Geboren wurde Cher als Cherilyn Sarkasian La Pier in ärmlichen Verhältnissen im kalifornischen El Centro als Tochter einer Cherokee-Indianerin und eines armenischen Truckers. In der Schule kam Cher nicht mit. «Meine Mutter war mein größter Fan. Sie sagte, das sei egal, Schule sei nicht wichtig. Und ich sagte: "Ja Mama, aber ich kann die Zahlen noch nicht mal sehen, sie sehen für mich aus wie kritzelige kleine Dinger." Sie sagte: "Wenn du groß bist, wirst du jemanden haben, der sich für dich um Zahlen kümmert."»
«I Got You, Babe» klang anfangs «schrecklich»
1964 lernte Cher den italo-amerikanischen Sänger Salvatore «Sonny» Bono kennen, die beiden heirateten noch im selben Jahr. Unter dem Namen Sonny & Cher gelang ihnen kurz danach mit «I Got You, Babe» ein Welthit. Sonny sei mitten in der Nacht zu ihr gekommen und habe ihr den Song vorgesungen, erinnert sich Cher. «Es klang schrecklich. Als ich ihn dann gesungen habe, klang es nicht viel besser. Aber Sonny war das egal. Er wusste, was er da hatte.»
Danach folgten weitere Erfolge wie «The Beat Goes On» und «Bang Bang (My Baby Shot Me Down)». Die beiden wurden zu Ikonen der Flower-Power-Bewegung, lebten selbst allerdings eher konventionell - vor allem, nachdem Tochter Chastity geboren wurde. «Wir sind so spießig, dass es einen krank macht», sagte Cher damals.
Privat viele Aufs und Abs
Einige Jahre später trennte sich das Paar im Streit. «Als ich Sonny verlassen habe, wollte ich Sonny & Cher aufbrechen. Ich war nicht die beiden und ich wollte ich sein. Das war so ein Schwachsinn. Ich hatte nie irgendwas erreicht.» Bono kam 1998 bei einem Ski-Unfall ums Leben. Tochter Chastity lebt inzwischen als Mann und nennt sich Chaz.
Cher, die sich nach der Trennung von Bono eine Solo-Karriere erarbeitete, heiratete noch einmal und bekam einen Sohn. Aber auch die zweite Ehe scheiterte - wie auch zahlreiche weitere Beziehungen. Chers jüngerer Sohn Elijah Blue Allman kämpft derzeit mit Drogenproblemen. Die Bitte der Musikerin um die Einrichtung einer Vormundschaft wurde bereits mehrfach gerichtlich abgelehnt.
Cher hat «richtig gute Zeit» mit neuem Freund
Cher selbst ist inzwischen seit einiger Zeit mit dem rund 40 Jahre jüngeren Musikproduzenten Alexander Edwards zusammen. «Wir haben eine richtig gute Zeit zusammen. Er sagt, du wirst älter, aber dein Geist ist jünger.»
Trotz allem Hadern mit dem Alter: Für die Zeit nach ihrem Tod hat die Musikerin bereits vorgesorgt. Sie besitzt seit Jahren eine Grab-Parzelle auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise - direkt neben zwei anderen Legenden: Musiker Jim Morrison und Schriftsteller Oscar Wilde.
Bis sie die Parzelle in Anspruch nimmt, soll es aber noch eine ganze Weile dauern, denn sie wolle noch lange das tun, was ihr am meisten Freude bereite: «Menschen glücklich zu machen. Es hört sich kitschig an, aber ich meine das so. Ich liebe es, die Zuschauer an einen anderen Ort zu versetzen.»
Eigentlich sei sie schüchtern, sagt Cher. «Aber sobald ich auf einer Bühne bin und die Zuschauer sehe, weiß ich, dass ich sie zusammenbringen kann. Egal, wie viele Tausende Menschen, ich kann sie alle zu Freunden machen.»