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Göttingen
Weltall

Neuer Planet entdeckt: Forscher finden "zweite Erde"

3000 Lichtjahre ist der neue Planet entfernt, den Wissenschaftler neu entdeckt haben. Wie sind die Lebensbedingungen auf der möglichen "zweiten Erde"?
 

Die Wissenschaft forscht seit Jahrzehnten nach einem menschenfreundlichen Lebensraum im Universum. Immer wieder werden Planeten und ähnliche Körper analysiert und auf ihre Tauglichkeit geprüft. Nun haben Forscher des "Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung" neue Erkenntnisse zu einer "zweiten Erde" präsentiert. 

"KOI-456.04" heißt der Planet und ist rund 3140 Lichtjahre von unserer Erde entfernt. "KOI" ist doppelt so groß wie die Erde. Die Entfernung zu einem sonnenähnlichen Stern lässt für Menschen lebensfreundliche Temperaturen auf der Planetenoberfläche zu. Ihre Forschungsergebnisse haben die Wissenschaftler im Fachmagazin Astronomy & Astrophysics publiziert. 

"Zweite Erde": Forscher analysieren Helligkeit

"In Kombination mit seinem sonnenähnlichen Heimatstern Kepler-160 erscheint das System dem Gespann aus Sonne und Erde so ähnlich wie kein anderes Paar aus Stern und Planet, das wir kennen", kommentiert René Heller, Autor der Studie und Forscher am "MPS".

Um einschätzen zu können, wie lebensfreundlich ein Planet sei, müsse man den dazugehörigen Stern im Blick behalten, führt er aus. Circa 93 Prozent der irdischen Lichtmenge trifft auf "KOI-456.04". Im Falle, dass eine entsprechende Atmosphäre existiert, wäre eine Durchschnittstemperatur von fünf Grad Celsius auf der "zweiten Erde" möglich. Das sind rund zehn Grad Celsius weniger als auf der Erde. 

Mithilfe mehrerer Weltraumteleskope, wie "Kepler" haben die Forscher unter anderem Helligkeiten gemessen. Durch eine neu entwickelte Methode lassen sich auf diese Weise relativ kleine, bisher nicht in die Forschung aufgenommene Planeten aufspüren. Bisher wurden auf diese Weise bereits 18 derartiger Himmelskörper gefunden - einer davon ist "KOI-456.04".

Das internationale Team an Wissenschaftlern, das in Göttingen (Niedersachsen) ansässig ist, will auf diesem Gebiet weiterforschen. Denn: In der Vergangenheit wurden bereits zahlreiche Planeten als potenzielle Lebensräume identifiziert. Allerdings wiesen alle Beispiele den Fakt auf, dass sie zwar lebensfreundliche Temperaturen aufwiesen, aber um sogenannte "rote Zwerge" kreisten. "Rote Zwerge" haben eine lange Lebensdauer, strahlen aber vor allem Infrarotlicht ab, das nicht besonders stark ist. "Es ist deshalb zweifelhaft, ob erdgroße Planeten um rote Zwerge günstige Bedingungen für das Entstehen von Leben bieten", so die Forscher. Oftmals kommt es auf der Oberfläche solcher Planeten zu erruptionsartigen Explosionen, was Leben darauf unmöglich macht. 

Das hingegen, scheint auf "KOI-456.04" nicht Fall zu sein. Im Video (oben im Artikel) wird nochmals ausführlich erklärt, was die Entdeckung der Forscher des "Max-Planck-Instituts" bedeutet. 

Erst kürzlich haben Forscher ein grünes Leuchten in der Atmosphäre des Mars entdeckt: Was dahinter steckt und was die Erde damit zu tun hat. 

tu

Symbolfoto: pixabay.com