"Wird kommen": Tom Cruise hält KI für unausweichlich

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Tom Cruise
Tom Cruise hält den Einsatz von KI in der Filmbranche für unausweichlich, glaubt aber daran, dass das Publikum weiterhin echte Menschen sehen will.
Jeff Spicer/Getty Images for Warner Bros.
Digger Tom Cruise
In "Digger" spielt Tom Cruise einen Öl-Milliardär, der die Welt retten will.
Warner Bros.

KI erobert Hollywood - doch Tom Cruise bleibt gelassen. Bei einer Gesprächsrunde erklärt der Superstar, warum das Kino trotzdem eine Zukunft hat.

Die Frage, welche Gefahren vom Einsatz Künstlicher Intelligenz ausgehen, beschäftigt inzwischen die gesamte Breite der Gesellschaft. In der Filmindustrie, in der sich die Auswirkungen der neuen Technologie bereits zeigen, schwelt die Diskussion über den Einsatz von KI hingegen schon länger. Trotz der Bedrohung für die Branche gibt sich Tom Cruise gelassen, wie "Variety" berichtet: Das Publikum wolle auf der Leinwand weiterhin "echte Dinge sehen".

Bei einer Veranstaltung in London sprach der Schauspieler offen über die technologische Zukunft seines Fachs. Moderatorin Edith Bowman erinnerte daran, dass gerade die "Mission: Impossible"-Reihe mit Cruise in der Hauptrolle stets Vorreiter neuer Technologien war - zuletzt sogar mit einer KI als Antagonist in "The Final Reckoning" (2025). Auf die Frage, wie sich die Entwicklung auf die Branche auswirken werde, antwortete Cruise: "Wissen Sie, es kommt auf uns zu und es wird passieren. Aber die Leute wollen echte Dinge sehen." Schließlich gebe es "nichts Vergleichbares zum Menschen".

"Ich glaube immer an die Menschlichkeit"

Streaming lehnt er dabei nicht ab: "Ich habe nichts gegen Streaming oder Ähnliches", betonte er, ein Kinobesuch sei aber "eine andere Kunstform". Als Beleg führte Cruise die Rekord-Kinokassen dieses Sommers an: Zwischen dem 1. Mai und Labor Day spielten Filme weltweit 4,76 Milliarden Dollar ein - ein historischer Höchstwert. "Die Menschen wollen dieses Erlebnis. Sie gehen ins Kino", so Cruise. "Ich glaube immer an die Menschlichkeit."

Cruise bewirbt derzeit seinen neuen Film "Digger", der am 1. Oktober in die Kinos kommt. Unter der Regie von "The Revenant"-Regisseur Alejandro G. Iñárritu spielt er einen exzentrischen, älteren Ölmilliardär, der beweisen will, dass er die Menschheit retten kann - und ist dabei mit Fettkostüm und Prothesen kaum wiederzuerkennen. Das Anlegen des Kostüms dauerte anfangs sechs Stunden. Nicht nur von seiner Verwandlung zeigte er sich dabei begeistert: "Ich habe noch nie ein Drehbuch wie dieses gelesen", sagte Cruise. "Es ist der originellste Film und einer der bewegendsten Filme, die ich je gesehen habe."

Hollywood bleibt gespalten

Die KI-Debatte spaltet die Branche weiterhin: Während "Backrooms"-Regisseur Kane Parsons und Oscar-Preisträger Guillermo del Toro den Technologieeinsatz kritisieren, setzen Martin Scorsese, Neill Blomkamp, Brad Pitt und Jodie Foster KI in kommenden Projekten ein - und ernten dafür teils scharfe Kritik. Erst kürzlich hatte "Star Wars"-Schöpfer George Lucas erklärt, man könne nichts gegen den Vormarsch der KI tun, woraufhin Sean Astin, Präsident der Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA, ihn zu mehr Zurückhaltung in öffentlichen Aussagen aufrief.

Quelle: teleschau – der mediendienst