Forchheim
Verker

Agilis fährt jetzt auf der Straße

Urlaubszeit und Langzeit-Ausfälle bei den Zugführern machen auf der Wiesenttalbahn von Forchheim nach Ebermannstadt eine Umstellung auf Busse notwendig.
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Um ihre Fahrgäste befördern zu können, hat die Agilis Busse angemietet.
Um ihre Fahrgäste befördern zu können, hat die Agilis Busse angemietet.
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Gerade ist Erich W. aus Nürnberg mit seiner Familie am Forchheimer Bahnhof angekommen. Mit Ehefrau Silvia sowie den Kindern Miriam (9) und Jonas (7) geht er zum Gleis 8, um auf die von der Agilis betriebene Nebenbahn nach Ebermannstadt umzusteigen. Über die automatische Fahrplan-Auskunft erfährt die Familie: "Der Zug fällt aus." Auf dem Spruchband ist weiter zu lesen: "Ersatz durch Bus."

Bis sich die Familie orientiert hat, vergehen ein paar Minuten. Der als Schienen-Ersatz eingesetzte Bus ist dann aber bereits losgefahren. "Das darf doch nicht wahr sein", schimpft Erich W., der sich einen Tag zuvor bei der Reiseauskunft nach den Anschlüssen erkundigt hatte. "Da war keine Rede von einem Schienen-Ersatzverkehr." Gerade deshalb hätte der Busfahrer ein paar Minuten warten müssen, findet der erboste Bahnkunde.

Die Familie muss nun eine Stunde warten. Höchst ärgerlich, denn der Ausflug in die Fränkische Schweiz war exakt durchgeplant. Eine Verzögerung in dieser Größenordnung war nicht eingeplant.

Drei Wochen Ausnahme

Bereits seit einer Woche müssen die Bahnreisenden von und nach Ebermannstadt mit derlei Unannehmlichkeiten leben. Durch Langzeit-Ausfälle und Urlaube von Zugschaffnern sei es nicht möglich gewesen, den Bahnbetrieb aufrecht zu erhalten. "Wir waren gezwungen, einen Schienen-Ersatzverkehr einzurichten" erklärt eine Sprecherin von Agilis.

Erschwert wird die "Straßen-Bahn " durch die Tatsache, dass es in der Ortsdurchfahrt von Gosberg wegen der Bauarbeiten kein Durchkommen gab. "Wir haben den Busverkehr zweigeteilt", so die Bahn-Sprecherin. Ein Bus fuhr eine Schleife von Forchheim über Pinzberg nach Gosberg und zurück, der andere bediente im Stundentakt die Stationen Forchheim, Wiesenthau, Kirchehrenbach, Pretzfeld und Ebermannstadt. Dies bedeutete aber, dass der Bahnkunde, der von Wiesenthau zwei Kilometer weiter nach Gosberg wollte, einen Umweg über Forchheim in Kauf nehmen und einmal umsteigen musste.

Innerorts-Umleitung

An diesem Wochenende gibt es in Kirchehrenbach eine zusätzliche Herausforderung, denn auf Grund der Kirchweih ist die Kreisstraße zwischen der Kirche und dem Gasthaus Sponsel, bzw. der Apotheke komplett gesperrt. Der Bahn-Bus muss auf der Fahrt nach Ebermannstadt einen Umweg über die Leutenbacher Straße, die Sportplatz-, Linden- und Ringstraße sowie den Ahornweg nehmen, um zurück auf die Hauptstraße zu kommen.

Eine Besserung der Umstände kündigt die Agilis-Sprecherin ab Montag, 26. August, an. Da ist die Komplettsperrung durch Gosberg wieder aufgehoben. Und ab Dienstag, 27. August , ist auch die Kirchehrenbacher Kerwa vorbei. Der Verkehr rollt dann wieder normal.

Allerdings nur auf der Straße, denn die Züge der Agilis zwischen Forchheim und Ebermannstadt rollen voraussichtlich erst wieder ab Montag, 2. September, fahrplanmäßig. Der erste Zug falle noch aus, aber im Laufe das Tages könne dann der Schienenverkehr wieder aufgenommen werden, erklärt die Sprecherin des Bahn-Betreibers Agilis.

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