Coburg
Pläne

Theatersanierung dauert lang und wird teuer

Ziel ist ein funktionierender und zukunftsfähiger Theaterbetrieb. Doch das lässt sich nur mit viel Geld erreichen, wie am Dienstag klar wurde.
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Der Zuschauerraum des Coburger Landestheaters. Eine Sanierung tut not. Foto: Andrea Kremper/CT-Archiv
Der Zuschauerraum des Coburger Landestheaters. Eine Sanierung tut not. Foto: Andrea Kremper/CT-Archiv

Am Anfang stand die Tatsache, dass das historische Theatergebäude in Coburg saniert werden muss. Doch es geht nicht nur um das Gebäude: Der Theaterbetrieb darin soll auch laufen können, und die Anforderungen sind heutzutage andere als 1840, als das Haus eröffnet wurde. Barrierefreiheit ist zum Beispiel weder im Zuschauerraum noch hinter den Kulissen gegeben, der Theaterbetrieb mit seinen 460 Beschäftigten braucht mehr Platz.

Deshalb soll das alte Haus nicht nur saniert werden, sondern das Theater soll auch zusätzliche Flächen erhalten. Vorhanden sind sie: Die Stadt ist bereit, das Areal von Palais Kyrill, alter Remise und Theaterplatz 5b zur Verfügung zu stellen. Ober- und unterirdisch könnten da die erforderlichen Räume geschaffen werden.

Billig wird das jedoch nicht: Von 95 Millionen bis 110 Millionen Euro lauten die Kostenschätzungen für die vier Varianten. Die teuerste sieht eine Unterkellerung auch der Straße zwischen Theater und Palais Kyrill/IHK vor - sie wäre aber auch die risikoreichste. Denn das Landestheater müsste dann voll unterfangen werden. Die anderen Varianten beinhalten Kompromisse: Entweder werden doch nicht alle Wünsche nach Lagerkapazitäten erfüllt, oder es müsste ein eigenes Probengebäude auf dem Parkplatz an der Oberen Klinge hinter dem Verwaltungsgebäude des Theaters errichtet werden.

Beschlossen ist aber noch nichts: Erst einmal müssen die Varianten dem zuständigen Wissenschaftsministerium vorgestellt werden. Denn der Freistaat Bayern zahlt die Sanierung des Theatergebäudes zu 75 Prozent und die erforderlichen Erweiterungsbauten zur Hälfte.

Wie lange die Sanierung dauert, hängt auch davon ab, welche Variante gewählt wird. Und schnell losgehen kann es auch nicht, denn die Interimsspielstätte steht erst ab 8. Juli 2021 zur Verfügung. So sieht es der Zeitplan der Globe Coburg GmbH vor, der am Dienstag ebenfalls im Stadtrat vorgelegt wurde. Die GmbH, getragen von den Firmen Brose, HUK Coburg und Kaeser Kompressoren, erstellt die Pläne für ein Rundtheater am Güterbahnhof. Die Stadt baut dann. Die Kosten für das "Globe" inklusive der Außenanlagen sind derzeit auf 23,9 Millionen Euro geschätzt.

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