Um Einsatzkräfte und Bevölkerung vor den giftigen Rauchschwaden zu schützen, wurden nach Angaben von Premierminister Sébastien Lecornu 1,5 Millionen FFP2-Masken in die Gironde gebracht.
Tour de France verkürzt
Auch der Verkehr war beeinträchtigt: Die Autobahn A63 zwischen Bordeaux und Spanien wurde auf rund 60 Kilometern gesperrt, der Bahnverkehr südlich von Bordeaux blieb bis auf weiteres unterbrochen.
Auch die letzte Etappe der Tour de France war von der angespannten Lage betroffen. Wegen der außergewöhnlichen Mobilisierung von Sicherheitskräften wurde die Strecke zwischen Mantes-la-Ville und Paris am Sonntag von 133 auf 89 Kilometer verkürzt. Ein Teil der Einsatzkräfte sollte in die von den Bränden betroffenen Gebiete, insbesondere in die Gironde, verlegt werden.
Mehrere Brände halten auch in Spanien in Atem
Auch in Spanien wüteten zahlreiche Waldbrände weiter. Besonders verheerend waren die Feuer in der Umgebung von Madrid sowie in den benachbarten Provinzen Ávila und Toledo, wo die Flammen insgesamt bereits rund 77.000 Hektar Wald- und Buschland erfassten und mehrere Ortschaften bedrohten.
Große Sorgen bereitete auch ein Brand in der Provinz Castellón im Osten des Landes. Insgesamt waren in Spanien nach Angaben des Innenministeriums rund 120.000 Menschen von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen.
In den vergangenen Stunden gab es jedoch ermutigende Nachrichten. Vor allem in Madrid sowie in den angrenzenden Provinzen konnten die Einsatzkräfte in der Nacht dank niedrigerer Temperaturen, höherer Luftfeuchtigkeit und schwächerer Winde bedeutende Fortschritte erzielen.
Spanische Royals besuchen Notunterkunft bei Madrid
Nach Angaben der Militärischen Nothilfeeinheit (UME) sind dort inzwischen alle Hauptfronten eingedämmt, auch wenn mehrere Brandherde aktiv bleiben. «Die kommenden Stunden bleiben sehr schwierig», sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez bei einem Besuch des zentralen Einsatzkommandos in Ávila. «Aber die Nacht ist sehr positiv verlaufen.»
König Felipe VI. und Königin Letizia besuchten am Sonntag eine Notunterkunft für Evakuierte in Villamanta westlich von Madrid. Der König sprach den Betroffenen seine Unterstützung aus und verwies zugleich auf «positive Anzeichen» bei der Entwicklung der Brände. Zugleich dankte er den Tausenden Einsatzkräften und betonte: «Die Koordination ist beispielhaft. Gemeinsam kann man jeder Gefahr begegnen.»
Feuergefahr auch in Italien
Die Feuerwehr in Italien kämpft ebenfalls gegen zahlreiche Brände. Allerdings haben die Feuer längst nicht das Ausmaß wie in Frankreich und Spanien. Betroffen sind insbesondere Regionen auf dem Festland im Süden sowie Italiens größte Inseln Sizilien und Sardinien. Auf Sardinien musste in der Umgebung der Inselhauptstadt Cagliari ein Altersheim evakuiert werden. Auf Sizilien bereitet Probleme, dass die Feuer durch den Wüstenwind Scirocco angefacht werden, der übers Mittelmeer aus Afrika kommt.