Wichtige Neuerung der aktuellen Corona-Maßnahmen: Bekleidungsgeschäfte in Bayern dienen genauso wie Buchhandlungen oder Blumenläden der "Deckung des täglichen Bedarfs" und unterliegen somit nicht der 2G-Regel. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof am Mittwoch (29. Dezember 2021) entschieden. Der Beschluss ist rechtskräftig.

Der Vizepräsident des bayerischen Stadtmarketing Berufsverbandes, Wolfgang Weier, spricht von einem "sensationellen" Urteil. Der Textileinzelhandel gehört nun zu den Geschäften des täglichen Bedarfs. "Denn der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat endgültig und nicht mehr revidierbar festgestellt, dass auch, wenn man sich nicht jeden Tag neue Bekleidung kaufen muss, es trotzdem wichtig ist, dass jeder Bürger immer die Gelegenheit hat", wie Weier erklärt. Deshalb gilt ab sofort wieder 3G statt 2G im Textileinzelhandel. Ab Donnerstag (30. Dezember 2021) haben also auch Getestete wieder die Möglichkeit in Bekleidungsgeschäften einkaufen zu gehen.

Wichtige Neuerung: Bekleidungsgeschäfte in Bayern ohne 2G

Die Staatsregierung hatte Anfang Dezember verfügt, dass im bayerischen Einzelhandel nur noch Geimpfte und Genesene Zugang haben. Ausgenommen sind Ladengeschäfte "zur Deckung des täglichen Bedarfs". Bekleidungsgeschäfte werden in der Verordnung nicht als Ausnahme aufgeführt. Nach dem Urteil der Richter sind aber auch sie von der 2G-Regel ausgenommen, "weil deren Bedeutung für die Allgemeinheit nicht hinter die von Schuhen, Büchern, Schnittblumen oder Gartengeräten zurücktrete und der Bedarf an Kleidung täglich eintreten könne".

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Der Verwaltungsgerichtshof lehnte deshalb den Eilantrag eines Bekleidungsunternehmens gegen die 2G-Regel als unzulässig ab: Bekleidungsgeschäfte fielen ohnehin nicht unter die Beschränkung. Vor Weihnachten hatten die Richter schon klargestellt, dass auch Spielzeugläden davon ausgenommen seien. Wie wichtig und dringlich ein täglicher Bedarf sein müsse, damit das Geschäft nicht der 2G-Vorschrift unterliegt, sei weder dem Verordnungstext noch der Begründung zu entnehmen. Neben Lebensmittelgeschäften und Apotheken nennt die Verordnung unter anderem Buch- und Blumenläden, Gartenmärkte und Weihnachtsbaumverkäufe.

Der Handelsverband Bayern reagierte erfreut, hätte sich aber früher Klarheit gewünscht. Im wichtigen Weihnachtsgeschäft sei der Umsatz der bayerischen Bekleidungsgeschäfte im Vergleich zu 2019 um 30 bis 40 Prozent eingebrochen, "weil Ungeimpfte nicht rein durften und andere abgeschreckt wurden von den langen Schlangen" vor den 2G-Kontrollen, sagte Sprecher Bernd Ohlmann.

Ob nun weitere Einzelhandelsbranchen auch gegen die 2G-Regelung klagen und möglicherweise Recht bekommen, wird sich zeigen. Wolfgang Weier ist der Meinung, dass die Urteilsbegründung so viel Interpretationsspielraum zulässt und so weit gefasst ist, dass möglichweise auch andere Branchen, wie die Elektronikbranche, auch auf die Idee kommen könnten, den Klageweg zu beschreiten. Auch andere Branchen könnten seiner Meinung nach zu den Geschäften des täglichen Bedarfs gerechnet werden. 

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