Kronach
Wirtschaft

Nach Loewe-Insolvenz: Reparatur kann zum Problem werden

Beim TV-Gerätehersteller Loewe in Kronach ist weiter vieles in der Schwebe. Auch alltägliche Kleinigkeiten wie Garantiefälle.
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Hunderte Mitarbeiter montierten bis vor Kurzem die Loewe-Fernseher in Kronach. Momentan werden keine neuen TV-Geräte vom insolventen Unternehmen hergestellt. Auch eine Reparatur kann problematisch werden. Foto: Archiv/Marco Meißner
Hunderte Mitarbeiter montierten bis vor Kurzem die Loewe-Fernseher in Kronach. Momentan werden keine neuen TV-Geräte vom insolventen Unternehmen hergestellt. Auch eine Reparatur kann problematisch werden. Foto: Archiv/Marco Meißner

Elektrische Schraubenzieher surren, Metallbleche scheppern und Arbeiter sprechen miteinander. Ein Bild, das früher zu einer Loewe-Führung fest dazugehörte. Heute ist es viel ruhiger in den Hallen. Nur noch eine Handvoll Angestellter ist nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens vor Ort. Für viele Loewe-Mitarbeiter heißt es weiter warten, was die Zukunft bringt. Ein Schicksal, dass auch Kunden droht.

In Medienberichten wurde in den vergangenen Tagen von 50 Personen gesprochen, die zurzeit bei Loewe in der Produktion tätig sind. Eine Zahl, die das Büro Wallner-Weiß so nicht bestätigen kann. Da Insolvenzverwalter Rüdiger Weiß aktuell im Urlaub weilt, nahm seine Kanzlei Stellung zu unserer Anfrage. Die genannten 50 Mitarbeiter beziehen sich demnach auf das komplette Kernteam, dass bei Loewe die Stellung hält. Die Produktion sei nur ein Teil davon.

Produziert werden laut Wallner-Weiß zurzeit keine Fernseher, sondern Platinen. Fernsehgeräte habe Loewe noch auf Lager und wolle diese auch abverkaufen. Die an den Investor Riverrock verpfändeten Namensrechte sind dabei übrigens kein Hindernis, "weil Riverrock am Verkaufsprozess beteiligt ist". Deshalb sei es im Moment "kein Problem, mit Loewe gelabelte Geräte zu verkaufen".

Schwierigkeiten tauchen an einer eher unerwarteten Stelle auf. Der FT reichte die Frage eines Kunden weiter, was er tun solle, wenn eine Reparatur anstehe. Unser Leser vermutete: "Ich habe meinen Loewe-Fernseher vor zwei Jahren gekauft. Wenn er jetzt kaputt ist, darf ich ihn wahrscheinlich wegwerfen." Wallner-Weiß erklärt dazu, dass ein solcher Fall - gerade wenn er unter Garantie oder Gewährleistung falle - in der aktuellen Situation wirklich schwierig sein könne.

Unter dem Insolvenzrecht sei es problematisch, solchen Ansprüchen auf kostenlose Reparaturen nachzukommen, obwohl Ersatzteile vorhanden wären. "Das ist derzeit ein Problem, aber es wird nach Lösungen gesucht", heißt es. Und wenn das Gerät schon zur Reparatur bei Loewe abgeliefert wurde? "Fremdeigentum ist Fremdeigentum, nicht Massebestand", so die Stellungnahme. Der Kunde könne ein solches Gerät natürlich wieder abholen.

Verhandlungen laufen

Wie es derweil mit den Sozialverhandlungen um die Zukunft der Arbeitnehmer weitergeht, vermochte Wallner-Weiß noch nicht abschließend zu beurteilen. "Die Verhandlungen laufen. Einzuschätzen, wie lange sie dauern werden, wäre Glaskugelleserei", heißt es hierzu.

Und wie ist es um einen Investor beziehungsweise ein weiteres Engagement von Riverrock bestellt, über das auch gemunkelt wird? Die Suche nach dem Investor läuft, wie Rüdiger Weiß in der Vergangenheit schon mehrfach betont hat. Sein Büro ergänzt, dass theoretisch natürlich auch Riverrock wieder einsteigen könnte. Grundsätzlich könne jeder Investor sein Interesse signalisieren, also auch Riverrock, das schon Rechte besitzt und mit der Materie vertraut ist. Ob das letztlich passieren wird, steht auf einem anderen Blatt.

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