Nicht nur mit ihrem Wunschpreis lag die "Bares für Rares"-Verkäuferin völlig daneben, sie hatte auch eine genaue Vorstellung davon, wer ihre Rarität ersteigern sollte. Doch am Ende wurde sie gleich zweimal überrascht.
Verkäuferin Uta gestand als bekennender Fan von "Bares für Rares", die ZDF-Trödelshow jeden Tag zu schauen. Entsprechend genau wusste sie in der Mittwochsausgabe, welcher Händlerin sie ihren besonderen Schatz am liebsten verkaufen würde. Doch sowohl bei ihrer Preisvorstellung als auch bei ihrer Wunschkäuferin kam am Ende alles anders als gedacht.
"Ui, ui, ui", staunte Lichter beim ersten Blick auf das kostbare Schmuckstück. Dass darauf ein Tier dargestellt war, erkannte er sofort - welches, war ihm allerdings zunächst ein Rätsel. Lichter vermutete eine Schlange, später einen Drachen oder Hahn. Heide Rezepa-Zabel forderte ihn danach auf, doch "bitte genauer" hinzusehen.
Das gerippte Muster passte nicht zu Lichters Hahn-Vermutung. Doch bevor das Rätsel gelöst wurde, wollte der Moderator Uta und Mario aus Lutherstadt Wittenberg kennenlernen. Uta verriet sofort, wie groß ihre Begeisterung für die Trödelshow war: "Ich kenne sie alle", erklärte die Verkäuferin strahlend.
Uta wusste auch schon, welcher Händlerin sie ihr Stück verkaufen wollte. Den Schmuck hatte sie vor 15 Jahren geschenkt bekommen, doch nie getragen: "Er ist zu schwer und man kommt schlecht rein." Deshalb sollte er nun verkauft werden. Bevor es in den Händlerraum ging, musste aber erst die Expertise zeigen, was der Schmuck tatsächlich wert war.
Armreif aus Ägypten übertrifft Wunschpreis von Verkäufer-Paar
Doch vorab wollte Rezepa-Zabel endlich klären, was dargestellt war und lieferte weitere Tipps: "Reptilienartiges Muster, kammförmige Erhebung, aufgesetzte Augen, langes Maul und Zähne." Und plötzlich wusste auch Lichter Bescheid: "Krokodil", rief er. Laut Expertin war der Reif aus Ägypten, wohl Kairo oder Alexandria. "Da wurde das Armband auch gekauft", bestätigte Uta. Auch die Darstellung passte zur Herkunft. Das Nilkrokodil hatte im alten Ägypten eine besondere Bedeutung und galt als heiliges Tier. Rezepa-Zabel erklärte weiter, dass der Krokodilgott Sobek unter anderem für Schöpfung, Fruchtbarkeit und Kraft stand und als Beschützer vor Unheil verehrt wurde.
Für den 750er-Goldschmuck aus den späten 1950er-Jahren hatte Uta eine klare Preisvorstellung: 5.900 Euro. Lichter reagierte angesichts der Summe prompt mit einem erstaunten "Alter Schwede". Auch Rezepa-Zabel hakte nach: "Ist das eine erdachte Idee?" Die Verkäuferin nickte unwissend. Doch "nachrechnen lohnt sich immer", erklärte die Expertin.
Denn allein der Goldwert lag schon bei 7.800 Euro. "Ich werd' verrückt. Ehrlich?", rief die Verkäuferin und konnte ihr Glück kaum fassen. "Ja, und ich würde noch etwas dazugegeben", meinte die Expertin und schätzte den Wert auf 8.000 bis 9.000 Euro. "Da bin ich sprachlos", schnaufte Uta: "Da hat sich der Weg hierher gelohnt."