Den Wechsel zwischen Winterzeit und Sommerzeit gibt es weiterhin einheitlich in allen EU-Mitgliedsstaaten, aber auch in den Landesteilen, die in der Nähe der EU liegen. So gilt diese Regelung für die Schweiz: Obwohl die Alpenrepublik kein EU-Land ist, wird dort zeitgleich wie in Deutschland, Italien oder Österreich die Uhr auf Winterzeit oder Sommerzeit umgestellt.
Auch Norwegen und Liechtenstein halten sich als Teil des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) an die EU-Vorgabe zur Zeitumstellung. Die Ukraine hat dagegen, trotz des Antrags auf EU-Mitgliedschaft, die Zeitumstellung 2024 abgeschafft. Allerdings hat der Präsident das Gesetz laut Medienberichten nie unterschrieben, weshalb wohl weiterhin an der Uhr gedreht wird.
Großteil der Welt verzichtet auf Zeitumstellung
Ein Blick über den Kontinent hinaus zeigt, dass die Mehrheit der Welt ganzjährig bei derselben Zeit bleibt. In Afrika, Asien, dem Mittleren Osten und Südamerika gibt es nur eine Handvoll Länder, die zwischen Sommerzeit und Winterzeit wechseln – entweder wurde die Zeitumstellung vor Jahren abgeschafft oder sie wurde schlichtweg nie eingeführt.
In Europa haben nur die folgenden Länder keine Zeitumstellung mehr:
- Armenien
- Belarus
- Georgien
- Island
- Türkei
- Russland
In anderen Teilen der Welt findet die Zeitumstellung zu anderen Terminen statt als in Deutschland. So wird in Chile bereits Anfang September die Uhr umgestellt, in Neuseeland Ende September und in Australien Anfang Oktober. Die USA stellen dagegen erst deutlich später um, am 1. November des Jahres. Dafür endet die Winterzeit in den Vereinigten Staaten schon Mitte März wieder, rund zwei Wochen bevor die EU die Uhren vorstellt.
Zeitumstellung kann negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben
Wie eine repräsentative Umfrage der Krankenkasse DAK ergab, hat in Deutschland jeder vierte Mensch über 14 Jahren gesundheitliche Probleme durch die Zeitumstellung. Die meisten davon klagten allgemein über Müdigkeit. Im Falle der Winterzeit kann es vor allem sein, dass man am Abend schon früher müde wird.
Allgemein bedeutet die Zeitumstellung für die meisten von uns eine besondere und zusätzliche Belastung für den Körper. Die meisten verkraften die Umstellung innerhalb von einigen Tagen, doch empfindlichere Menschen brauchen mehrere Wochen. Das kommt in der kalten Jahreszeit alles andere als gelegen. Denn ausreichend Schlaf ist Experten zufolge wichtig für das Immunsystem. Laut Neurobiologin und Schlafexpertin Verena Senn unterstützt er den Körper dabei, Viren abzuwehren oder deren Auswirkungen zu mildern.
Wieso wurde die Zeitumstellung noch nicht abgeschafft?
Insgesamt bleiben die Argumente für und gegen die Zeitumstellung umstritten. Während ursprünglich Energieeinsparungen durch besseres Tageslicht angestrebt wurden, zeigen Studien, dass die Einsparungen minimal sind und durch höheren Energieverbrauch in anderen Bereichen, wie Heizung, kompensiert oder gar übertroffen werden. Weitere Fakten rund um die Zeitumstellung haben wir hier zusammengefasst.
Innerhalb der EU wird die Zeitumstellung aber voraussichtlich erst mal bestehen bleiben. Der Rat der EU muss zunächst eine offizielle Position zu dem Thema bekannt geben – dafür muss das Thema aber erst mal auf der Agenda landen. Aktuell hat Irland den Vorsitz inne, die Abschaffung der Zeitumstellung steht aber nicht auf der Prioritätenliste des Landes.
Immerhin: Ein litauischer Beamter beteuerte zuletzt im Gespräch mit der AFP, sein Land wolle das Thema oben auf die Tagesordnung setzen, wenn es den Vorsitz im Rat der EU innehat. Litauen übernimmt 2027 den Ratsvorsitz. Bis dahin liegen möglicherweise auch die Ergebnisse einer Studie vor, die den Rat bei seiner Entscheidung unterstützen sollen. Laut der deutschen Vertretung der EU-Kommission soll die Untersuchung bis Ende 2026 abgeschlossen sein.
Vorschaubild: © Elisa Schu/dpa
Funkuhren auf dem Schreibtisch müssen wie gewohnt manuel umgestellt werden, ebenso die an der Wand:-)
"Funkuhren* auf dem Nachttisch stellen sich von selbst um."
Wie ist das bitte bei der Funkuhr auf meinem Schreibtisch?