Nürnberg

Unfalldrama in Franken: Innenminister Herrmann als Ersthelfer ausgezeichnet

Auf der A3 bei Nürnberg ist es zu einem Ende September zu einem tragischen Unfall gekommen. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann war als Ersthelfer vor Ort. Dafür wurde er nun ausgezeichnet.
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Bei dem schweren Unfall wurde ein Mann tödlich verletzt. Foto: NEWS5 / Oßwald
Bei dem schweren Unfall wurde ein Mann tödlich verletzt. Foto: NEWS5 / Oßwald

 

  • Tragischer Verkehrsunfall auf der A3 bei Nürnberg
  • Tochter und Schwiegersohn unter Tötungsverdacht
  • Schwiegersohn als TV-Tierarzt bekannt
  • Innenminister Herrmann war als Ersthelfer auf A3 vor Ort
  • Alle Informationen zum Unglück im Überblick:

 

Update, 25.11.2019: Herrmann als Ersthelfer ausgezeichnet

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ist ganz offiziell ein Kavalier: Am Montag wurde er in München für seinen Einsatz als Ersthelfer bei einem schweren Unfall auf der Autobahn als "Kavalier der Straße" ausgezeichnet. Herrmann hatte im September 2019 bei dem Unfall auf der A3 bei Erlangen Erste Hilfe geleistet und eine verletzte Beifahrerin bis zum Eintreffen der Rettungskräfte versorgt.

"Dass wir da anhalten und 112 wählen müssen, das war mir sofort klar", sagte Herrmann. Er war damals in seinem Dienstwagen mit seinem Fahrer unterwegs. "Ich habe mich ja nur so verhalten, wie wir das von jedem Verkehrsteilnehmer erwarten", sagte Herrmann nach der Auszeichnung. "Das ist mir - zusammen mit einem anderen Verkehrsteilnehmer gelungen."

Er hoffe, dass sein Beispiel andere Autofahrer ermuntere, im Ernstfall genau so zu handeln, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Jeder kann in die Lage kommen, Zeuge eines Unfalls zu werden und dann Erste Hilfe leisten zu müssen", sagte Herrmann. Er riet bei der Gelegenheit dazu, die Erinnerungen an den Erste-Hilfe-Kurs aufzufrischen. "Das lohnt immer."

Den Preis verleiht die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tageszeitungen im Deutschen Verkehrssicherheitsrat.

Update vom 27.09.2019, 17.06 Uhr: Tochter unter Mordverdacht - neue Details zu A3-Drama bei Nürnberg

Nach dem gewaltsamen Tod einer 76-Jährigen in Borchen bei Paderborn ist neben dem Schwiegersohn (53) nun auch die Tochter der Getöteten ins Visier der Ermittler geraten. Die 46-Jährige sei verdächtig, an dem Tötungsdelikt beteiligt gewesen zu sein, teilte die Polizei Bielefeld am Freitag mit. Dies hätten Ermittlungen ergeben, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Die bei einem Verkehrsunfall schwer verletzte Frau sei im Krankenhaus vernommen worden und habe Angaben zur Sache gemacht. "Ihre Aussagen werden derzeit mit den weiteren Ermittlungsergebnissen abgeglichen", hieß es weiter. Ein Polizeisprecher machte keine Angaben darüber, welcher Art die "Angaben zur Sache" waren. Die Frau bleibe im Krankenhaus. Sie sei nicht festgenommen worden.

Update 27.09.2019, 10.33 Uhr: A3-Ersthelfer Herrmann mit dringendem Appell

Nachdem der bayerische Innenminister Joachim Herrmann am Sonntag (22. September 2019) zum Ersthelfer an der Unfallstelle auf der A3 bei Nürnberg wurde, richtete er nun einen Appell an die Öffentlichkeit. Herrmann veröffentlichte am Freitagmorgen (27. September 2019) eine Story via Instagram. "Jeder Verkehrsteilnehmer kann in die Lage kommen, Zeuge eines Unfalls zu werden und dann Erste Hilfe leisten", sagte er darin.

Der 63-Jährige ergänzte anschließend: "Vielleicht wäre auch mal ein Auffrischungskurs für Erste Hilfe wieder gut."

Unfall auf A3 bei Nürnberg: TV-Tierarzt soll Schwiegermutter getötet haben

Ein 53-Jähriger soll seine Schwiegermutter in Borchen getötet haben. In der Nacht auf Montag (23. September 2019) wurde der Tatverdächtige schließlich in Nürnberg festgenommen. Zuvor waren er und seine Frau am Sonntag in den schweren Verkehrsunfall auf der A3 verwickelt, bei dem ein Mensch ums Leben kam. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann war Ersthelfer am Unfallort auf der A3. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Die Frau des Tatverdächtigen liegt derzeit mit schweren Verletzungen in einem Krankenhaus.

Nun wurden Details zur Identität des Mannes bekannt: Laut Informationen der Neuen Osnabrücker Zeitung und der Neuen Westfälischen soll es sich bei dem 53-Jährigen um einen Tierarzt handeln, der im Kreis Paderborn beschäftigt ist. Der Mann trat mehrfach in TV-Shows des Senders VOX auf, bei denen es um Tiere ging.

A3 bei Nürnberg: Frau durch Fremdeinwirkung ums Leben gekommen - Schwiegersohn in Haft

Wie das Polizeipräsidium Nürnberg am Dienstag (24. September 2019) in einer gemeinsamen Presseerklärung mit der Staatsanwaltschaft Paderborn und der Polizei Bielefeld berichtet, steht der 53-Jährige im Verdacht seine 76-jährige Schwiegermutter getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft Paderborn hat einen Antrag auf Haftbefehls gestellt.

Die angeordnete Obduktion der 76-Jährigen bestätigte den Verdacht: Die Frau ist durch Fremdeinwirkung ums Leben gekommen. Das bestätigten die Ermittlungsbehörden ebenfalls am Dienstag.

Die 76-Jährige wurde am Sonntag (22. September 2019) nach einem Rettungseinsatz der Feuerwehr in einem Wohnhaus in Borchen tot aufgefunden. Der Leichnam der Frau wies Verletzungen auf, die auf ein Tötungsdelikt schließen ließen.

Bielefeld/Paderborn: 76-Jährige tot in Wohnung gefunden

Eine Angehörige der Getöteten machte sich am Sonntagabend Sorgen, weil sie die 76-Jährige nicht erreichen konnte. Sie rief die Rettungsleitstelle der Feuerwehr. Rettungskräfte fanden dann den leblosen Körper und informierten die Polizei. Eine zwölfköpfige Mordkommission aus Bielefelder und Paderborner Polizisten nahmen die Ermittlungen auf.

Spuren am Tatort ließen darauf schließen, dass der 53-jährige Schwiegersohn der Frau in das Tatgeschehen verwickelt sein könnte. Dieser lebte zusammen mit seiner Frau ebenfalls in dem Wohnhaus. Doch es gab Hinweise darauf, dass die beiden am Sonntagmorgen mit dem Auto weggefahren seien. Sofort wurde eine Fahndung eingeleitet.

Ehepaar in Unfall auf A3 verwickelt - Innenminister Herrmann war Ersthelfer

Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass das Ehepaar gegen 11 Uhr in einen schweren Verkehrsunfall auf der A3 bei Nürnberg verwickelt waren, bei dem auch ein Autofahrer ums Leben kam. Ersthelfer bei dem Unfall war der bayerische Innenminister Joachim Herrmann, wie die dpa berichtet. Er sei mit seinem Dienstwagen auf dem Weg zu einem Termin gewesen, sagt Hermann. Er wurde Zeuge des Unfalls und wies daraufhin seinen Fahrer an, stehen zu bleiben. Er habe sofort den Notruf 112 gewählt. Gemeinsam mit einem anderen Autofahrer ist er dann zu dem Auto gelaufen: "Es war ersichtlich, dass dort Menschen sicherlich schwer verletzt sein müssen", sagte Herrmann der dpa. "Wir haben dann eine Frau aus dem Auto gezogen und auf die Wiese legen können." Für einen Mann kam jede Hilfe zu spät, er sei wohl sofort tot gewesen.

Die Eheleute blieben offenbar mit ihrem Wagen auf dem Seitenstreifen stehen, als die Frau völlig unvermittelt aus dem Auto stieg und auf die Autobahn lief. Sie überquerte die Mittelleitplanke und wurde auf der Gegenfahrbahn von einem Auto erfasst. In der Folge zog sie sich schwere Verletzungen zu und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden.

Der Ehemann, der der Tatverdächtige des Tötungsdeliktes aus Borchen ist, hielt sich nach dem Unfall in einem Hotel in der Nähe des Krankenhauses auf. Das fanden die Ermittler heraus. Spezialkräfte des Polizeipräsidiums Mittelfranken aus Nürnberg nahmen den 53-Jährigen schließlich gegen 1 Uhr in der Nacht auf Montag aufgrund des Verdachtes, an der Tötung seiner Schwiegermutter an der gemeinsamen Wohnanschrift beteiligt gewesen zu sein, in dem Hotel fest.

Haftbefehl gegen 53-Jährigen

Die zuständige Staatsanwaltschaft Paderborn hat einen Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags beantragt und wird den Tatverdächtigen im Laufe des Tages dem Amtsgericht Nürnberg vorführen lassen. Beamte der Kripo Nürnberg unterstützen die Ermittlungen der Mordkommission aus Bielefeld.

Hintergründe der Tat sowie Motiv und Tathergang sind derzeit noch Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Aufschluss über die Todesursache der 76-Jährigen soll am Montag eine Obduktion geben. Zudem ist noch unklar, wohin das Ehepaar mit Auto unterwegs war, als sie in den Unfall auf der A3 bei Nürnberg verwickelt wurden.

 

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