"Das Superweib"-Autorin: Was macht eigentlich Hera Lind?

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Hera Lind
Bestseller-Autorin und TV-Persönlichkeit: Hera Lind feiert am 2. November ihren 65. Geburtstag.
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"Das Superweib"
Der größte Erfolg von Hera Lind: Ihr Roman "Das Superweib" wurde 1996 von Sönke Wortmann mit Veronica Ferres (Bild) in der Hauptrolle verfilmt.
Constantin Film
Hera Lind
Hera Lind (links) übernahm 1997 die Moderation von "Herzblatt".
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"Alles Glück dieser Erde"
Ein einmaliger Ausflug ins Schauspielfach: Im ARD-Film "Alles Glück dieser Erde" übernahm Hera Lind eine Gastrolle.
ARD Degeto/ Lisa Film / Martin Rauchenwald
Hera Lind
Kann heute wieder strahlen: In den 2000ern verlor Hera Lind ihr gesamtes Vermögen durch den verlustreichen Kauf von Immobilien.
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Hera Lind und Engelbert Lainer.
Seit über 20 Jahren glücklich verheiratet: Hera Lind und ihr Ehemann, Hotelmanager Engelbert Lainer.
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Unterhaltungsromane wie "Ein Mann für jede Tonart" und "Das Superweib" machten Hera Lind in den 90er-Jahren zur Bestsellerautorin und TV-Persönlichkeit. Doch was macht die Schriftstellerin heute?

Vor genau 30 Jahren, am 7. März 1996, kam Sönke Wortmanns Romanverfilmung "Das Superweib" mit Veronica Ferres in der Hauptrolle in die deutschen Kinos. Mit der Vorlage zum Film, die von einer Frau handelt, die einen erfolgreichen Roman über ihre unglückliche Ehe schreibt, hatte Hera Lind bereits zwei Jahre zuvor einen großen Erfolg gefeiert. Mit ihrem damaligen Image, den heiter-vergnüglichen Liebesromanen, mit denen sie die Bestsellerlisten stürmte, kann sie heute nichts mehr anfangen: Sie könne sich "weder auf diesen Lorbeeren ausruhen noch entspricht ein solches Genre meinem heutigen Verständnis von zeitgemäßer Frauenliteratur", sagte sie 2019 in einem Interview mit "Weltbild". Lind, die in den 90er-Jahren nicht nur als Bestsellerautorin, sondern auch als TV-Moderatorin und Sängerin auftrat, schreibt seit einigen Jahren lieber sogenannte "Tatsachenromane".

Dabei war die Karriere als Schriftstellerin ohnehin höchstens ihre dritte Berufswahl für die in Bielefeld geborene Herlind Wartenberg: Sie wollte eigentlich Lehrerin werden, studierte Theologie und Germanistik und schloss das erste Staatsexamen mit der Note eins ab. Zeitgleich begann sie ein Studium an der Musikhochschule Köln, machte sich als Solosängerin einen Namen und arbeitete als festes Mitglied im WDR-Rundfunkchor. 1987 konnte sie, hochschwanger mit ihrem ersten Kind, nicht auf eine Konzerttournee nach Japan gehen, wie sie "RP Online" erzählte: "Da habe ich aus lauter Langeweile angefangen zu schreiben. Gleich der erste Roman 'Ein Mann für jede Tonart' der im Sänger-Milieu spielt, wurde ein Millionen-Bestseller. Glück gehabt!"

Hera Lind: Vermögen verloren, Ehemann gewonnen

Ihr literarisches Debüt wurde 1993 mit Katja Riemann in der Hauptrolle verfilmt, auch ihre folgenden Romane ("Frau zu sein bedarf es wenig", "Das Superweib", "Die Zauberfrau") fanden ihren Weg auf die Kinoleinwand oder den TV-Bildschirm. Dorthin zog es die Autorin dank ihrer großen Popularität dann auch selbst: Sie war zwei Jahre lang Gastgeberin ihrer eigenen Talkshow "Hera Lind und Leute" im ZDF und wechselte dann zur ARD, wo sie eine Staffel lang die Moderation der Kuppelshow "Herzblatt" übernahm.

Weitere Fernsehengagements blieben danach aus, Schlagzeilen machte sie stattdessen mit ihrem Privatleben: Im Jahr 2000 trennte sie sich von ihrem Lebensgefährten, mit dem sie vier Kinder hat, nachdem sie zuvor ihren heutigen Ehemann, den Hotelmanager Engelbert Lainer, auf einem Kreuzfahrtschiff kennengelernt hatte. Er war es auch, der ihr in der größten Krise ihres Lebens beistand, wie sie der "Bunte" erzählte: Lind hatte ihr komplettes Vermögen Anfang der 2000-er durch den verlustreichen Kauf von Immobilien in Ostdeutschland verloren. "Mein Selbstwertgefühl ist auf die Größe einer Erbse geschrumpft", sagte sie damals. "Zum Glück steht Engelbert zu mir. Er sagt mir ständig: 'Wir schaffen das'". 15 Jahre lang habe sie "Millionenschulden" abbezahlt: "Erst an meinem 60. Geburtstag hatte ich unterm Strich wieder eine Null stehen."

Hera Lind: Immer noch erfolgreich mit Tatsachenromanen

Diese Erfahrung machte sie, so Lind, "empfindsam für andere Lebensgeschichten". Seit Jahren verarbeitet sie in ihren "Tatsachenromanen" wahre Begebenheiten, Stoffe, die ihr ihre Leserinnen und Leser zuschicken. Zuletzt veröffentlichte sie mit "Die stille Heldin" (2025) eine Geschichte, in der die Protagonistin durch Unfälle, den Zweiten Weltkrieg und ein grausames Kriegsverbrechen fünf ihrer zwölf Kinder verliert.

Als Ausgleich zur Beschäftigung mit solchen Schicksalen hat Lind ein besonderes Ritual entwickelt, wie sie im April 2022 im Gespräch mit der BR-"Abendschau" erzählte: Ihr Mann läute eine Schiffsglocke, dann wisse sie, dass sie "rauskommen müsse aus der oft schweren Handlung" und dann spiele sie mit ihm Tischtennis, an einem großen Tisch, an dem sie sonst Schreibseminare abhält. Tägliche Bewegung empfindet Lind ohnehin als "Belohnung": Früher sei sie ein "dickes, unsportliches Kind" gewesen, das Sport als Strafe empfunden hätte, verriet sie dem "Spiegel" anlässlich der Veröffentlichung ihres Fitnessratgebers "Und täglich grüßt der Schweinehund" 2012.

Und auch wenn die heute 68-Jährige noch lange nicht ans Aufhören denkt, hat sie doch bereits Vorkehrungen für ihr Ableben getroffen. Sie habe ihr Testament bereits gemacht und sogar schon für sich ihren Ehemann in ihrem Wohnort Salzburg einen Grabplatz gekauft, wie sie "Bunte" sagte: "Ich habe Engelbert ein Grab geschenkt. Er fand das verrückt. Aber ich sagte ihm, dass ich auch im Tod an seiner Seite sein möchte."

Quelle: teleschau – der mediendienst