Gößweinstein
Kostümparade

Königin von Preußen zu Besuch

Durch Zufall landete der Verein "Höfische Gesellschaft" aus Potsdam beim vierten Barockfest in Gößweinstein und zeigte sich begeistert vom prunkvollen Ambiente.
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Viel Schauwert hatte das Gößweinsteiner Barockfest auch in diesem Jahr zu bieten. Fotos: Thomas Weichert
Viel Schauwert hatte das Gößweinsteiner Barockfest auch in diesem Jahr zu bieten. Fotos: Thomas Weichert
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Der erleuchte Graf von Rieneck, Christian Ernst Voigt, war schwer erkrankt. Anlässlich seiner Genesung durch die Gnade der Heiligen Dreifaltigkeit löste er nun sein Gelübde ein, in den größten Wallfahrtsort Deutschlands zu wallen um erstmals im Gößweinsteiner Pfarrgarten ein großes Barockfest zu geben.

Der Gößweinsteiner Schultheiß Hanngörgus von und zu Unkel führte mit seiner liebreizenden Gattin Iris Medicus den Festzug der erlauchten Barockgesellschaft vom Basilikavorplatz aus an und übergab dem Grafen den Rat- und Pfarrhausschlüssel für die zweitägige Genesungsfeier.

So, oder jedenfalls so ähnlich, kündigte Zeremonienmeister Bernhardus von Saugendorf auf der Rangerhöh (Bernhard Bauernschmitt) die Eröffnungsfeier des inzwischen vierten Gößweinsteiner Barockfestes an, das erstmals im romantischen Pfarrgarten inmitten des heiligen Bezirks stattfand. Passender könnte das Ambiente für ein Barockfest, gleich neben der barocken Neumann-Basilika und mit Schlossblick auf Richard Wagners Gralsburg, auch gar nicht sein. Ein idealer Festplatz für barocken Prunk, wie "Comtessa Daniela Voigt, liebreizende Gattin des Grafen von Rieneck, meint, die mit ihren "Les Nouveaux Danseurs de Baroque" auf der Bühne barocke Tänze zum besten gab.

Viele staunende Wallfahrer

Im richtigen Leben ist des Grafen Gattin keine geringere als die Gößweinsteiner Markträtin Daniela Drummer, die auch diesmal keine Mühen scheute, um das inzwischen weithin bekannte Gößweinsteiner Barockfest zu organisieren. Diesmal mit Unterstützung des Heimat- und Verkehrsvereins unter dessen Dach die Barocktanzgruppe Gößweinstein inzwischen geschlüpft ist.

Zu danken ist laut Drummer den zahlreichen Sponsoren, die so ein Fest überhaupt ermöglichen oder - wie die beiden ortsansässigen Gärtnereien - kostenlos mit Blumen und Lorbeersträuchern ausschmücken. "Es wäre schön wenn sich neue Tänzerinnen und Tänzer für die Barocktanzgruppe finden würden", sagt Drummer, die auch barocke Tanzworkshops anbietet oder Einblicke in die barocke Erotik gibt.

Weil an diesem Wochenende auch viele Wallfahrten im Ort weilten, war das zweitägige Fest trotz des durchwachsenen Wetters auch gut besucht. Andreas Feller, Vorsitzender des Vereins "Höfische Gesellschaft" mit Sitz in Potsdam, ist begeistert vom Gößweinsteiner Barockfest. Zu Gast ist sein Verein derzeit in Schloss Plankenfels - und da bot es sich für den jüngsten Bruder Friedrich des Großen, den Feller darstellt, an, das Barockfest zu besuchen, von dem er im Internet erfuhr.

Die Familie des "Alten Fritz"

Begeistert waren seine Vereinsmitglieder vor allem auch von der prunkvollen Barockbasilika, in der sie den Orgelklängen von Organist Georg Schäffner lauschten. Ebenso wie von der malerischen Landschaft, dem leckeren fränkischen Essen und dem süffigen Bier. Fellers "Höfische Gesellschaft" stellt die Familie des "Alten Fritz" nebst Gefolge dar und ist vor allem bei Rokoko- und Barockfesten in den Schlössern des Preußenkönigs eine begehrte Schauspiel- und Barocktanztruppe.

Wer wollte, konnte auf der Festwiese gleich mittanzen. Für die Kinder war eine Märchenerzählerin gekommen, genau wie der Seifenblasenmacher "Calie" und Querflöten-Ensemble der örtlichen Grundschule. Höhepunkte der Festlichkeiten waren der Feuerzauber, das Lichterspektakel am Samstagabend sowie das Barockkonzert mit Gesang und Tanz im Pfarrsaal.

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