Anzeige
Wohnen
Deutschland
Bau-Tipps

Massiv und ökologisch bauen: Für mehr Nachhaltigkeit bei deinem Eigenheim

Ökologisch bauen heißt auch: nachhaltig bauen. Du solltest die Nachhaltigkeit der verwendeten Materialien im Blick behalten sowie zukunftsfähig und flexibel planen. Schon in der Planungsphase ist es wichtig, Bauprojekte ökonomisch und wirtschaftlich sinnvoll zu konzipieren.
 
Ökologisch bauen: Nachhaltigkeit beim Eigenheim
Du solltest bereits in der Planungsphase für dein Eigenheim die Nachhaltigkeit im Blick behalten. Verwende beispielsweise nur die richtigen Materialien. Foto: Jörg Colling
+1 Bild

Schon beim Bau eines Eigenheims kannst du ökologisch vorgehen. Dazu solltest du vor allem auf die Materialien achten, die verwendet werden - aber auch auf die Bauweise. 

Wir erklären dir, wie du nachhaltig bauen kannst und welche Vorteile das mit sich bringen kann. 

Was bedeutet "ökologisches Bauen"?

Mit dem ökologischen Bauen beschäftigt sich die Baubiologie. Das ist die Lehre von den ganzheitlichen Beziehungen zwischen den Menschen und ihrer gebauten Umwelt.

Baubiologisches Bauen ist…

  • Vorsorge um eine lebenswerte Zukunft …
  • Qualitäts- und verantwortungsbewusste Innovation nach ästhetischen Gesichtspunkten
  • Orientierung am Vorbild Natur, auch an ihren vielfältigen Formen und Farben
  • Rücksichtnahme auf alle Mitmenschen
  • Engagement für eine gesunde Wohnumwelt
  • Ein Gesamtkonzept im ganzheitlichen Sinne

Was sind ökologische Baustoffe?

Nachhaltige Baustoffe sind die umweltverträgliche Alternative zu konventionellen Baustoffen. Sie bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen und ihre Herstellung ist mit geringem Energieaufwand möglich.

Baustoffe und Raumausstattung

  • natürliche, schadstofffreie Materialien mit möglichst geringer Radioaktivität verwenden
  • auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wärmedämmung, Wärmespeicherung, Oberflächen- und Raumlufttemperaturen achten
  • feuchtigkeitsausgleichende Materialien verwenden
  • auf geringe Neubaufeuchte achten
  • neutral- oder wohlriechende Materialien verwenden wie z.B. Kalk- oder Lehmputz

Das Holzhaus

Das Holzhaus liegt voll im Trend – und zwar aus guten Gründen.

Die Vorteile der Holzbauweise

  • Holz ist ein nachwachsender Rohstoff
  • Speichert langfristig CO2
  • Schont die begrenzten Energie- und Rohstoffreserven
  • Verschiedene, flexible Holzbausysteme lassen sich sehr gut an Nutzungsbedingungen und Wünsche des Bauherrn anpassen
  • Hoher Vorfertigungsgrad sorgt für verkürzte Bauzeit
  • Holz ist leichter als Stahl und fast so druckfest wie Beton, Kann im Gegensatz zu Beton aber auch Zugkräfte aufnehmen (wird im Hybridbau, also Holz-Beton-Verbund, genutzt)
  • Holz ist „warmer“ Baustoff und kann Raumluftfeuchte positiv beeinflussen – für eine hohe Wohnqualität und ein gesundes Wohnklima

Strohballenbau

Die Verwendung von Strohballen ist beim ökologischen Baustil nicht ungewöhnlich. Im Gegenteil, denn das Material eines Strohballenhaus ist nicht nur äußerst umweltfreundlich, sondern sorgt in Kombination mit Holzständern sowie Kalk- und Lehmputz für ein wohngesundes Raumklima.

Vorteile des Strohballenbaus

  • Stroh überzeugt vor allem durch sehr gute ökologische Eigenschaften
  • Ist regional, CO2-neutral und schnell nachwachsend
  • Herstellung der Ballen benötig etwa 100 x weniger Energie als die Herstellung von beispielweise Mineralwolle oder Polysterol
  • Strohballen sind vollständig biologisch abbaubar, da sie ohne chemische Zusätze verbaut werden
  • Wärmedämmeigenschaften von Strohballen sind so gut, dass bei einer Wandstärke von 40 bis 50 Zentimetern auch der Passivhausstandard erreicht werden kann

Das Massivhaus

Anders als Holz ist Stein kein nachwachsender Rohstoff. Materialen wie Kalksandstein und Tonziegel, aus denen Massivhäuser meist bestehen, müssen aufwendig abgebaut und hergestellt werden, was wiederum Energie und Ressourcen verbraucht. Zudem werden einige Materialien aus dem Ausland importiert, was die CO2 Bilanz für die Herstellung steigen lässt.

Vorteile des aktuellen Mauerwerksbaus

  • Größere Steine mit weniger Gewicht wurden entwickelt und lassen sich leichter verbauen und beschleunigen so den gesamten Bauprozess
  • Verbesserungen im Wärmeschutz wurden vorgenommen, da Steine passgenauer gestaltet wurden
  • Der Einsatz natürlicher Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, wie beispielsweise Stroh, Holzfaserdämmplatten, Flachsfasern, Hanffasern, Schafwolle ist möglich

Auch wenn sich über die Baukosten keine pauschale Aussage treffen lässt, gilt eine Größenordnung von zehn Prozent bis 30 Prozent Mehrpreis für eine ökologisch-nachhaltige Immobilie als typisch. Gut gedämmte und gesunde Einfamilienhäuser in Holzbauweise können beispielsweise ab 1.600 EUR pro Quadratmeter hergestellt werden. Diese in gut nutzbarer und einfacher Ausführung gefertigten Häuser beinhalten dann unter anderem dreifach verglaste Holzfenster, Zellulosedämmung, Lehmputze, eine Lüftungsanlage und Vollholzböden. In einem ähnlichen Kostenrahmen lassen sich auch Strohballengebäude errichten.