Lacher, Memes, PR-Gags: Die kuriosen Momente der WM-Vorrunde
Schiedsrichter Wilton Pereira Sampaio zeigt Themba Zwane (Südafrika) die Rote Karte. Einige Schiedsrichter wurden während der Gruppenphase der WM 2026 zu Memes in sozialen Netzwerken.
Schiri-Durchsagen als Netz-Hits, der Instagram-Hype um Kap Verdes Torwart und ein frecher Coup gegen strenge FIFA-Werberegeln: Die WM-Vorrunde bot viele Geschichten, die Fans zum Schmunzeln brachten.
Für Kritiker ist Gianni Infantinos XXL-WM mit 48 Mannschaften und 72 Gruppenspielen vor allem eines - aufgebläht. Doch kurz nach Abschluss der Vorrunde zeigt sich: Langweilig war sie sicher nicht. Ein Überblick über die unterhaltsamsten Momente abseits der großen Stars der größten WM-Vorrunde aller Zeiten:
Die VAR-Entscheidungen boten nicht nur Anlass zu Diskussionen, sondern auch für echte Lacher. Der Grund waren Durchsagen der Schiedsrichter nach Videoüberprüfungen. Schon im WM-Eröffnungsspiel landete der brasilianische Schiedsrichter Wilton Pereira Sampaio in seiner Heimat unfreiwillig einen Internet-Hit. Sein brasilianischer Akzent und die Formulierung der Erklärung auf Englisch bei einer Roten Karte für Südafrika sorgten für heitere Reaktionen und Memes.
VAR-Ansagen der Schiris werden Netz-Hits
Neben der Aussprache des Buchstabens "R" habe laut einem Linguistikforscher auch die Stadionakustik mit hörbarem Echo dazu beigetragen, dass der Schiedsrichter kaum zu verstehen war. Besonders oft im Netz geteilt wurden daher auch Bilder südafrikanischer Spieler, die während der Durchsage sichtbar irritiert wirkten.
Auch Schiedsrichter Iván Barton aus El Salvador setzte bei der ersten Roten Karte der WM-Geschichte für das Bedecken des Mundes mit der Hand während eines Spielerstreits nur auf wenige, dafür aber wichtige Wörter. Den Platzverweis für Paraguays Miguel Almirón gab er in bestimmendem Ton zum Besten: "After Review. Number 10. Paraguay. Covered his mouth. Decision is: Red Card!"
Namenssponsoring von Stadien ist in den USA normal, bei der WM jedoch untersagt. Die FIFA-Werberegeln werden dabei streng durchgesetzt. Im Stadion von Boston beispielsweise hat der Namenssponsor sein Logo auf jedem einzelnen Sitz. Also wurde das Logo auf jedem der über 60.000 Sitze überklebt. Der Jeansmarke Levi's gelang jedoch ein PR-Coup: Das Unternehmen Levi Strauss & Co. ließ sein Logo im Stadion von Santa Clara in Kalifornien so mit weißen Planen verhüllen, dass die Umrisse klar erkennbar waren. "Ein guter Marketing-Gag", lobte Florian Pfeffel, Professor für Sportmanagement.
Hype um Vozinha: Kap Verdes Torwart (40) plötzlich Instagram-Star
Vor der WM folgten Vozinha lediglich einige Zehntausend auf Instagram. Doch nur wenige Tage später war der 40-jährige Torhüter des WM-Außenseiters Kap Verde mit über 15 Millionen Followern – mehr als Manuel Neuer – plötzlich ein Social-Media-Phänomen.
Was war geschehen? Vozinha hatte beim überraschenden 0:0 gegen Spanien das Spiel seines Lebens gespielt und erhielt zusätzlich Unterstützung aus Brasilien. Während des Spiels hatte der brasilianische Sender Caze TV dazu aufgerufen, dem Torhüter mindestens 100.000 Follower zu bescheren. Ein Aufruf, der sich später eindrucksvoll verselbstständigte.
Und das WM-Märchen setzte sich fort. Mit dem dritten Unentschieden beim 0:0 gegen Saudi-Arabien gelang Kap Verde der Einzug in die nächste Runde – und nun wartet Titelverteidiger Argentinien mit Lionel Messi.
"Sie trinken alles": Schottische Fans machen Boston fassungslos
"No Scotland, no party": In Europa sind sie inzwischen bekannt, nun machten sich die Kult-Fußballfans mit den Kilts und dem großen Durst auch in den USA einen Namen. Rund 30.000 Schotten sollen für ihre ersten WM-Spiele seit 1998 über den Atlantik gereist sein. In Boston, wo sich weitere 10.000 Einwohner mit schottischen Wurzeln den Fans anschlossen, fanden die ersten beiden Spiele der Schotten statt – mit Auswirkungen auf die Gastronomie.
"Wir sind seit über 30 Jahren hier, und so etwas haben wir noch nie erlebt. Wir haben den Umsatz vom St. Patrick's Day verdreifacht", sagte Noelle Somers, Geschäftsführerin der Hennessy's Bar, dem BostonGlobe. Am Abend nach dem Auftaktsieg gegen Haiti sei das Bier ausverkauft gewesen. Jennifer Monastesse, Mitinhaberin eines Irish Pubs im Zentrum, brachte es auf den Punkt: "Sie trinken alles."
Diese Jubelszenen der Karibik-Kicker von Curaçao hatte vor der WM kaum jemand erwartet, insbesondere nicht nach der 1:7-Niederlage beim WM-Debüt gegen das DFB-Team. Doch nach dem unerwarteten 0:0 gegen Ecuador feierten die Spieler in der Kabine plötzlich mit dem niederländischen Königspaar.
Curaçaos Karibik-Kicker: Kabinentanz mit Königin Máxima
Königin Máxima legte einen flotten Kabinentanz mit den Kickern hin, König Willem-Alexander hielt eine kurze Ansprache: "Curaçao, ihr habt einen Punkt geholt. Das ist so einem kleinen Land noch nie gelungen. Das ist so fantastisch", sagte er, reckte die Faust und klatschte den Spielern zu. Diese reagierten hüpfend mit lauten "Bonus, Bonus, Bonus"-Rufen und brachten den niederländischen König, der zugleich Staatsoberhaupt aller Länder des Königreichs ist, zum Lachen.
Die Geschichte ist bekannt: Wenn Japans Fans bei Turnieren nach dem Spiel ihre Ränge aufräumen, sind ihnen positive Schlagzeilen sicher. Auch bei dieser WM gingen Bilder der Aktion um die Welt.
Diesmal gab es jedoch auch Gegenwind - ausgerechnet aus der Heimat. Einige Nutzerinnen und Nutzer der sozialen Medien sahen eine Doppelmoral: Männer, die in der Öffentlichkeit aufräumen, aber zu Hause die Last ihren Ehefrauen überlassen. Ein Bild ging viral, das einen Mann beim Müllsammeln im Stadion zeigt – und denselben Mann zu Hause auf dem Sofa am Handy, während seine Frau abwäscht.
Deutschland besiegt: Ecuador-Trainer rastet vor Glück aus
Die weniger bekannte Geschichte dahinter: Nach Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus dem Jahr 2021 verbringen japanische Frauen im Vergleich zu Männern täglich ein Vielfaches der Zeit mit unbezahlter Hausarbeit. Unter den hoch entwickelten Ländern gehören japanische Männer zu denen mit dem geringsten Anteil an dieser Arbeit.
Schon als das 2:1 für Ecuador fiel, gab es für Trainer Sebastián Beccacece kein Halten mehr: Mit wallendem Haar feierte er in East Rutherford das Tor seines Teams gegen Deutschland und rannte dann im Vollsprint auf die Tribüne zu, um an ihr hochzuspringen. Es war Beccaceces zunächst vergeblicher Versuch, dort sofort und so richtig seine Frau zu herzen. Millionen TV-Zuschauer fragten sich: Wer ist denn dieser herrlich-verrückte Trainer?
Schon während des Spiels hatte der 45-Jährige sein Team voller Hingabe nach vorne gepeitscht, phasenweise stand er sogar auf dem Spielfeld. Mit dem Schlusspfiff brachen beim Argentinier, der bei einer Niederlage wohl seinen Job verloren hätte, alle Dämme. Und dann klappte es auch mit dem Umarmen seiner Liebsten auf der Tribüne: Es gehe darum, diese Momente mit Ehefrau, Mutter, Töchtern zu teilen, meinte Beccacece hinterher, sein Vater schaue "von oben zu". Die nächsten Momente können für Ecuador und seinen emotionalen Trainer nun, auch deshalb die Jubel-Explosion, in der K.-o.-Runde folgen.
Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen
Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.