Das neue Motto der Festspiele lautet "Anno 1220" und weist auf die Rückkehr des Kreuzfahrers Graf Otto aus dem Heiligen Land in diesem Jahr hin, der mit seiner Gemahlin Beatrix orientalische Lebensart und Kultur nach Franken brachte und Botenlauben zu einem kunstsinnigen Hof ausbaute.

Dem Anspruch, Geschichte authentisch am Originalschauplatz zu zeigen, will man mit der Überarbeitung des Sängerwettstreits und den Botenlaubenliedern noch näher kommen. Deshalb wurde Knud Seckel aus Alsbach als künstlerischer Leiter für die Festspiele verpflichtet. Er kennt als Musiker von "Minnesangs Frühling" die Festspiele, tritt als Solist mit mittelalterlichen Programmen auf, hat mehrere CDs veröffentlicht und ist bereits zwei Mal bei Veranstaltungen der Internetplattform www.minnesang.com zum Minnesänger des Jahres gekürt worden. Er wird auch die Rolle des Grafen Otto übernehmen.

Die Minnesänger werden bei den nächsten Festspielen die überlieferten Texte in original mittelhochdeutscher Sprache singen. Neu aufgenommen sind Anklänge an den jahrelangen Orientaufenthalt des Grafenpaares, und Catherine Vogel wird die Rolle der Beatrix mit französischen Textpassagen neu interpretieren und so an die burgundische Heimat der Gräfin erinnern.


Solokonzert als Glanzpunkt



Einen künstlerischen Glanzpunkt will Knud Seckel mit einem Solokonzert setzen. Im intimen Rahmen des so genannten "Rüsthofs" in der alten Burg wird er die überlieferten Minnelieder des Otto von Botenlauben interpretieren, mit denen der Graf einst um die Gunst "hoher Frouwe" warb.

Dabei setzt der Heimatverein weiter auf die stimmungsvolle Kulisse der Burgruine und das vielfältige Lagerleben im oberen Burghof. Auch das Freilichtspiel "Der Vogt von Botenlauben" auf der Naturbühne und das nächtliche Feuertheater auf der Zinne werden nur wenig verändert.

Unter großem Beifall der Mitglieder gab der Vorsitzende den Beschluss des Vorstands bekannt, Ewald Kiesel zum Ehrenmitglied zu ernennen. Vogel würdigte das Gründungsmitglied als tragende Säule des Vereins. Kiesel sei ein Vorbild an Tatkraft und Zuverlässigkeit. "Ewald, du bist nicht nur unermüdlicher Helfer und oberster Traktorfahrer beim Burgfest-aufbau, du organisierst auch die Ritanswiser Fronbauern auf der Burg, verkörperst glaubwürdig bäuerliches Leben und bist als Zeitzeuge eine gesuchte Quelle für Geschichten aus Alt-Reiterswiesen. Das wird mit deinem Namen verbunden bleiben".