Woher das Raketenteil stammt, konnte bisher nicht endgültig geklärt werde. Anzeichen deuten darauf hin, dass es sich entweder um eine 2015 gestartete SpaceX-Rakete oder eine 2014 gestartete chinesische Rakete handelt. Den Anfangsverdacht, dass es sich bei dem Raketenteil möglicherweise um eine Raketenstufe des US-amerikanischen Raumfahrtunternehmens SpaceX handeln könnte, korrigierten Fachleute später.
War Einschlag auf der Erde zu sehen?
Derzeit wird die ausrangierte Oberstufenrakete einem chinesischen Projekt zugeordnet. Demnach geht um eine Rakete, die im Zuge der Mond-Mission "Chang´e 5-T1" im Oktober 2014 auf den Weg gebracht wurde. Doch sowohl China als auch SpaceX bestreiten jegliche Anschuldigungen.
Alle Astronomie-Fans werden jetzt leider enttäuscht, denn der Einschlag der Rakete auf dem Mond war von der Erde aus nicht zu sehen. Das hat zwei Gründe: Zum einen haben Fachleute berechnet, dass die Rakete in einen etwa 570 Kilometer großen Hertzsprung-Krater einschlagen wird. Dieser befindet sich jedoch auf der Rückseite des Mondes außerhalb der Sichtweite der Erde. Zum anderen ist der Mond am 4.3.2022 nur zu etwa fünf Prozent vom Sonnenlicht beleuchtet. Es war ziemlich unwahrscheinlich, dass mit diesen fünf Prozent ausgerechnet die Einschlagstelle beleuchtet sein wird.
Doch auch wenn wir Menschen womöglich den Raketeneinschlag nicht sehen konnten, sollte die Raumsonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) der US-Raumfahrtorganisation Nasa nach dem Einschlag so schnell wie möglich den entstandenen Krater suchen, finden und fotografieren. Jedoch konnte auch die Raumsonde die Kollision nicht live beobachten.
Untersuchung durch Raumsonde der Nasa
Nach zwei Wochen kann die LRO frühstens den Hertzsprung-Krater erkunden und Aufnahmen von der Einschlagstelle machen. Dabei werden die Bilder eine Auflösung von etwa einem Meter pro Pixel haben. Andere Raumfahrtagenturen aus China oder Indien könnten ebenfalls ihre Kameras auf den Krater richten. Ob sie dies machen werden, ist bisher nicht bekannt.
Fest steht: Dem Mond konnte der Einschlag der Rakete nicht schaden. Seit seinem Bestehen hat er bereits unzählige Einschläge überstanden. Dies zeigen die zahlreichen Krater auf seiner Oberfläche. Für die meisten Krater sind andere Himmelskörper, wie Asteroiden oder Kometen verantwortlich. Im Vergleich zu deren Einschlägen wird das Raketenteil nur einen verhältnismäßig kleinen Krater auf der Mondoberfläche hinterlassen. Fachleute gehen davon aus, dass er einen Durchmesser von zehn bis 30 Metern haben und etwa bis drei Meter tief sein wird.
Passend zum Thema: Film oder Realität? Die Nasa unterstützt neue Projekte zur Erkundung des Weltraums mit mehr als fünf Millionen Dollar - So könnten in der Zukunft etwa Drohnen weitere entfernte Planeten untersuchen.