Dagegen kämpften Einsatzkräfte des Militärs in der Nacht zum Freitag in einem Naturpark in der Provinz Zamora nahe der Grenze zu Portugal weiter gegen Flammen an, wie es in einem Post der Militärischen Kriseneinheit UME am Vormittag hieß. Wegen erheblicher Risiken für die Anwohner waren dort Medienberichten zufolge am Donnerstag zwölf Ortschaften sowie ein Campingplatz geräumt worden. Das Innenministerium in Madrid warnte seinerseits in einem Post, dass in großen Teilen Spaniens weiterhin eine extrem hohe Waldbrandgefahr herrsche und jedes Verhalten, das ein Feuer provozieren könnte, vermieden werden müsse.
Zwei große Waldbrände halten die Einsatzkräfte in Griechenland weiter in Atem. Besonders kritisch ist die Lage rund 60 Kilometer nordwestlich von Athen. Dort breiten sich die Flammen nach Behördenangaben auf einer kilometerlangen Front aus. Örtlichen Medien zufolge mussten im Gebiet Agios Wasileios Hunderte Menschen mit Booten in Sicherheit gebracht werden, nachdem sie von den Flammen eingeschlossen worden waren. Ein weiterer größerer Brand wütet auf der Halbinsel Peloponnes nahe Porto Heli. Auch dort wurden zahlreiche Dörfer vorsorglich evakuiert, berichtete der griechische Rundfunk ERT.
Starke Winde erschweren nach Angaben der Feuerwehr die Löscharbeiten aus der Luft. Löschflugzeuge und Hubschrauber können nur eingeschränkt eingesetzt werden.
Auf Kreta setzte die Feuerwehr unterdessen ihre Einsätze fort. Die Lage habe sich deutlich entspannt, berichteten örtliche Medien. Eine Entwarnung könne jedoch weiterhin nicht gegeben werden, da auffrischender Wind die Brände jederzeit wieder anfachen könnte, warnte der Zivilschutz.
Für weite Teile Griechenlands gilt nach Behördenangaben auch am Samstag die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Die Einsatzkräfte bleiben deshalb in erhöhter Alarmbereitschaft.
Nach drei Tagen im Dauereinsatz konnte die türkische Feuerwehr den Großteil der Waldbrände unter Kontrolle bringen, die im Westen und Süden des Landes lodern. Wie das Gouverneursamt von Balikesir mitteilte, wurden zwei Personen in Untersuchungshaft genommen wegen des Verdachts, durch Schweißarbeiten den Brand ausgelöst zu haben. Die Feuerwehrleute seien weiterhin im Einsatz, um den andauernden Brand in der Provinz Aydin an der Ägäis zu bekämpfen.
Laut einer Zwischenbilanz von Umweltminister Murat Kurum kamen in Antalya, Mugla und Balikesir insgesamt 65 Gebäude zu Schaden. Wie die private Nachrichtenagentur DHA meldete, sind in Mugla rund 5.000 Hektar Wald- und Agrarfläche abgebrannt - eine Fläche halb so groß wie Paris. Um weitere Brände zu verhindern, verbieten türkische Gouverneursämter im Sommer meist, bestimmte Wälder zu betreten. Ein entsprechendes Verbot wurde bereits für die Hauptstadtregion Ankara erlassen.