Eine freizügige Sex-Podcasterin und ein charmanter Rabbiner verlieben sich. Ihre Geschichte ist ein gelungener Gegenentwurf zu klischeehaften Rom-Coms. So geht die Erfolgsserie weiter.
Die Liebeskomödie «Nobody Wants This» auf Netflix ist ein globaler Streaming-Hit. Mit Kristen Bell und Adam Brody in den Hauptrollen liefert die Serie eine Mischung aus scharfzüngigem Humor und romantischer Chemie. Nun startet mit Staffel drei die Fortsetzung - wie geht es zwischen der freizügigen Podcasterin, dem unkonventionellen Rabbiner und ihrer Liebesgeschichte weiter? Ein Überblick:
Worum geht es in «Nobody Wants This» überhaupt?
Im Mittelpunkt steht die sehr direkte, agnostische Joanne, die gemeinsam mit ihrer Schwester Morgan einen erfolgreichen Podcast über Sex, Dating und Beziehungsfettnäpfchen betreibt. Bei einem Essen lernt Joanne den charismatischen Noah kennen. Noah ist ein Rabbiner, der kurz vor einem Karrieresprung in seiner Synagoge steht.
Zwei völlig unterschiedliche Lebenswelten prallen hier also aufeinander. Neben kulturellen Hürden und gegenseitigen Vorurteilen bringen sich auch die Familien und Geschwister reichlich chaotisch in die aufkeimende Beziehung ein.
Warum spricht «Nobody Wants This» viele Menschen an?
Die Serie gilt als ein wohltuender Gegenentwurf zu genretypischen Rom-Coms voller Klischees: Sie ist kein klassisches Teenager-Drama oder eine chaotische Twentysomething-Romanze. Anstatt auf abgehobene Dramaturgie setzt die Serie auf Alltagskonflikte, Bindungsängste und kulturelle Missverständnisse, in denen sich viele Zuschauerinnen und Zuschauer wiederfinden können.
Sie stellt mit witzigen und liebevollen Dialogen den modernen Beziehungs-Realismus von etablierten Erwachsenen in ihren 30ern und älter dar, die Lebenserfahrung und vergangene Enttäuschungen mit in ein Verhältnis bringen: Da wird eine große Liebe gezeigt - ohne die rosarote Brille. Da sind Konflikte und Zweifel - ohne den einen großen dramatischen Zwischenfall und dessen Auflösung, auf den eine Show sonst gerne hin konstruiert wird. Es wird stattdessen aufgearbeitet, dass das Verlieben zwar leicht ist, aber das Glück in aller Regel für keinen vorbehaltlos kommt.
Gelobt wird zudem die ungewöhnlich reife Kommunikation der beiden Hauptfiguren. Im Gegensatz zu klassischen romantischen Komödien, in denen Missverständnisse oder fehlende Aussprachen oft künstlich für Drama sorgen, sprechen Joanne und Noah Konflikte, Ängste und Unsicherheiten meist offen und auf Augenhöhe an. Besonders die Figur des Noah wurde als Paradebeispiel für ein gesundes, emotional verfügbares Männerbild gefeiert: Er verstellt sich nicht, er verheimlicht seine Gefühle nicht. Er entschuldigt sich aufrichtig für Fehler.
Und sicher trägt zum Erfolg der Serie die Bildschirm-Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern bei: Den Millennial-Stars Kristen Bell («Veronica Mars») und Adam Brody («O.C., California»).