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1. FC Nürnberg

"Unbedingt 3 Punkte holen": Mathenia kämpferisch vor Mainz-Spiel

Der 1. FC Nürnberg benötigt dringend Punkte, um aus dem Tabellenkeller der Bundesliga klettern zu können. Vor dem Auswärtsspiel der Mittelfranken in Mainz, gibt sich FCN-Torwart Mathenia kämpferisch. Auch Verteidiger Valentini zeigt sich optimistisch.
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Nürnbergs Torhüter Christian Mathenia gibt sich vor der Auswärtspartie beim FSV Mainz 05 kämpferisch. Der 1. FC Nürnberg benötigt dringend Punkte im Abstiegskampf. Foto: Daniel Karmann/dpa
Nürnbergs Torhüter Christian Mathenia gibt sich vor der Auswärtspartie beim FSV Mainz 05 kämpferisch. Der 1. FC Nürnberg benötigt dringend Punkte im Abstiegskampf. Foto: Daniel Karmann/dpa

Es klingt merkwürdig, aber die Ausgangslage des Schlusslichts der Fußball-Bundesliga, 1. FC Nürnberg, hat sich auch nach dem 18. Spieltag und der 1:3-Niederlage gegen Hertha BSC Berlin nicht verschlechtert. Nach wie vor trennen den Club vom 15. Platz, der den Erhalt der Klasse bedeutet, nur vier Punkte. Allerdings haben es die Nürnberger, die am Samstag (15.30 Uhr) beim FSV Mainz (11.) zu Gast sind, wieder versäumt, Boden gutzumachen - zumal die Konkurrenz aus Hannover, Stuttgart und Augsburg am Samstag vergangener Woche in Vorleistung gegangen war und sich Niederlagen gegen Bremen (Hannover), Augsburg (Düsseldorf) und Stuttgart (Mainz) eingehandelt hatte. Doch den Nürnbergern gelang es auch zum Rückrundenstart nicht, den Reset-Knopf zu drücken.

Indes: Um im "Schneckenrennen" gegen den Abstieg nicht frühzeitig den Anschluss zu verpassen, benötigt die Mannschaft von Trainer Michael Köllner nun langsam wieder einen "Dreier" - der letzte datiert vom 29. September des vergangenen Jahres: Im Frühherbst 2018 wurde Mit-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf vor heimischer Kulisse mit 3:0 bezwungen. Danach folgten zwölf Begegnungen ohne Sieg - und der Absturz ans Tabellenende.

Gelingt in Mainz der Umschwung für den FCN?

Den Düsseldorfern hingegen ist es trotz des Wirrwarrs um Trainer Friedhelm Funkel - erst die Bekanntgabe der Trennung zum Saisonende, dann die Rolle rückwärts mit der optionierten Vertragsverlängerung - gelungen, sich mit vier Erfolgen in Serie und 21 Zählern (der FC Schalke 04 und der SC Freiburg weisen ebenfalls diese Ausbeute auf) ein kleines Polster zu den Abstiegsrängen zu verschaffen.

Vorbild für den Nürnberger Sturm: 05-Stürmer Jean-Phillipe Matetas

Die nächste Gelegenheit, die Sieglos-Serie zu beenden und womöglich einen Umschwung à la Fortuna Düsseldorf einzuleiten, bietet sich den Nürnbergern am Samstag (15.30 Uhr) beim FSV Mainz 05. "Das traue ich meiner Mannschaft auch zu", so Köllner. Die Fußballer aus der Landeshauptstadt belegen mit einer ausgeglichenen Bilanz von sechs Siegen, sechs Unentschieden und sechs Niederlagen Rang 11 (24 Punkte) und sind nicht nur aufgrund der Heimbilanz (zwölf Siege, ein Remis, fünf Niederlagen) der Favorit in dieser Partie gegen die Franken.

Mit Jean-Philippe Mateta verfügen die Mainzer über eine torgefährliche Offensivkraft: Mit sechs Treffern und zwei Assists ist der wuchtige Franzose (1,92 Meter, 88 Kilogramm), der vor Saisonbeginn vom AC Le Havre gekommen ist und dessen Vertrag bis 2022 läuft, der gefährlichste Angreifer im Kader von FSV-Coach Sandro Schwarz. Die beachtliche Quote resultiert nicht zuletzt aus der Tatsache, dass Mateta, der für fast ein Drittel aller Mainzer Tore verantwortlich zeichnet, nahezu jede Gelegenheit zu einem Torabschluss nutzt.

Ganz anders treten Matetas Pendants auf Nürnberger Seite auf: Ob Yuya Kubo, der zuletzt von Coach Köllner nur äußerst dosiert eingesetzt worden war, Mikael Ishak, der nach auskurierter Verletzung weiter nicht an seine Bestform anknüpfen kann, oder Virgil Misidjan, Adam Zrelak und Federico Palacios: Sie alle agieren mitunter zu umständlich und zu zaghaft. Nur 15 Tore in 18 Spielen belegen die fehlende Offensiv-Power. Dennoch gibt sich Club-Keeper Christian Mathenia vor der kommenden Aufgabe kämpferisch: "Wir wollen in Mainz unbedingt drei Punkte holen", wird der 26-Jährige auf der Homepage des FCN zitiert. Und Verteidiger Enrico Valentini zeigt sich gegenüber 11 Freunde optimistisch, die Klasse zu halten, "weil viel Qualität in unseren Reihen steckt".

19. Spieltag der Bundesliga: 17, 16, 15 trifft auf 1, 2, 3

Noch bleibt ausreichend Zeit, diese bislang zu häufig brachliegenden Qualitäten dem Gegner und dem Publikum nahezubringen. Und mit einem Erfolgserlebnis gegen Mainz könnte tatsächlich ein Turnaround eingeläutet werden, zumal es die direkte Konkurrenz am Wochenende mit hochkarätigen Gegnern zu tun bekommt: Hannover 96 (17.) gastiert beim Liga-Primus Borussia Dortmund, der FC Augsburg (15.) reist zum Tabellendritten Borussia Mönchengladbach und der VfB Stuttgart (16.) steht beim Rekordmeister und Tabellen-Zweiten FC Bayern München vor einer Herkules-Aufgabe.

Die Voraussetzungen, sich nach vorne zu arbeiten, könnten wahrlich schlechter sein - aber der 1. FC Nürnberg sollte nicht mehr allzu viele solcher Gelegenheiten ungenutzt lassen. Ansonsten dürfte der Aufsteiger im "Schneckenrennen" der Fußball-Bundesliga langsam, aber sicher entscheidend den Anschluss verlieren.

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ein Artikel von Dirk Kaiser



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