Blutmond Die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts, der Mars besonders groß und nah - und eine sehr warme Sommernacht: Bei Temperaturen bis zu 30 Grad haben am Freitagabend unzählige Menschen mit bloßem Auge, Fernglas oder Teleskop das extrem seltene Himmelsschauspiel verfolgt. Viele Sternwarten, Planetarien, astronomische Vereine und Forschungsinstitute luden zum Beobachten des Schauspiels ein.

So sah der Blutmond in Franken aus


Zur etwa 103 Minuten langen totalen Mondfinsternis gesellte sich ein besonders heller und großer Mars. Eine ähnliche Mars-Stellung war zuletzt vor 15 Jahren zu sehen. "Für die derzeit lebenden Menschen ist das ein einmaliges Ereignis", sagt der Chef der Vereinigung der Sternfreunde in Heppenheim, Sven Melchert.

Im Norden, Westen und Süden war die Sicht auf die beiden rötlich leuchtenden Himmelskörper vielerorts recht gut. Der Deutsche Wetterdienst meldete für diese Regionen vereinzelt Wolken. Weniger Glück hatten weite Teile Brandenburgs, Sachsen-Anhalts, Sachsens und Thüringens. Dort blickten viele auf Gewitterwolken statt auf einen sternenklaren Abendhimmel. Über Berlin hingen einige Wolken. Auch am Alpenrand war das Himmelsspektakel nicht überall zu sehen.

Einen besonders guten Blick darauf hatte Astronaut Alexander Gerst, der derzeit auf der Raumstation ISS ist. Auch die ISS war am späten Abend für kurze Zeit neben Mond und Mars am Himmel erkennbar.
Gerst twitterte am Abend ein Foto beim Kurznachrichtendienst Twitter und schrieb dazu: "Gerade ein Foto der #Mondfinsternis von der Internationalen Raumstation aus gemacht. Schwierig einzufangen. Der leichte Blaustich kommt von der Atmosphäre, kurz bevor der Mond darin "untergetaucht" ist."

 


In Franken sorgte das Himmelsspektakel teilweise für Verkehrsstörungen. So stellten im Landkreis Erlangen-Höchstadt viele Menschen ihre Autos an Zufahrtsstraßen ab, um das Schauspiel zu beobachten. Anderen Verkehrsteilnehmern wurde dadurch die Durchfahrt versperrt. In Atzelsberg musste die Polizei deshalb eine Zufahrt sperren, um feststeckenden Autos das Wenden zu ermöglichen.


Mondfinsternis 2018: Blutmond - Was ist das und wann sieht man das Phänomen?

  • Als "Blutmond" bezeichnet man den Zustand des Mondes, sobald er sich im komplett im Schatten der Erde befindet. Da das Sonnenlicht durch die Erdatmosphäre gebrochen wird, erreicht uns vor allem rotes Licht des Himmelskörpers, der dadurch "blutig" wirkt.
  • Die Bedingungen für eine Mondfinsternis sind, dass Mond, Erde und Sonne in einer ganz bestimmten Konstellation zueinander stehen.
  • Der Mond muss sich im Schatten der Erde, auch "Kernschatten" genannt, befinden. Die Erde steht dann zwischen Sonne und Mond. Abhängig davon, wie groß der Schatten ist, den die Erde auf den Mond wirft, ist über Deutschland und der fränkischen Region eine partielle oder eine totale Mondfinsternis zu bestaunen.
  • Im Fall der Finsternis am 27. Juli 2018 handelt es sich um eine sogenannte "totale Mondfinsternis". Das bedeutet, dass der Mond im Verlauf der Finsternis komplett in den Kernschatten des Erdballs tritt.


Übrigens: Die maximale Dauer einer totalen Mondfinsternis beträgt 106 Minuten. Am 27. Juli dauert die Finsternis 103 Minuten.

Mondfinsternis 2019: Wann findet die übernächste statt?

Die übernächste totale Mondfinsternis findet bereits am 21. Januar 2019 statt. Sofern das Wetter im kühlen Januar mitspielt, ist auch sie über Deutschland und Franken zu bewundern.
red/tu