Mit seinem offenbar rechtswidrigen Verhalten schadet er der Glaubwürdigkeit des deutschen Fußballs. Hoeneß hat stets polarisiert, doch hinter verschlossenen Türen haben die Manager vieler Bundesliga-Klubs zu einer der dominantesten Figuren im Fußballgeschäft aufgeschaut. Zu Recht: Der FC Bayern wäre ohne Uli Hoeneß nicht der europäische Vorzeigeverein, der er heute ist. Doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit klaffen offenbar schwere Lücken: Der stets für Sauberkeit und Gerechtigkeit eintretende Gutmensch mit sozial-karitativer Ader wird nun Opfer seiner eigenen Gier. Was soll man von einem Menschen halten, der den mächtigen Fifa-Präsidenten Joseph Blatter als korrupt bezeichnet, aber gleichzeitig in die eigene Tasche wirtschaftet? Hoeneß wird mit Wut und Häme leben müssen. Was alleine zählt, ist die Behandlung des Falls Hoeneß nach Recht und Gesetz - ohne Rücksicht auf dessen Promi-Status und Verdienste.