Kulmbach

Mitglieder zeigen viel Biss

Die Genussregion Oberfranken ist spürbar im Aufwind. Immer mehr Städte und Landkreise wollen dabei sein.
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Der siegreiche Oberfrankenburger wurde von Matthias Sprenger und Benedikt Kraus vom Landgasthof Detsch in Haig (Landkreis Kronach) entwickelt. Das Patty besteht aus Fleisch vom Anguskalb und Speck vom Mangalitza-Strohschwein, beides aus der Region, gewürzt mit Salz und Pfeffer. Das Brötchen ist ein Treber-Brioche auf Sauerteigbasis mit heimischen Zutaten. Zum perfekten Burger gehören natürlich heimische Zwiebeln, die in diesem Fall mit einem Pale Ale einer Brauerei aus der Region veredelt wur...
Der siegreiche Oberfrankenburger wurde von Matthias Sprenger und Benedikt Kraus vom Landgasthof Detsch in Haig (Landkreis Kronach) entwickelt. Das Patty besteht aus Fleisch vom Anguskalb und Speck vom Mangalitza-Strohschwein, beides aus der Region, gewürzt mit Salz und Pfeffer. Das Brötchen ist ein Treber-Brioche auf Sauerteigbasis mit heimischen Zutaten. Zum perfekten Burger gehören natürlich heimische Zwiebeln, die in diesem Fall mit einem Pale Ale einer Brauerei aus der Region veredelt wurden. Eine Süßholz-Hanf-Emulsion gab dem Burger eine exotische Note. Weitere Komponenten waren Eiszapfen, hausgemachter Apfelessig sowie Ziegenfrischkäse und Birne aus heimischem Anbau. Foto: Ebert
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Wie misst man den Erfolg der Genussregion Oberfranken? Daran, dass der Bezirk gemessen an der Bevölkerungszahl weltweit die höchste Dichte an Bäckereien, Metzgereien, Brauereien und Brennereien aufzuweisen hat? Daran, dass dies inzwischen Allgemeinwissen geworden ist und jeder Bürger, aber auch jeder Minister die Genussregion kennt? Oder daran, dass unsere Bratwürste, unser Bier oder unser Schäufele einfach gut schmecken? Die 120 Mitglieder, die zur Hauptversammlung in den Saal der Staffelberg-Bräu in Loffeld bei Bad Staffelstein gekommen waren, beantworteten alles diese Frage mit einem klaren Ja.

Der Vorsitzende und Kulmbacher Landrat Klaus Peter Söllner hatte noch eine andere Erklärung: "Die Genussregion ist inzwischen bei den Menschen angekommen. Sie ist zu einem sympathischen Leitthema geworden, das alle Landkreise und Städte verbindet."

"Unglaubliches Potenzial"

Gerade die Präsentation auf der Grünen Woche in Berlin habe unlängst gezeigt, das man gemeinsam etwas bewegen könne. "Die Kulinarik birgt ein unglaubliches Potenzial für unsere Region", sagte Söllner.

Allerdings könne und dürfe man sich nicht auf den Rekorden ausruhen, mahnte der Vorsitzende. "Wir müssen das, was uns unsere Mütter und Väter vererbt haben, pflegen und weiterentwickeln." Die Voraussetzungen dafür habe man geschaffen. Seit April 2018 habe der Verein mit Norbert Heimbeck erstmals einen eigenen, hauptamtlichen Geschäftsführer. "Das haben wir der tatkräftigen Unterstützung von Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und der Oberfrankenstiftung zu verdanken", so Söllner.

Norbert Heimbeck stellte denn auch einen umfangreichen Tätigkeitsbericht vor. Neben einer umfassenden Neustrukturierung der Internetseiten des Vereins, die im März 2019 abgeschlossen sein werde, habe man an verschiedenen Veranstaltungen und Messen teilgenommen und für die Genussregion geworben. Des Weiteren hab der Verein seine Pressearbeit intensiviert. Ob Wildbret-Vermarktung, Begleitung von Pressereisen oder Tipps zum Grillen: "Die Anfragen zu allen Themen rund um die fränkische Küche haben bei uns stark zugenommen." Weitere Arbeitsschwerpunkte seien die Verbesserung des Zertifizierungsverfahrens für die Mitgliedsbetriebe, das Ausbildungskonzept für die Schulung und der regelmäßige Austausch der oberfränkischen Genussbotschafter gewesen.

Dass die Genussregion auch neue Wege geht, zeigte der erstmals durchgeführte Oberfrankenburger-Wettbewerb. Ziel war es, aufzuzeigen, dass das gerade bei jüngeren Zielgruppen beliebte Produkt auch sehr hochwertig und vor allem mit Zutaten aus der Region hergestellt werden kann. "Das Ergebnis war mehr als eindrucksvoll", so Heimbeck. "Unsere heimischen Gastronomen und Metzgereien haben gezeigt, was in ihnen steckt."

Erzählen, was schon da ist

Andreas Fickenscher vom gleichnamigen Backhaus in Münchberg ging auf den Genussort-Wettbewerb des Freistaats ein. "Von 100 Genussorten in Bayern liegen stolze 23 in Oberfranken", sagte er. Sein Heimatort sei einer davon. Um die Auszeichnung bekannter zu machen, habe man in der Stadt verschiedene Ideen entwickelt: "Wir mussten dazu nichts erfinden, es genügte, zu erzählen, was schon da ist." Sprich, es wurde eine genaue Recherche durchgeführt, welche Spezialitätenanbieter und regionalen Gastronomen es in der Stadt und im Umland von Münchberg gibt und welche Spezialitäten diese anbieten. "Stolze 33 Anbieter wurden gefunden, sie und ihre Leitprodukte und Spezialitäten wurden in einer eigenen Broschüre zusammengefasst", sagte Fickenscher und brach eine Lanze für die Genussregion: "Viele kochen ihr eigens Marketingsüppchen. Aber wir sollten zusammenrücken, um die Genussregion als Ganzes zu sehen. Dabei könnten große Ideen entstehen." red

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