In der Doku-Serie "Ralf & Etienne: Wir sagen ja!" nimmt Ralf Schumacher seinen Partner Étienne Bousquet-Cassagne mit auf die Kartbahn, auf der Ralf und auch sein Bruder Michael ihre Rennfahrer-Karriere begonnen haben. Dabei schwelgt Schumacher in Erinnerungen.
Die vierteilige Doku-Serie "Ralf & Étienne: Wir sagen ja!" (donnerstags auf Sky und Wow) dreht sich vor allem um die Hochzeit von Ralf Schumacher und Étienne Bousquet-Cassagne sowie um die Vorbereitungen. In der dritten Folge machen sich Schumacher und Bousquet-Cassagne jedoch auf eine Reise in Ralfs Kindheit. Gemeinsam besuchen sie die Kartbahn in Kerpen, auf der sowohl Ralf Schumacher als auch sein Bruder Michael ihre Leidenschaft zum Rennfahren entdeckten.
Mittlerweile hat Ralf Schumacher seine Karriere als Formel-Eins-Fahrer beendet. "Viele Leute fragen mich, ob ich es heute noch vermisse zu fahren und da muss ich ganz ehrlich sagen: Nein!", erklärt der 51-Jährige. Rückblickend denke er sich oft: "Mensch, warum hast du das früher gemacht?! Das wäre mir heute zu stressig!" Er sei froh, dass er heute "etwas komplett anderes mache, aber immer noch mit der Formel 1 zusammenarbeite (...). Das macht Spaß."
Emotional ist der Besuch auf der Kartbahn dennoch. Schumacher erinnert sich: "Die Kartbahn ist für mich meine Jugend, da bin ich aufgewachsen, da habe ich vieles gelernt im Leben." Er betont: "Es war der Grundstein für meine spätere Karriere."
Wie der Ex-Rennfahrer erzählt, habe er hier jeden Tag nach der Schule seine Kindheit verbracht. Das erste Mal habe er dabei mit zweieinhalb Jahren hinter dem Steuer eines Go-Karts gesessen.
Ralf Schumacher: "Meine Eltern haben immer unter viel Druck gestanden"
Die Kartbahn wurde schnell zum Lebensmittelpunkt der Schumacher-Familie: Mutter Elisabeth arbeitete als Köchin in der anliegenden Kneipe und Vater Rolf, der eigentlich gelernter Ofenmauerer war, übernahm die Rolle des Bahnwartes. Das bedeutete auch für die Kinder: anpacken und mithelfen, wo es nur ging.
Ralf Schumacher weiß: "Meine Eltern haben immer unter viel Druck gestanden, weil sie gucken mussten, dass es weitergeht." Damals sei der Kartsport noch nicht so erfolgreich gewesen, zudem habe es in den Wintermonaten keinen Betrieb gegeben. Dementsprechend fehlten der Familie auch die Einnahmen: "Für die Kinder war das auch okay, aber natürlich, die Anspannung, (...) das merkt man Eltern natürlich schon an." Die Familie habe "hier unter ganz einfachen Verhältnissen gelebt", berichtet Schumacher.
Ralf Schumacher spricht über Rennen mit Bruder Michael
Als Ralfs Bruder Michael schließlich Werksfahrer wurde, habe sich für die Schumachers "vieles verändert", "aber der größere Auslöser war 1991 das Rennen in Spa im Jordan. Da hat es dann schon einen Riesen-Ruck gegeben in Motorsport-Deutschland", erklärt Ralf Schumacher.
Beide Brüder fuhren jahrelang erfolgreich in der Formel 1. Dennoch gibt Schumacher zu bedenken: "Die Formel 1 in Deutschland, muss man schon sagen, hat mein Bruder groß gemacht." Er fügt humorvoll hinzu: "Und dann kam ich irgendwann noch dazu, als Zusatzprodukt, und das hat ja auch ganz gut funktioniert."