• Weihnachtsmärkte dürfen in Bayern stattfinden
  • Regierung stellt Rahmenkonzept mit Regeln vor
  • Märkte besonders für Familien wichtig

Es sei ein "wichtiger Schritt in Richtung Normalität", denn sie erfüllten "eine wichtige soziale Funktion." Was sich anhört, als hätten Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) gerade die Rückkehr zum Präsenzunterricht in Schulen beschlossen, hatte einen gänzlich anderen Hintergrund: Am Mittwoch, dem 13. Oktober, gaben die beiden Staatsminister grünes Licht für Weihnachtsmärkte in Bayern. Diese sind nun weitestgehend ohne Corona-Beschränkungen möglich - also ohne 3G-Regeln, ohne Maske, Umzäunung, Kontaktverfolgung oder gar einem Ausschankverbot von Alkohol.

Weihnachtsmärkte in Bayern: Familien und Kinder haben "besonders gelitten"

Bereits Ende September hatte der bayerische Ministerrat grundsätzlich beschlossen, dass Weihnachtsmärkte in diesem Jahr stattfinden können. Verschiedene Veranstalter hatten sich jedoch schon früher darauf festgelegt, dass Weihnachtsmärkte stattfinden sollen. So war schon im August klar, dass Bayerns bekanntester Weihnachtsmarkt, der Nürnberger Christkindlesmarkt, stattfinden soll - wenn auch in etwas anderer Form als in den vergangenen Jahren. Auch Bamberg gab bereits Anfang Oktober einen Plan für den kommenden Weihnachtsmarkt bekannt

Nun hat die bayerische Staatsregierung eine Liste mit konkreten Corona-Regeln vorgestellt, die beim Besuch von Weihnachtsmärkten gelten. Laut Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger handele es sich dabei um ein „maßvolles Schutzkonzept“. Diese Vorschriften müssen Besucher beachten:

Gilt eine Maskenpflicht auf dem Markt?

Generell muss unter freiem Himmel keine Maske getragen werden. Kann der Mindestabstand von 1,5 Metern aber nicht eingehalten werden, rät die Regierung zum Tragen einer medizinischen Maske. Daran müssen sich auch Mitarbeiter des Weihnachtsmarktes halten. Eine Ausnahme gilt, wenn sie einen festen Steh- oder Arbeitsplatz haben, von dem aus sie den Sicherheitsabstand zu den Besuchern einhalten können. Auf eine Maske verzichten kann auch, wer an einer Theke oder Kasse durch eine Trennscheibe geschützt ist sowie Kinder bis zu sechs Jahren oder Besucher, die ein Attest vorweisen. In der Gastronomie dürfen Kunden die Masken am Tisch abnehmen.

Dürfen Speisen und Getränke angeboten werden?

Gastronomiebetreibe dürfen auf Weihnachtsmärkten Essen und Trinken anbieten, sowohl am Platz als auch zum Mitnehmen. Auch der Ausschank von Glühwein und anderen alkoholischen Getränken ist erlaubt.

Gilt die 3G-Regel?

Zu gastronomischen Innenbereichen haben nur Geimpfte, Getestete und Genesene Zutritt, wenn die jeweilige Sieben-Tage-Inzidenz über 35 liegt und somit die 3G-Regel in Kraft tritt. Die Veranstalter können zudem individuell entscheiden, ob sie strengere Regeln vorschreiben wollen, beispielsweise die 2G-Regel oder den Vorweis eines PCR-Tests.

Wer hat keinen Zutritt?

Corona-Infizierte und Menschen, die unter Quarantäne stehen, dürfen die Weihnachtsmärkte nicht besuchen. Das gilt auch für Menschen mit typischen Covid-19-Symptomen wie Geruchs- und Geschmacksverlust, Atemwegserkrankungen oder allgemeinen unspezifischen Krankheitssymptomen.

Was ändert sich sonst noch?

Um Menschenansammlungen zu vermeiden und den Mindestabstand unter Besuchern einhalten zu können, sieht das Konzept unter anderem größere Abstände zwischen den einzelnen Ständen, Abstandsmarkierungen, vergrößerte Verkaufsflächen, Besucherlenkung sowie Hinweisschilder vor.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hob nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung der Veranstaltungen für die Gemeinden und Marktkaufleute hervor, er betonte auch die Bedeutung der Märkte für die Menschen: Für viele Bürgerinnen und Bürger gehöre "der Besuch eines Christkindlmarkts im Advent genauso zu Weihnachten wie der Christbaum am Heiligabend", sagte Aiwanger.  "Gerade Familien und Kinder haben besonders unter Corona gelitten. Für sie ist der Besuch eines Weihnachtsmarkts ein besonderes Erlebnis. Deshalb war es mir so wichtig, dass diese Märkte heuer möglichst unbeschwert möglich sind. Sie sind ein wichtiger Schritt in Richtung Normalität."

Klaus Holetschek betonte hingegen, dass es die Fortschritte bei der Impfkampagne die weitgehenden Freiheiten ermöglicht hätten. Trotzdem warnte er davor, sich "in falscher Sicherheit" zu wiegen: "Corona ist noch immer unter uns. Jeder sollte sich weiter Umsicht und Vorsicht auf die Fahnen schreiben – auch bei Glühwein und gebrannten Mandeln.“