Münnerstadt
Kunst

Münnerstadt: Mosaike sind eine uralte Kunsttechnik

In der kleinen Galerie des Seniorenzentrums St. Elisabeth in Münnerstadt sind derzeit Mosaik-Reproduktionen der Künstlerin Isolde Hauser zu sehen.
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Die Ausstellung der Mosaike von Isolde Hauser kann bis Mitte Juli tagsüber im Seniorenzentrum Sankt Elisabeth besichtigt werden. Horst Kreutz (rechts) präsentiert die Arbeiten. Foto: Dieter Britz
Die Ausstellung der Mosaike von Isolde Hauser kann bis Mitte Juli tagsüber im Seniorenzentrum Sankt Elisabeth besichtigt werden. Horst Kreutz (rechts) präsentiert die Arbeiten. Foto: Dieter Britz

"Mosaike sind eine schon im Altertum bekannte und beliebte Gattung der Bildenden Künste, bei der durch Zusammenfügen von verschiedenfarbigen oder verschieden geformten Teilen Muster oder Bilder entstehen. Dabei können verschiedene Materialien verwendet werden, klassisch sind Stein- und Glasmosaik; im islamischen Mittelalter kamen Kachelmosaike hinzu" heißt es kurz und bündig im Internet-Lexikon Wikipedia. Farbige Reproduktionen von zwei Dutzend Mosaiken sind zurzeit in der "Kleine Galerie" im Seniorenzentrum St. Elisabeth zu sehen. Die Originale wären zu groß und schwer, um sie aufzuhängen, erklärt Horst Kreutz, der die Galerie organisiert und immer wieder sehr interessante und sehenswerte Ausstellungen präsentiert.

Geschaffen wurden diese Mosaiken von der 1960 geborenen Künstlerin Isolde Hauser, die 380 Kilometer entfernt in Jestetten an der Schweizer Grenze lebt. Sie stammt ursprünglich aus Elsenfeld am Main im Landkreis Miltenberg und lebte zeitweise auch in Bad Neustadt. Schon als Kind half sie ihrem Vater auf Baustellen beim Fliesen und Belegen von Treppen, schreibt sie auf ihrer Internetseite.

Sie besuchte später die Fachakademie für Sozialpädagogik am BBZ (Berufsbildungszentrum) Münnerstadt. Dort war sie Schülerin von Horst Kreutz, der im Kunstunterricht die Lust aufs Experimentieren mit verschiedenen Materialien förderte. Heute arbeitet sie als Künstlerin in Jestetten mit dem Schwerpunkt Mosaike. "Bei einem Klassentreffen fiel auch der Name Horst Kreutz, an den ich sehr gute Erinnerungen hatte. Das gab den Anstoß für mich, ihm einen Brief zu schreiben," erzählte sie beim Telefongespräch mit dieser Zeitung. So kam die erneute Verbindung zustande, und Horst Kreutz lud seine ehemalige Schülerin ein, Reproduktionen von einigen ihrer Mosaiken in der Kleinen Galerie auszustellen. Immerhin ein Original wird in nächster Zeit zu sehen sein, denn bei einem Besuch in ihrer alten Heimat Anfang Juli bringt sie eines ihrer Kunstwerke mit, das dann in der kleinen Galerie ausgestellt wird.

Schon die Reproduktionen vermitteln einen guten Eindruck der Arbeit von Isolde Hauser. Sehr gelungen sind die Tier-Mosaiken von einer Eule, zwei Elefanten, einer Katze. Besonders beeindruckend sind die Taube und die Darstellung eines Zirkus mit einem Elefanten und einem Clown. Aber auch die Gesichter, die Figuren und die abstrakten Mosaiken zeigen, dass sie ihre Kunst beherrscht.

Die Mosaiktechnik war schon im alten Orient bekannt, erklärte Horst Kreutz den Besuchern bei der Vernissage. Mosaiken wurden zur Dekoration von Wänden, Fußböden oder Gewölben verwandt. Aneinandergefügt werden durch Schnitt, Hammerschlag, Kneten oder Brennen hergestellte Formteile. Auch Stifte, Rollen, Steinchen und auch Halbedelsteine werden verwendet. Sie werden in frischen Mörtel oder Gips eingerückt oder auf alle möglichen Untergründe, sogar auf Glasplatten, aufgeklebt. Säulen in romanischen Kirchen wurden mit Mosaiken verziert. "Als Kunst am Bau gab es diese Dekorationstechnik bis in die Fünfzigerjahre. Dann wurde sie leider aus Kostengründen eingestellt", bedauerte Horst Kreutz. Weitere Infos: im Internet unter www.mosaik-und-mehr.de

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