-Fund allerdings nicht: Laut Werner war die Vase undicht und am Boden fehlten mehrere Plättchen. Außerdem entdeckte sie einen "erheblichen Riss", der durch das gesamte Gefäß verlief, aber immerhin nur die Glasur betraf. Für Lichter zählte aber vor allem eine andere Frage: Was war das beschädigte Designerstück wert?
Dann wurde auch das Geheimnis um den Kaufpreis gelüftet: Annette und Michael hatten gerade einmal zwei Euro für das Gefäß bezahlt. Nun hofften sie auf 300 bis 400 Euro. Werner setzte den Wert der geometrischen Vase aus der "Samos"-Kollektion allerdings deutlich höher an: 700 bis 1.000 Euro. In perfektem Zustand wären sogar 2.500 Euro möglich.
Die hohe Schätzung sorgte bei Lichter für ungläubiges Staunen. "Nein", rief er erschrocken, während die Verkäuferin gestand: "Ich habe eine Gänsehaut." Auch nach der Übergabe der Händlerkarte war der Moderator "mehr als geplättet". Zum Verkäuferpaar sagte er schließlich anerkennend: "Also mit euch kann man auf den Trödel gehen."
Neugierig lüfteten Susanne Steiger und Sarah Schreiber den Vorhang und zeigten ihren Kollegen das ungewöhnliche Porzellan. Doch bei Benjamin Leo Leo und Friedrich Häusser sorgte der Anblick zunächst eher für Fragezeichen als für Begeisterung. "Was?", fragte Leo Leo irritiert, während Häusser nur ein verblüfftes "Hä?" murmelte.