Mit drei Jahren stand Liza Minnelli das erste Mal vor der Kamera. Später fand sie unter anderem mit dem Film «Cabaret» Weltruhm. Jetzt wird die Grande Dame 80 Jahre alt - und feiert sich mit Memoiren.
Eigentlich wollte Liza Minnelli nie eine Autobiografie schreiben. «Wenn ich gestorben bin, kannst du alles erzählen», sagte die US-Diva immer wieder zu ihrem Freund, dem Pianisten Michael Feinstein. Aber dann taten sich die beiden doch zusammen und schrieben alles auf, so dass sich Minnelli jetzt pünktlich zu ihrem 80. Geburtstag am Donnerstag (12. März) mit ihrer quasi zeitgleich erscheinenden Autobiografie feiern kann: «Kids, Wait Till You Hear This!» (auf Deutsch etwa: «Kinder, wartet bis ihr das hört!»)
Zurückhaltend war Minnelli noch nie – und so ist auch ihre knapp 500 Seiten lange Autobiografie voll mit Geschichten aus ihrer jahrzehntelangen Achterbahn-Karriere als Schauspielerin, Sängerin und Broadway-Star im Showbusiness und hat schon vor dem offiziellen Erscheinen für Schlagzeilen gesorgt. Minnelli teilt gerne aus – und diesmal hat es Musik-Kollegin Lady Gaga abbekommen.
Vorfall bei den Oscars: Minnelli ist sauer auf Lady Gaga
Bei den Oscars 2022 sei sie gezwungen worden, im Rollstuhl auf die Bühne zu kommen und habe nicht, wie von ihr angesichts ihrer Rückenschmerzen gewünscht, auf einem Regiestuhl sitzen dürfen, schreibt Minnelli. «Die Person, mit der ich den Preis präsentieren sollte – Lady Gaga! – bestand ebenfalls darauf, dass sie nur mit mir auf die Bühne gehen würde, wenn ich im Rollstuhl säße.»
Anschließend habe Lady Gaga sie vor und hinter der Bühne herablassend und demütigend behandelt und sich selbst als eine Art Retterin aufgespielt – «als wäre ich eine komplette Idiotin». Minnelli wirft Gaga vor, das alles geplant und inszeniert zu haben und ist immer noch sauer. «Dank ihr liegt ein Schatten auf meiner aktuellen Karriere, den ich bisher noch nicht ganz habe abstreifen können.»
Kindheit im Showbusiness
Dabei ist Minnelli doch längst ein unumstrittener «EGOT» - einer der wenigen Menschen, die der alle vier wichtigsten Preise der US-Entertainmentbranche gewonnen haben: Emmy, Grammy, Oscar und Tony. Berühmt war sie schon vor ihrer Geburt, als Fans und Boulevardmedien sehnsüchtig das Kind von Schauspiel-Star Judy Garland («Der Zauberer von Oz») und Regisseur Vincente Minnelli («Vater der Braut») erwarteten.
«An dem Tag, als meine Eltern mich aus dem Krankenhaus nach Hause brachten, war Hollywood noch eine nette Gegend», schreibt Minnelli in ihrer Autobiografie. «Eher eine nachbarschaftlich verbundene Gemeinschaft als das Zentrum eines globalen Medienzirkus.» Mit drei Jahren stand Minnelli das erste Mal vor der Kamera. «Von meiner Mutter habe ich den Elan, von meinem Vater die Träume, und einen guten Sinn für Humor habe ich von beiden», sagte Minnelli einmal in einem Interview.
Sie wird Broadway-Star, Tänzerin und Nachtclubsängerin, bis sie Anfang der 70er Jahre den endgültigen Durchbruch schafft. Die Musicalverfilmung «Cabaret» wird zum Welterfolg. Mit ihrer Rolle als Nachtclubsängerin Sally Bowles im Berlin des Jahres 1931 erschafft Minnelli eine Ikone und wird mit dem Oscar ausgezeichnet. Als ihr Name vorgelesen wurde, habe ihr Vater laut aufgeschrien, erinnert sich Minnelli. «Ich habe Tinnitus, weil mein Vater bei den Oscars so geschrien hat, ehrlich.»