Bamberg
Kinder-Uni

Im Kongo gibt's Raubtier-Alarm im Pausenhof!

Im afrikanischen Land Kongo sieht's in den Schulen gar nicht so viel anders aus als bei uns. Manchmal allerdings schauen gefährliche Raubkatzen vorbei ...
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Wie ist das Schülerleben im Kongo? Das erforschten die Kinder-Uni-Studierenden am Samstag in Bamberg. Foto: Barbara Herbst
Wie ist das Schülerleben im Kongo? Das erforschten die Kinder-Uni-Studierenden am Samstag in Bamberg. Foto: Barbara Herbst
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Stell' dir mal kurz dein Klassenzimmer vor, mit all deinen Mitschülern darin. Jetzt zählt ihr ab: eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs. Die Kinder eins bis fünf müssen raus und nach Hause gehen. Kind Nummer sechs darf bleiben. Jetzt wird wieder abgezählt: eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs. Nur das sechste Kind darf bleiben. "Im Land Kongo, in Afrika, bekommt nur jedes sechste Kind einen Platz in der Schule", sagt Annette Scheunpflug. Sie ist Bildungsforscherin an der Uni in Bamberg und untersucht, wie die Schulen bei uns und in anderen Ländern aussehen und wie dort unterrichtet wird.
Heute erforscht sie mit etwa 120 Jungen und Mädchen in der Kinder-Uni, wie das Leben eines Schulkinds im Land Kongo aussieht. Michael aus Memmelsdorf findet den Gedanken, nicht zur Schule gehen zu müssen, "erstmal ganz cool! Aber wenn ich länger darüber nachdenke, bin ich doch froh, dass ich in der Schule bin!"


Wir Deutsche sind 110 Mal so reich wie ein Mensch im Kongo

Das Land Kongo und die Menschen dort sind sehr arm. Deshalb ist kaum Geld für die Schulen da. "Jeder Mensch in Deutschland ist etwa 110 Mal so reich wie ein Mensch im Kongo." Aber warum ist das Land so arm? "Der Kongo gehörte von 1880 bis 1908 einer einzigen Person: dem König von Belgien", erklärt Annette Scheunpflug. "Aber liegt das nicht in Europa?!", fragt ein Junge. "Genau", nickt die Wissenschaftlerin. "Der Kongo war eine belgische Kolonie. Die Belgier hissten dort ihre Flagge und plünderten alles aus." Weil man in Belgien Französisch spricht, machten die Belgier ihre Sprache auch im Kongo zur Hauptsprache. "In der Schule sprechen Schüler und Lehrer Französisch." Zuhause aber nicht: "In dem Land werden 40 verschiedene Sprachen gesprochen", erklärt Annette Scheunpflug.


Du kannst den Kindern helfen

Seit 1960, also seit fast 60 Jahren, ist das Land frei, "aber sehr arm." Lehrerinnen und Lehrer bekommen zum Beispiel nur 30 Euro im Monat. "Oh, ich kriege genauso viel Taschengeld, wie die Lehrer im Kongo als Gehalt bekommen", sagt die zehnjährige Studentin Magdalena nachdenklich. "Das ist komisch, denn ich muss zum Beispiel keine Miete oder etwas fürs Essen zahlen." Die Lehrerinnen und Lehrer im Kongo haben selbst oft keine gut ausgebildeten Lehrer gehabt. Hier hilft die Uni Bamberg: "Die Uni bildet Lehrer aus, die wiederum die Lehrer im Kongo ausbilden, damit die guten Unterricht machen können", erklärt Annette Scheunpflug.


Es gibt viel Zoff um den wertvollen Stoff Coltan

Doch es gibt noch mehr Schwierigkeiten für Schüler in dem afrikanischen Land: Zum einen kommen manchmal Raubtiere gefährlich nah an die Schulen. Und zum anderen gibt's ein Problem, das auch etwas mit uns zu tun hat: "Es gibt gerade einen großen Krieg um Rohstoffe", sagt die Forscherin und zeigt ein Bild von dem Stoff Coltan. Das ist ein Erz, das in den meisten Smartphones drinsteckt. Damit kann man viel Geld verdienen und deshalb streiten sich viele Leute darum. Auch mit Gewehren. Du selbst kannst helfen: "Wenn ihr das nächste Mal ein Smartphone kauft, dann bittet eure Eltern darum, ein Fairphone zu kaufen", erklärt die Forscherin. Denn in ein Fairphone kommen nur Stoffe, die ohne Gewalt abgebaut oder hergestellt werden.


Einflussreiche Helfer beraten sich in Bamberg

Damit das Leben für Schüler und Lehrer im Kongo besser wird, treffen sich übrigens in zwei Wochen wichtige Leute in Bamberg: "Dann tagt hier die Unesco." Die Unesco ist die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur. Bei dieser Versammlung wird auch beraten, wie den Schülern im Kongo geholfen werden kann.
Um Dinge besser zu machen, ist es gut, wenn man sich für sie interessiert: "Ich fände es toll, mal für eine Woche im Kongo in die Schule zu gehen. Das würde ich mal ausprobieren", meint Lea aus Trunstadt bei Bamberg.
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