Schluss mit Gmail: Alternative schützt E-Mails viel besser - immer mehr wechseln

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Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Proton Mail für mehr Sicherheit als bei Gmail
Gmail ist ein E-Mail-Anbieter von Google. Der Schweizer E-Mail-Dienst Proton Mail setzt auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die bei Gmail standardmäßig nicht vorgesehen ist. (Symbolfoto)
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Proton Mail für mehr Sicherheit als bei Gmail
Adobe Stock/1210260289/gguy

Gmail ist beliebt, steht aber in der Kritik. Eine Schweizer Alternative verspricht mehr Datenschutz und ein anderes Geschäftsmodell. Lohnt sich der Wechsel?

Gmail gehört für viele zum digitalen Alltag wie der Morgenkaffee. Rund 1,8 Milliarden Menschen weltweit nutzen den E-Mail-Dienst von Google, wie das Analyse-Portal demandsage.com berichtet. In Deutschland nutzen laut einer Erhebung des WEB.DE-Newsrooms aus dem Jahr 2025 rund 13,8 Prozent der Bevölkerung Gmail als Haupt-E-Mail-Adresse.

Doch der Dienst steht bei Datenschützern in der Kritik: Laut den Nutzungsbedingungen von Google können gespeicherte Inhalte und das Verhalten auf der Plattform zu Marketingzwecken genutzt werden, wie das Rechtsportal datenschutz.org berichtet. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist bei Gmail nicht standardmäßig vorgesehen. Für viele Nutzer stellt sich deshalb die Frage: Gibt es eine echte Alternative?

Proton Mail: Schweizer E-Mail-Dienst setzt auf Verschlüsselung statt Werbung

Aus der Schweiz kommt ein E-Mail-Dienst, der sich bewusst als Gegenentwurf zu Gmail positioniert: Proton Mail, entwickelt von der Schweizer Proton AG. Kernstück ist eine eingebaute Ende-zu-Ende-Verschlüsselung - E-Mails werden bereits auf dem Gerät des Absenders verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Selbst Proton hat nach eigenen Angaben keinen Zugriff auf die Inhalte, wie das Unternehmen auf seiner Website erklärt.

Proton Mail ist kostenlos nutzbar und funktioniert im Browser sowie als App für Android und iOS. In der Gratisversion stehen ein Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung - wer mehr benötigt, kann auf eine der Bezahlversionen ab vier Euro im Monat umsteigen. Neben Mail bietet Proton auch einen VPN-Dienst und einen Passwortmanager an.

Anders als Gmail finanziert sich das Unternehmen nicht über Werbung, sondern ausschließlich über Abonnements. Nach eigenen Angaben betreibt Proton seine Server ausschließlich in der Schweiz - und unterliegt damit dem Schweizer Datenschutzrecht, nicht dem EU- oder US-amerikanischen Recht. Wer seinen digitalen Alltag ohnehin schon einmal unter die Lupe genommen hat, weiß: E-Mail-Konten bleiben für Hacker das leichteste Ziel

Wechsel von Gmail zu Proton Mail: So funktioniert der Umzug

Der Umstieg von Gmail auf Proton Mail war lange eine technische Hürde für Normalnutzer - das hat sich geändert. Mit der Funktion "Easy Switch" ermöglicht Proton Mail eine unkomplizierte Migration: Nach einmaliger Anmeldung mit dem Google-Konto werden E-Mails, Kontakte und Kalender-Einträge automatisch importiert, wie Proton auf seiner Website beschreibt.

Gleichzeitig lässt sich eine automatische Weiterleitung einrichten, sodass weiterhin alle Nachrichten ankommen, die an die alte Gmail-Adresse gesendet werden. Nutzer können dabei genau auswählen, welche Inhalte übertragen werden sollen. Der Easy-Switch-Dienst ist laut Proton nicht auf Gmail beschränkt - auch Outlook, Yahoo und andere Anbieter lassen sich so zu Proton Mail migrieren. Wer E-Mails zusätzlich über externe Clients wie Outlook oder Thunderbird abrufen möchte, benötigt dafür die sogenannte Proton Mail Bridge - diese setzt jedoch ein Bezahlabo voraus.

Geraten Zugangsdaten in falsche Hände, können Kriminelle schnell auf persönliche Nachrichten, Kontakte und sensible Informationen zugreifen. Wie Betrüger mit erbeuteten Daten umgehen und welche Maschen sie dabei nutzen, zeigen aktuelle Fälle. Und wie schnell es dabei gehen kann, belegen Scamming-Opfer, die in einer ARD-Dokumentation von leergeräumten Konten nach einer einzigen Fake-SMS berichten.

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