Als Hirschhausen mit dem Papst über Klimaschutz spricht, macht sich Ernüchterung breit: "Naiv zu glauben"

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Hirschhausen will zum Papst
Eckart von Hirschhausen hat den Papst getroffen.
Vatican News

In der BR-Doku "Hirschhausen will zum Papst - Wer bewahrt die Schöpfung?" trifft Eckart von Hirschhausen den Papst, um über seinen Klima-Kurs zu sprechen.

Kann die katholische Kirche einen Unterschied im Kampf gegen die Klimakrise machen? Um das herauszufinden, hat Eckart von Hirschhausen ein ambitioniertes Vorhaben: Er will den Papst treffen. In der BR-Doku "Hirschhausen will zum Papst - Wer bewahrt die Schöpfung?" reist der bekannte Arzt bis in den Vatikan - und steht letztendlich tatsächlich vor Leo XIV. Doch der großen Aufregung folgt schnell die Ernüchterung.

In dem Film von Boris Quatram trifft Eckart von Hirschhausen aber auch Bischöfe, Wissenschaftler und Aktivisten, welche die TV-Bekanntheit erkennen lassen: "Die Kirche hat Gebäude, Geld, Land, Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen, ein weltweites Netzwerk" - und nicht zu vergessen, den Glauben von 1,4 Milliarden Katholikinnen und Katholiken. Klingt erst mal nicht nach den schlechtesten Voraussetzungen, um einen Unterschied bewirken zu können, findet der 58-Jährige.

Klimaforscher hat wenig Hoffnung bei Papst Leo XIV.: "Es wird nicht sein Herzensthema sein"

Seit einem Jahr ist Papst Leo XIV. im Amt und möchte den ökologischen Kurs seines Vorgängers Papst Franziskus fortsetzen. Dieser war im Jahr 2015 mit seiner Enzyklika für die Entstehung der Laudato-Si'-Bewegung verantwortlich, die sich für den Schutz der Umwelt und des Klimas einsetzt.

"Es wird nicht sein Herzensthema sein, ist meine jetzige Einschätzung", meint Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber in der BR-Doku allerdings wenig zuversichtlich über Leo XIV. Denn: Dass der Papst im vergangenen Jahr nicht zur Weltklimakonferenz nach Brasilien gereist ist, sei für ihn "eine Ansage" gewesen.

Als Eckart von Hirschhausen nach einigen weiteren Umwegen dann wirklich den Papst bei einer Generalaudienz im Vatikan trifft, bleiben die großen Antworten auf die vielen Fragen des Arztes aus. Und das nicht nur, weil das Kamerateam von dem kurzen Gespräch keine Aufnahmen machen darf. "Wir dürfen nicht selbst filmen", erklärt Eckart von Hirschhausen, und so können in der BR-Doku nur die Bilder des Vatikans gezeigt werden - ohne Ton.

Dennoch ist zu sehen, wie Eckart von Hirschhausen dem Papst seine bisher gewonnenen Eindrücke in einem kleinen Buch präsentiert. "Für einen Moment schauen wir uns in die Augen. Ich sehe einen Mann, der sehr viele Erwartungen erfüllen soll. Der gleichzeitig präsent ist, hinschaut, zuhört", schildert er seine kurze Begegnung mit Leo XIV. - und zieht letztlich ein eher ernüchterndes Fazit: "Ich bin natürlich auch irgendwie mit großer Hoffnung hierhin gekommen, dass Leo sagt: 'Hey genau, das ist es.' Aber wessen Job ist es eigentlich, die Schöpfung zu bewahren? Es ist auch ein bisschen naiv zu glauben: 'Wir können uns alle zurücklehnen und Leo wird es schon richten.'"

Für Eckart von Hirschhausen bleibt nach seinen Erlebnissen dennoch der Glaube daran, dass "aus Hoffnung Wirkung werden kann" - und ein besonderer Moment: "Ich war tatsächlich beim Papst. Ein großer Schritt für mich. Für die Menschheit? Mal gucken."

Die gesamte Doku "Hirschhausen will zum Papst - Wer bewahrt die Schöpfung?" wird am Montag, 25. Mai, um 19.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist bereits jetzt in der ARD-Mediathek verfügbar.

Quelle: teleschau – der mediendienst