Trade Republic verschärft Preiskampf um Altersvorsorgedepot

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Trade Republic
Der Online-Broker Trade Republic arbeitet rein App-basiert. (Archivbild)
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Fabian Sommer/dpa
Christian Hecker, Mitgründer und CEO von Trade-Republic
Christian Hecker, Mitgründer von Trade Republic, hat ehrgeizige Ziele (Archivbild).
Christian Hecker, Mitgründer und CEO von Trade-Republic
Christian Charisius/dpa

Mit dem Altersvorsorgedepot können Sparer eine staatliche Förderung bekommen, wenn sie fürs Alter in Fonds investieren. Nun mischt Trade Republic mit - und heizt das Rennen mit Kampfkonditionen an.

Der Online-Broker Trade Republic steigt in den Wettlauf um das günstigste Angebot für das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot ein. Mit einem Gratis-Modell verschärft die Firma den Preiskampf unter Banken, die zuletzt reihenweise Angebote mit niedrigen Gebühren für das Altersvorsorgedepot vorgelegt haben. Damit können Sparer ab 2027 üppige Zulagen vom Staat erhalten, wenn sie fürs Alter in Indexfonds (ETFs), Fonds und Anleihen investieren.

Trade Republic verzichtet wie viele Anbieter auf Depot- und Ausführungskosten, verlangt aber obendrein bei mehreren Dutzend ETFs keine laufende Verwaltungsgebühr. Das Modell zum Nulltarif will Trade Republic für verschiedene Modelle des Altersvorsorgedepots anbieten, also für ein fixes Standarddepot und auch für das freie Altersvorsorgedepot, das Anleger selbst gestalten können. Die Fondskosten bei mehr als 50 ETFs entfallen laut den Angaben und werden monatlich reinvestiert. 

«Deutschland gehört mit dem neuen Altersvorsorgedepot weltweit zur Spitze bei der geförderten privaten Altersvorsorge», sagte Mitgründer Christian Hecker. «Entscheidend ist jetzt, dass diese Förderung auch wirklich bei den Menschen ankommt und nicht in hohen Gebühren bei Banken und Versicherungen hängenbleibt.»

Harte Konkurrenz für etablierte Banken

Das Angebot von Trade Republic dürfte in der Finanzbranche genau beäugt werden. Der Berliner Online-Broker zählt mehr als 10 Millionen Kunden in Europa, davon über fünf Millionen in Deutschland, und verwaltet mehr als 150 Milliarden Euro Kundenvermögen. Damit ist Trade Republic zur harten Konkurrenz für etablierte Banken geworden und hat vielen gerade junge Kunden abgeworben. 

Staat fördert Altersvorsorge über die Börse

Beim Altersvorsorgedepot fördert der Staat Einzahlungen mit bis zu 540 Euro Zulage pro Jahr, pro Kind gibt es zusätzlich bis zu 300 Euro. Förderfähig sind Einzahlungen zwischen 120 Euro und 1.800 Euro pro Jahr. Die Kapitalerträge werden in der Ansparphase nicht besteuert. Wer einen Riester-Vertrag hat, kann in das neue Fördersystem wechseln und angespartes Guthaben übertragen. 

Mit dem Angebot kontert Trade Republic auch einen direkten Wettbewerber, den Neobroker Scalable Capital, der jüngst Eckdaten für ein Selbstentscheider-Depot präsentierte. Wer auf bestimmte Finanzprodukte setzt, bekommt das Altersvorsorgedepot zum Nulltarif. Scalable Capital wirbt zudem mit einem «Renten-Bonus» für einige ETFs, dabei werden die Fondsgebühren reinvestiert. Beim Standarddepot belaufen sich die jährlichen Produktkosten dagegen auf bis zu 0,15 Prozent.

Banken unterbieten sich 

In der Finanzbranche ist ein Wettlauf um das Altersvorsorgedepot entbrannt, immer mehr Banken locken mit niedrigen Gebühren. Die Deutsche Bank etwa bietet ein von der Fondstochter DWS entwickeltes Standarddepot an, bei dem die jährlichen Kosten in den ersten zwei Jahren 0,1 Prozent betragen sollen und danach 0,28 Prozent. Die Deutsche Bank plant zudem ein Vorsorgedepot mit Beratung, für das pro Jahr ein Entgelt von 0,99 Prozent erhoben wird. Und die Dekabank, die die Sparkassen mit Produkten versorgt, veranschlagt für ihr Standarddepot 0,1 Prozent Gebühren pro Jahr.

Laut einer Studie der DWPBank planen mehr als 90 Prozent der befragten 88 Institute ein Altersvorsorgedepot - trotz des enormen Preiskampfes. Kundenbindung und die Möglichkeit, mit einmal gewonnen Kunden weitere Geschäfte zu machen, aber wögen schwerer als Wirtschaftlichkeit.