Stockheim
Geschichte

Kumpel und Kohle

Eine Sonderausstellung zum Bergmannsfest in Stockheim am kommenden Wochenende erinnert an die Schließung der Katharinenzeche vor 50 Jahren.
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Gerwin Eidloth (links) und Günther Scheler vom Förderverein Bergbaugeschichte haben anlässlich des Bergmannsfestes eine Sonderausstellung konzipiert, und zwar zur Zechenstilllegung vor 50 Jahren.  Foto: Gerd Fleischmann
Gerwin Eidloth (links) und Günther Scheler vom Förderverein Bergbaugeschichte haben anlässlich des Bergmannsfestes eine Sonderausstellung konzipiert, und zwar zur Zechenstilllegung vor 50 Jahren. Foto: Gerd Fleischmann

Anlässlich des Stockheimer Bergmannsfestes am 15. und 16. September im Bereich der Katharinenzeche haben Gerwin Eidloth und Günther Scheler vom Förderverein Bergbaugeschichte eine Sonderausstellung über die Bergwerksschließung vor fünfzig Jahren konzipiert. 90 unterschiedliche Objekte umfasst die Dokumentation, die im bergmännischen Magazin am Samstag von 13 bis 17 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr begutachtet werden kann.

Ihre Archive öffneten für die Ausstellung Otto Heinlein, Gerd Fleischmann, Berthold Schwämmlein, Gerwin Eidloth, Günther Scheler und Matthias Friedrich. Die aussagestarken Fotos werden ergänzt durch teilweise 70 Jahre alte Zeitungsartikel von Neuer Presse, Volksblatt und Fränkischem Tag. Ebenfalls gab Scheler bekannt, dass am Samstag von 15 bis 17 Uhr eine Führung auf dem Geopfad "Dachsbau" stattfindet. Man konnte dafür Matthias Mann aus Jena engagieren. Am Sonntag wird um 14 Uhr der Geologe Friedrich Leitz aus Redwitz die heimische Geologie erläutern.

Wie der Vorsitzende des Fördervereins, Gerwin Eidloth, informierte, habe die Projektwoche der Grundschule Stockheim unter der Leitung von Rektorin Astrid Kestel vom 2. bis 6. Juni von den Klassen 1 bis 4 mit 122 Kindern regelrecht motiviert, diese Ausstellung zu präsentieren. Mittlerweile hätten auch in diesem Jahr an die 500 Interessenten das bergmännische Magazin mit der Geotop-Attraktion besucht.

Zur Sonderausstellung der historische Hintergrund: Als am 30. März 1968 die Kumpel der Stockheimer Steinkohlenzeche "St. Katharina" zum letzten Mal aus 320 Meter Tiefe das "schwarze Gold" ans Tageslicht beförderten, endete die über 400-jährige Kohleförderung im Haßlachtal. Das Steinkohlerevier Stockheim-Neuhaus-Reitsch hatte nun endgültig ausgedient.

Seit 1582 förderten teilweise bis zu tausend Knappen in fast 20 Schachtanlagen rund 120 Millionen Zentner Kohle. Immerhin: Für den Frankenwald waren die Kohlengruben insbesondere in schlechten Zeiten wichtige Arbeitgeber und Energieversorger.

Bestes Beispiel dafür ist die Koreakrise im Jahre 1951. Damals beschäftigte die Katharina-Zeche an die 500 Knappen. Von 1935 - also im Jahr der Wiedereröffnung bis zur Schließung 1968 - fanden aus 35 Gemeinden des Landkreises Kronach an die 1500 Bergleute ihr Auskommen in Stockheim.



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