Trauriger Schicksalsschlag: "Wir sind Helden"‑Star kann nicht mehr singen

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Warum "Wir sind Helden"‑Star Judith Holofernes nicht mehr singen kann
Judith Holofernes war zu Gast bei "Volle Kanne" im ZDF.
Judith Holofernes war zu Gast bei "Volle Kanne" im ZDF.
ZDF
Anfang des Jahrtausends feierten Wir sind Helden große Erfolge.
Anfang des Jahrtausends feierten Wir sind Helden große Erfolge.
2005 Getty Images/MJ Kim

Ihre Stimme wird im deutschsprachigen Pop vermisst: Im ZDF erklärte Judith Holofernes jetzt die gesundheitlichen Hintergründe. So verdient sie heute ihr Geld.

Mit dem Slogan "Guten Tag, guten Tag, ich will mein Leben zurück" wurde die Band "Wir sind Helden" Anfang der 2000er Jahre bekannt. Die Hamburger Popgruppe eroberte mit Songs wie "Nur ein Wort" und "Denkmal" die Charts, räumte Newcomer‑Preise ab und war regelmäßig in TV‑Shows wie der "Harald Schmidt Show" zu sehen.

2012 zog sich die Gruppe jedoch weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Ohne offizielle Trennung, aber auch ohne neue gemeinsame Projekte. "Wir haben uns eigentlich weggeschlichen", erinnerte sich Sängerin Judith Holofernes nun in der ZDF‑Sendung "Volle Kanne". Ein echtes Comeback sei seitdem nie ein Thema gewesen: "Wir haben uns nie offiziell aufgelöst, weil wir es zu harsch fanden, aber wir haben einfach nie wieder was gemacht." Für sie persönlich sei es ohnehin ausgeschlossen, erklärte die 49‑Jährige weiter: "Ich kann seit acht Jahren nicht mehr singen", sagte sie im Gespräch mit Moderatorin Nadine Krüger.

"Das war sehr traurig": Judith Holofernes musste letzte Tour abbrechen

Im Video‑Podcast "ohhhmhhh" mit Stefanie Luxat berichtet sie, dass die letzten Wochen vor dem Ende von Wir sind Helden für sie bereits stark belastend gewesen seien. In dieser Phase "ist alles in sich zusammengestürzt" – ein Zustand, in dem ihr Körper bereits deutliche Grenzen gesetzt hat. Der Hintergrund: 2017 wurde Judith Holofernes schwer krank. Auch wenn die Ursachen nicht letztlich geklärt wurden, vermutet sie eine Meningitis, also eine Hirnhautentzündung hinter ihren Beschwerden. Im selben Jahr entwickelte die Musikerin eine Stimmstörung, die wahrscheinlich neurologischen Ursprungs war und bis heute anhält.

"Ich musste meine Solo-Karriere, die ich auch sehr geliebt habe, sozusagen abbrechen", erinnerte sich die gebürtige Berlinerin am Donnerstag im ZDF. Ihre letzte Tour konnte sie nicht mehr wie geplant spielen: "Das war sehr traurig." Inzwischen habe sie zu ihrem Handicap aber eine "halbwegs" entspannte Haltung gefunden, sie probiere vieles, aber versuche dabei, "nicht zu krampfen".

Solange sie beim Frühstück zum Radio mitsingen könne, sei "das Wichtigste abgedeckt", sagte Holofernes. "Aber ich kann nicht mehr mit meiner Stimme arbeiten." Wie früher werde es nicht mehr werden: "Ich werde so bald nicht bei Rock am Ring auf der Bühne stehen.

Ihre Mäzene "kriegen unterschiedliche Bespaßungen"

Beschäftigungslos ist die zweifache Mutter und praktizierende Buddhistin aber nicht: "Gott sei Dank kann ich schreiben und habe damit auch so viel Spaß", bekräftigte sie bei "Volle Kanne". Ihre kreative Arbeit ist aktuell vor allem durch Crowdfunding finanziert. "Ich habe einen Haufen von Mäzenen, die mir von drei Euro bis x Euro Geld geben im Monat und dafür unterschiedliche Bespaßungen kriegen", beschreibt sie das Prinzip. Unter anderem produziert sie Podcasts, schreibt Essays, gestaltet Postkarten und Artworks.

Auf ihrem Instagramprofil "jholofernes" gibt sie Einblicke in ihren neuen Alltag und stellt sich selbst vor: "Meine Hobbys? Sind Lesen, Lesen und Lesen!" berichtet sie in einem Reel vom 10. März. Diese Leidenschaft für Bücher spiegelt sich auch in ihrer heutigen Arbeit wider. Als Bestseller-Autorin setzt sie sich intensiv mit persönlichen Themen auseinander: Zuletzt erschien ihr autobiografisches Buch "Hummelhirn", in dem sie über ihre Familie und ihre Kindheit mit ADHS in den 1970er-Jahren schreibt, eine Diagnose, die sie selbst erst mit Mitte 40 erhielt.

Quelle: teleschau – der mediendienst