Film zeigt alle Emotionen
Wirkte der ein oder andere Dialog im «perfekten Geheimnis» noch etwas gekünstelt und vorgetragen, so sprüht «Der perfekte Urlaub» nur so von Gesprächen, die es so - oder so ähnlich - sicher schon gegeben haben mag in der ein oder anderen zwischenmenschlichen Beziehung. Es geht um Schmerz und Vergebung, Wut, Trauer, Freude, Freunde, Liebe.
Rocco, der aus einem ganz bestimmten Grund nach Mallorca gereist ist, und seine Frau Eva sehen ihre Familie - und ihre Beziehung - aus einer ganz neuen Perspektive. Der frisch geoutete Pepe ist immer noch auf der Suche nach sich selbst und kann mit den Flirttipps seiner Hetero-Freunde, die vor allem CSD-Klischees im Kopf haben, nicht viel anfangen. Und Carlotta wird den Verdacht nicht los, dass Leo seine Sexting-Bekanntschaft doch noch nicht abgeschossen hat.
Und wie war das noch im ersten Film? Kam da nicht raus, dass Eva und Simon, der beste Freund ihres Mannes, eine Affäre haben? Es gibt viel zu besprechen in diesem zweiten Teil.
Neuzugang Diana Amft
Ein Wermutstropfen: Weil Simons schwangere Ex-Partnerin Bianca ihn verlassen hat, nachdem sie in Teil eins herausgefunden hatte, dass ihr Verlobter auch noch andere Frauen geschwängert hat, ist Jella Haase leider nur in einer vergleichsweise kleinen Rolle zu sehen.
Ihre Aufgabe, der disfunktionalen Gruppe als Bianca aus einer Art Beobachterposition den Spiegel vorzuhalten, kommt darum Diana Amft («Doctor's Diary«) als Carlottas allerbeste Kindergartenfreundin Katja «Maus» zu. Nur schade, dass Dagtekin hier auf das etwas abgegriffene Klischee der lustigen, mannstollen besten Freundin zurückgreift, wie es in Komödien immer wieder vorkommt.
Ein wenig kurios, weil dramaturgisch komplett unmotiviert, ist auch ein musikalischer Cameo-Auftritt der «No Angels». Insgesamt tut das dem unterhaltsamen Kinoerlebnis aber keinen Abbruch.
Manche Geschichten nach einem Film noch nicht zu Ende
Der Plan sei es gewesen, «ihre Geschichte auf eine neue Art weiterzuerzählen», sagte Produzentin Lena Schömann nach der Premiere, denn: «Manche Geschichten sind nach einem Film noch nicht zu Ende erzählt.» Auch wenn die Erstaufführung überraschend verhaltenen Applaus beim Publikum auslöste: Der Film scheint durchaus das Potenzial zu haben, an den Erfolg seines Vorgängers, der mehr als fünf Millionen Zuschauer in die Kinos holte, anzuknüpfen.
Eines hat sich aus Sicht von Regisseur Dagtekin jedenfalls nicht geändert: Auch der zweite Teil sei vor allem ein «Film über Freundschaft» und das mit «einem der wohl großartigsten Ensembles».