Prognose nach Unfall-Tragödie niederschmetternd – aber Marco "ist ein Kämpfer"

2 Min
Prognose nach Unfall in Erlangen niederschmetternd – aber Marco "ist Kämpfer"
Marco hatte einen schweren Fahrradunfall in Erlangen.
Marco erlitt schweren Unfall
Erik
Prognose nach Unfall in Erlangen niederschmetternd – aber Marco "ist Kämpfer"
Marco (links) und Erik vor dem Unfall im Urlaub.
Marco (links) und Erik vor dem Unfall im Urlaub
privat

Marco verunglückte mit dem Fahrrad in Erlangen und kämpft seitdem mit den Folgen seiner Verletzung. Seine Familie setzt sich für dringend benötigte Hilfe ein: "Er will zurück ins Leben"

"Wer Marco kennt, weiß: Wenn er einen Raum betritt, strahlt er wie ein großes, herzliches Lächeln. Er ist ein sportlicher, lebensfroher und unendlich lieber Mensch, der als Kollege und Freund zutiefst geschätzt wird", schreibt Erik über seinen Partner.

Auf dem Heimweg von der Arbeit verunglückte Marco in Erlangen schwer mit dem Fahrrad. Noch in der Nacht folgt die bittere Diagnose: eine Quetschung des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule sowie mehrere gebrochene Rippen. Die Prognose der Ärzte ist niederschmetternd – im schlimmsten Fall drohen dauerhafte Beatmung und vollständige Lähmung ab dem Hals. Eine weitere Fahrradfahrerin ist in Erlangen tödlich verletzt worden - warum sie verunglückte.

Nach Unfall in Erlangen: Vom Koma zurück ins Leben

"Marco ist ein Kämpfer. Nach einer Woche im künstlichen Koma und einer erfolgreichen zweiten Operation zur Stabilisierung der Halswirbel hat er seine mentale Stärke gezeigt", sagt Erik im Interview mit inFranken.de. Entgegen aller Erwartungen zeigen sich laut Erik erste Erfolge: Nach wenigen Wochen bewegt er erstmals seine Daumen, kurz darauf folgen kleine Bewegungen der Beine und Zehen. Dann nimmt er wieder Reize wahr, spürt sogar Kitzeln an den Füßen. Schritt für Schritt gelingt es, ihn vom Beatmungsgerät zu entwöhnen, dann folgen erste Sprachversuche. Schließlich lernt er wieder zu schlucken und feste Nahrung zu sich zu nehmen. "Sein Körper sendet ein klares Signal: Er will zurück ins Leben", sagt Erik.

Während Marcos körperliche Genesung voranschreitet, stellt ihn die Realität im Pflege- und Rehasystem vor enorme Herausforderungen. Angehörige berichten von großem Personalmangel und belastenden Situationen im Alltag. Dazu zählen unter anderem fehlende Unterstützung, Kommunikationsprobleme aufgrund seiner Schwerhörigkeit und organisatorische Schwierigkeiten im Klinikbetrieb. Die Kritik an den Zuständen ist deutlich . "Ich will bewusst nicht die Kliniken anklagen, in denen er bisher lag, aber das Pflegesystem in Deutschland funktioniert einfach nicht, wie es soll", meint Erik.

"Wegen des Unfalls hat Marco bereits viele wichtige Momente seiner 19-jährigen Zwillingssöhne verpasst", meint Erik, dazu schreibt er: "Beide haben gerade ihre Gesellenprüfung bestanden, einer hat den Führerschein bereits in der Tasche und der zweite steht kurz vor der Prüfung. Für Marco ist es unglaublich schmerzhaft, diese Momente nicht mit ihnen teilen zu können."

Frisch renoviertes Haus muss verkauft werden

Zusätzlich zu den gesundheitlichen Folgen stehen Marco und Erik vor einer weiteren großen Herausforderung: Für seine langfristige Versorgung wird ein angepasstes Zuhause notwendig. Ein barrierefreies Umfeld, Platz für Pflege sowie spezielle Ausstattung – all das lässt sich im bisherigen Wohnumfeld nicht umsetzen. "Wir haben gerade das Haus renoviert, jetzt können wir es wieder verkaufen", seufzt Erik.

Um Marco die bestmögliche Chance auf Genesung zu geben, wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Die Mittel sollen gezielt eingesetzt werden für:

  • eine ruhige und geschützte Unterbringung, etwa in Einzelzimmern
  • zusätzliche private Pflege und persönliche Betreuung
  • spezielle Therapien und Hilfsmittel, die nicht von Kassen übernommen werden
  • Unterstützung beim Aufbau eines geeigneten neuen Wohnraums

"Marco ist das alles peinlich"

"Die Resonanz auf die Spendenaktion ist überwältigend. Viele Menschen zeigen ihre Solidarität und unterstützen Marco. Auch Professoren an der Uni, wo er gearbeitet hat, haben für ihn Spenden gesammelt", sagt Erik. "Er hat ein Einzelzimmer in Aussicht, das wird ihn hoffentlich deutlich entlasten. Marco leidet unter den vielen Eindrücken und dem Trubel. Aber die Zuzahlungen sind nicht billig, und spätestens wenn wir eine neue Bleibe neu renovieren müssen, benötigen wir die Unterstützung."

Auch das Schicksal der vierjährigen Eliana bewegt: Das kleine Mädchen hat bereits 23 Chemotherapien überstanden.

"Marco ist das alles peinlich", erzählt Erik lächelnd, "er will sich nicht beschweren, aber er hat eingesehen, dass wir Hilfe brauchen. Also ist er sehr dankbar für die Spenden und die Unterstützung."