Die Preise im deutschen Lebensmittelhandel geraten immer stärker in Bewegung. Nun erhöhe der Discount Aldi zurzeit die Preise auf breiter Front - und gebe damit die Preisanhebungen der Hersteller infolge der Corona-Krise und des Ukraine-Krieges an die Kunden weiter. Das berichtet das Branchenfachblatt Lebensmittel Zeitung

Insgesamt waren nach Recherchen des Fachblatts in der ersten Teuerungswelle in der vergangenen Woche 160 Produkte von teils deutlichen Preiserhöhungen betroffen. Mittlerweile sind noch einmal 20 bis 30 Produkte hinzugekommen, wie eine Aldi-Pressesprecherin bestätigte. Zieht man sämtliche Varianten und Packungsgrößen in Betracht, sind insgesamt rund 420 Produkte von den Preissteigerungen betroffen. Das entspricht etwa 10 Prozent von Aldis Gesamtsortiment. Eine derartige Preiserhöhungswelle habe es seit Jahren nicht mehr gegeben. Zuletzt hatten der Lebensmittelverband und zahlreiche Supermärkte an die Verbraucher appelliert, es gebe keinen Anlass für Hamsterkäufe.

Aldi hebt Preis an: Was jetzt für die Kunden teurer wird

Die Preissprünge fallen laut Lebensmittel Zeitung je nach Artikel unterschiedlich aus. Mal gehe es um 10 Cent, andere Artikel wiederum würden gleich um einen Euro teurer. Besonders auffällig seien die Preissprünge bei Kaffee. Doch seien auch diverse Drogerieartikel, Backwaren, Waschmittel, salzige Snacks und Tiefkühlprodukte teurer geworden.

Eine Pressesprecherin sagte gegenüber FOCUS Online: „Aldi führt seit jeher regelmäßig Preisanpassungen durch. Das bedeutet, dass wir Verkaufspreise reduzieren, wenn die Einkaufspreise sinken und Verkaufspreise erhöhen, wenn die Einkaufspreise steigen.“ Das Nachrichtenportal Merkur liefert Beispiele für die Aldi-Preissteigerungen auf Basis der Lebensmittelzeitung-Angaben: 

  • Die Kaffee-Sorte "Amaroy Unser Bester" kostet jetzt 4,59 Euro (60 Cent oder 15 Prozent teurer als zuvor)
  • Bio-Kaffee wird gleich einen ganzen Euro teurer.
  • Das günstigste Mineralwasser kostet jetzt 25 Cent (bisher 19 Cent, Preisaufschlag von 31 Prozent). Am stärksten seien die Preissprünge beim Preiserhöhungen gibt es unter anderem auch bei Waschmitteln, Backwaren und Tiefkühlprodukten.

Preiserhöhungen im Discounter: Das sind die Gründe

Aldi bestätigte die Preiserhöhungen grundsätzlich. "Dort, wo sich die Kosten im Einkauf durch die derzeitige Marktsituation verändern, müssen auch wir die Verkaufspreise erhöhen", sagte ein Unternehmenssprecher im Namen von Aldi Nord und Aldi Süd.

Getränke und Lebensmittel: Die Bestseller auf Amazon ansehen

Der Aldi-Sprecher erklärte, die Marktlage sei bereits seit Monaten geprägt von anhaltenden Herausforderungen der internationalen Seefracht, der Omikron-Welle, dem grundsätzlichen internationalen Mangel an Lkw-Fahrern und den gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe. Durch den Ukraine-Krieg habe sich die Situation noch einmal verschärft. Dies führe bei vielen Produkten zu steigenden Einkaufspreisen.

Zum Discounter-Modell gehöre es, dass Aldi die Verkaufspreise reduziere, wenn die Einkaufspreise sinken und die Verkaufspreise erhöhe, wenn die Einkaufspreise steigen. "Wir möchten darauf verweisen, dass sich unsere Margen durch diesen Schritt nicht verändern."

Mit Material von dpa

Mehr zum Thema:

Artikel enthält Affiliate Links

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach nützlichen Produkten für unsere Leser. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Piktogramm beziehungsweise einem Einkaufswagen-Symbol, einem Ticket-Symbol oder Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn du auf einen dieser Links klickst bzw. darüber einkaufst, bekommen wir eine Provision vom Händler oder Dienstleister. Für dich ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.