Haßfurt
Fridays for Future

Fridays for Future: Schüler in Haßfurt werden aktiv - anstatt zu demonstrieren

Am Freitag haben die Schüler der Realschulen nicht für Fridays for Future demonstriert. Sie haben sich aktiv an einem Umwelttag engagiert. Es geht ihnen nicht um Schuleschwänzen , sondern um ihre Zukunft.
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Valerie Eske, Lars Moschnitschka und Moritz Kneuer (von links) werfen die letzten Säcke auf den Anhänger - diesen Müll haben die Schüler der Dr.-Auguste-Kirchner-Realschule Haßfurt am Freitag an einigen Stellen in Haßfurt gefunden.  Fotos: Christoph Wiedemann
Valerie Eske, Lars Moschnitschka und Moritz Kneuer (von links) werfen die letzten Säcke auf den Anhänger - diesen Müll haben die Schüler der Dr.-Auguste-Kirchner-Realschule Haßfurt am Freitag an einigen Stellen in Haßfurt gefunden. Fotos: Christoph Wiedemann
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In den vergangenen Wochen sind deutschlandweit viele Schüler am Freitag im Zuge der Fridays for Future-Demonstrationen auf die Straße gegangen. Die unterfränkischen Realschulen haben deshalb an diesem Freitag (12. April) einen Umweltprojekttag veranstaltet. "Wir müssen jetzt etwas machen", sagt der Schülersprecher der Dr.-Auguste-Kirchner-Realschule Haßfurt, Moritz Kneuer.

"Ich möchte nicht in einer Welt leben, die kaputt ist." Der Schülersprecher Moritz Kneuer der Dr.-Auguste-Kirchner-Realschule in Haßfurt beschreibt, warum die Fridays for Future Demonstrationen wichtig für Schüler sind. "Aber jetzt müssen wir etwas machen", ergänzt er.

Unterfränkische Realschulen werden aktiv

Deshalb haben die Schülersprecher beim Bezirksschülersprechertag beschlossen, in allen unterfränkischen Realschulen einen Umwelttag zu veranstalten. Der Ministerialbeauftragte für Realschulen in Unterfranken, Karlheinz Lamprecht, "hat dieser Idee auch schnell zugestimmt", sagt die Schülersprecherin Valerie Eske, die diesen Tag mit initiiert hatte.

Seitdem laufen die Vorbereitungen in der Realschule in Haßfurt "schon seit vor den Faschingsferien", erklärt die Organisatorin, Vanessa Felber-Eschenfelder. Sie hat mit den Schülern der zehnten Klassen diesen Umwelttag auf die Beine gestellt. "Alle Schulklassen sind in Haßfurt unterwegs, um Müll zu sammeln", beschreibt sie einen der Programmpunkte.

Dazu gibt es mehrere Workshops: Baumwolltaschen bemalen, Uhren aus Altpapier oder Vogelhäuschen aus Flaschen basteln sowie ein Vortrag von Expertin Nadine Schubert, wie Plastik vermieden werden kann.

Streikende Schüler in Haßfurt

"Es ist uns wichtig, dass die Schüler konstruktiv arbeiten", befürwortet Anke Männer von der Schulleitung der Realschule den Umwelttag und das Engagement der Schüler.

Streikende Schüler gab es in den vergangenen Wochen auch an dieser Realschule. "Die Schüler haben die Schulleitung zuvor gefragt", erläutert Männer. Ihnen wurde nicht erlaubt, zu streiken, denn "es gibt keine Möglichkeit, dass Schüler für eine Demonstration freigestellt werden", sagt Realschuldirektor Hartmut Hopperdietzel. Die Konsequenz: Rund 20 streikende Schüler bekamen Verweise.

Diese würden die Schüler auch Politikern erteilen. Moritz Kneuer erwartet von den Politikern, mehr für die Umwelt zu tun: "Der Kohleausstieg muss schneller umgesetzt werden - das ist der dreckigste Energielieferant, den wir haben."

Und Valerie Eske bemängelt, dass die Politik das Thema Umwelt auf das Thema Schulpflicht verschiebt. "Wir machen das nicht, um zu Schwänzen", sagt Moritz Kneuer, "aber wir müssen unbequem sein, um aufzufallen."

Unbequem ist auch die Wahrheit, wie viel Müll die Schüler gesammelt haben. "Das ist nicht mehr normal, was und wie viel wir gefunden haben", sagt Valerie Eske. Vom Auspuff, über Reifen, Müll von Fast-Food-Ketten, bis hin zu einem Tannenbaum haben die Schüler einen Anhänger komplett gefüllt. "Mir wäre es lieber gewesen, wenn die Schüler nur einen Sack gebracht hätten", sagt Hopperdietzel.



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