Der menschliche Körper ist eines der erstaunlichsten Dinge, das die Natur hervorgebracht hat. Und auch wenn wir schon viel über unseren Körper wissen, gibt es noch einiges, was du ganz bestimmt nicht weißt.

Vor allem die Haut und das Blut des Menschen bergen Kurioses. Aber auch über Fingernägel, die Haut und das menschliche Erbgut gibt es interessantes zu lernen. Hier sind elf unglaubliche Fakten über den menschlichen Körper.

1. Im Gesicht leben Milben: Kuriose Fakten über unseren Körper

Sie leben, essen und paaren sich auf der Haut des Menschen: Haarbalgmilben und Talgdrüsenmilben. Laut der Ärzte Zeitung tragen 95 Prozent aller Menschen die sogenannte Demodex folliculoru und Demodex brevis mit sich. Und die Besiedlung nimmt im Laufe des Lebens ständig zu.

Im hohen Alter haben fast alle Menschen die nahezu durchsichtigen Spinnentiere auf sich. Allerdings sind die Milben meist ungefährlich und werden oft nicht einmal entdeckt. Denn an sich kann der Träger die etwa 0,25 bis 0,4 Millimeter kleinen Tierchen weder spüren noch sehen.

Die Verwandte der Spinnen und Zecken wohnt übrigens am liebsten am Kinn, im Nacken oder auch der oberen Brustregion. Dort graben sie sich kopfüber in die Poren der Haut und ernähren sich vom Sekret der Talgdrüsen. Die einzig gute Nachricht an diesem unappetitlichen Fakt: Die Milben haben keinen After. Es landen also keine Ausscheidungen auf unserer Haut.

2. Ein Fingernagel wächst schneller als alle anderen

Fingernägel werden jede Woche um 0,5 bis 1,2 Millimeter länger. Wobei der Nagel des Mittelfingers am schnellsten und der Daumennagel am langsamsten wächst. Interessant ist auch, dass bei Rechtshändern die Nägel der rechten Hand etwas schneller wachsen als jene der linken Hand. Bei Linkshändern ist es umgekehrt. Das hängt wohl mit der besseren Durchblutung der mehr bewegten Hand zusammen.

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Fingernägel wachsen übrigens rund dreimal so schnell wie Zehennägel. Das könnte an dem stärkeren Einfluss von ultraviolettem Sonnenlicht liegen. Bekanntermaßen braucht der Körper diese Strahlung, um Vitamin D zu produzieren, das wiederum unter anderem Haare und Nägel zum Wachsen anregt.

Da Hände öfter die Sonne zu sehen und zu spüren bekommen, wird das Wachstum der Fingernägel dadurch beschleunigt. Interessanterweise wachsen wohl auch deshalb Nägel ganz allgemein im Winter und in kälteren Ländern langsamer. 

3. Viren im Erbgut förderten das Überleben der Menschheit

Täglich ist der Mensch einer mehr oder weniger großen Anzahl an Viren ausgesetzt. Aber es geht anscheinend noch viel weiter: etwa acht Prozent des menschlichen Genoms stammen ursprünglich von Viren. Das haben Wissenschaftler um Edward Chuong von der University of Utah in Salt Lake City herausgefunden.

Deren Studie ergab, dass sich zum Teil schon vor Jahrtausenden Viren in das Genom einschleusten und dadurch großen Einfluss auf das menschliche Erbgut hatten. Nicht immer haben diese Erreger den Menschen krank gemacht, jedoch hat jede Infektion ihre Spuren im Erbgut hinterlassen.

Bei der Bestimmung des Anteils an Virenerbguts am menschlichen Genom fanden die Wissenschaftler außerdem heraus, dass die Viren im Laufe der Evolution tatsächlich das Immunsystem des Menschen gestärkt und somit sogar das Überleben der Menschen gefördert haben.

4. Gold ist auch in unserem Blut zu finden

Das Blut besteht zu einem Großteil aus Erythrozyten, den roten Blutkörperchen. Sie transportieren den Sauerstoff von den Lungen in den ganzen Körper. Ein Erwachsener hat rund 25 Billionen der flachen Zellen im Blut.

Allerdings sterben Erythrozyten nach circa vier Monaten ab. Um diesen Verlust auszugleichen werden im Knochenmark pro Tag unglaubliche 200 Milliarden neu produziert. Das entspricht etwa 2 Millionen rote Blutkörperchen pro Sekunde.

Ein weiterer unglaublicher Fakt versteckt sich im Blut. Dort sind neben den Blutkörperchen auch Metalle wie Eisen, Kupfer und Zink enthalten. Und etwas noch viel Wertvolleres befindet sich in der lebenswichtigen Körperflüssigkeit. Kaum zu glauben, aber im Blut finden sich auch im Schnitt je nach Körpergewicht 0,229 mg Gold. Das Edelmetall gelangt unter anderem über die Nahrung in unseren Körper und ist in kleinen Mengen unschädlich. 

5. Blut im Speedtest: So schnell rauscht es durch den ganzen Kreislauf

Durchschnittlich hat jeder Mensch etwa fünf Liter Blut im Körper. Das Herz treibt diese Flüssigkeit mit einer unglaublichen Geschwindigkeit von bis zu 1,1 Meter pro Sekunde, also rund vier Kilometer pro Stunde, durch die Arterien, Venen und Kapillaren. Die Schnelligkeit ist dabei abhängig vom Durchmesser der Gefäße. Somit dauert es lediglich 20 bis 60 Sekunden, bis das Blut einmal durch den gesamten Kreislauf geflossen ist.

6. Darum werden Finger im Wasser schrumpelig

Nach längere Zeit im Wasser werden Finger und Zehen schrumpelig. Das Phänomen ist bekannt, der Grund dafür aber weniger. Die dem Wasser ausgesetzte Haut der Finger und Zehen quillt nicht auf, ganz im Gegenteil: Die betroffenen Stellen schrumpfen, da sich die Kapillaren unter der Haut zusammenziehen.

Warum das Nervensystem diese Reaktion einleitet, haben Wissenschaftler von der Newcastle Universität untersucht. "Wenn man in der Zeit zurückgeht, könnte das Verschrumpeln der Finger bei Nässe einst dabei geholfen haben, Nahrung aus feuchter Vegetation oder aus Gewässern zu sammeln", sagt Tom Smulders, Leiter der Studie. Schrumpelige Füße könnten im Regen besseren Halt gegeben haben.

7. Pro Tag stoßen wir 14 Gramm Haut ab

Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers. Sie bedeckt die gesamte Oberfläche des Körpers. Dementsprechend hat das Organ bei einem Erwachsenen mittlerer Größe eine Oberfläche von 1,5 bis 2 Quadratmetern und wiegt im Schnitt 14 Kilogramm.

Unglaublich, aber wahr: die Haut macht also rund 20 Prozent des Körpergewichts aus. Im Vergleich dazu hat zum Beispiel das Skelett des Menschen lediglich einen Anteil von etwa 12 Prozent am Gesamtgewicht.

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Aber die Haut hat noch einen kuriosen Fakt zu bieten: Jeden Monat wird die äußere Hautschicht komplett ersetzt. Bei dem Erneuerungsprozess der Haut bilden sich in der untersten Schicht der Oberhaut ständig neue Basalzellen. Dadurch werden die darüberliegenden Zellen nach oben geschoben, trocknen langsam aus und lösen sich von der Haut. So stösst die Haut jede Stunde unglaubliche 600.000 Hautpartikel ab. Pro Tag sind das etwa 14 Gramm. Innerhalb von knapp einem  Monat wird so die äußerste Schicht komplett ersetzt. 

8. Menschliches Auge erkennt 20 Millionen Farben

Rot, Gelb oder Blau: Diese Farben und einige Farbmischungen kann das menschliche Auge sehen. Kaum zu glauben, aber "einige" heißt in diesem Fall Millionen von verschiedenen Farbkombinationen. Denn der Mensch kann etwa 200 Farbtöne unterscheiden. Wenn man die Intensität des jeweiligen Farbtons verändert, ergeben sich pro Farbton etwa weitere 500 unterscheidbare Helligkeiten. Zuletzt variiert man den Weißanteil im Farbton und erhält nochmal circa 20 weitere Farben pro Farbton. Insgesamt kann der Mensch also ungefähr 20 Millionen Farbtöne unterscheiden. 

Interessant dazu ist eine Studie der City University of New York. Das Forscherteam um Israel Abramov konnte belegen, dass die Verarbeitung der über das Auge aufgenommenen Informationen bei Männern und Frauen im Gehirn unterschiedlich funktioniert. Männer können dem zur Folge Details wesentlich schärfer erkennen. Im Gegensatz dazu können Frauen feinere Farbunterschiede wahrnehmen. Grund dafür ist vermutlich das männliche Hormon Testosteron.

9. Unkoordinierte Reflexe: Das Rückenmark fängt Signale ab

Das Nervensystem besteht aus rund 100 Milliarden Nervenzellen, die untereinander vernetzt sind. Die Neuronen kommunizieren mithilfe von elektrischen und chemischen Signalen, die eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Meter pro Sekunde erreichen können. Das sind umgerechnet an die 360 Kilometern pro Stunde. Obwohl das Gehirn das Nervensystem dominiert, erreichen die meisten sensorischen Signale diese Schaltstelle erst gar nicht, sondern werden direkt im Rückenmark verarbeitet. Das schickt dann auch direkt das Signal an den entsprechenden Muskel, um eine Bewegung auszulösen. 

Diese Bewegungen nennt man Reflexe, da sie ohne Kontrolle durch das Gehirn stattfinden. Sie sind automatisiert, schnell und laufen immer gleich ab. Dazu gehört zum Beispiel der Kontakt mit einer heißen Herdplatte. Noch bevor das Gehirn einen Schmerz registriert hat, haben die Muskeln die Hand bereits von der Platte weggezogen. Dieser und ähnliche Reflexe dienen meist dazu Verletzungen zu verhindern.

10. Kettenreaktion im Gesicht: Augenbewegung bei Wasser im Ohr

Diese Kettenreaktion im Körper ist wirklich merkwürdig: Wird warmes oder kaltes Wasser in den äußeren Gehörgang gespritzt, drehen sich die Augen unkontrolliert langsam zu einer Seite. Gibt man dann warmes Wasser auf die gleiche Seite, beziehungsweise bei kaltem Wasser auf die entgegengesetzte Seite, drehen sich die Augen wieder ruckartig zurück.

Offiziell nennt sich das kalorischer Nystagmus. Mediziner machen sich diesen Reflex diagnostisch in der sogenannten thermischen Prüfung zunutze. Das ist eine Möglichkeit, um zum Beispiel Schädigungen des Gleichgewichtsorgans oder des Hirnstamms abzuklären.

11. Spinnenbiss als unfreiwilliges Erektionsmittel

Auch wenn dieser kuriose Fakt lustig klingt, ist mit der brasilianischen Wanderspinne nicht zu spaßen. Das etwa fünf Zentimeter große Insekt mit einer Beinspannweite von bis zu 15 Zentimetern gehört zu den drei giftigsten Spinnenarten der Welt. Ein Biss sorgt für Herzrasen, Bluthochdruck, erhöhten Speichelfluss sowie Erbrechen und kann sogar für einen Erwachsenen tödlich sein. 

Bei Männern kommt es zudem zu einer stundenlangen, schmerzhaften Erektion. Falls das unbehandelt bleibt, kann das Muskelgewebe des Penis dauerhaft geschädigt werden. Schuld an der unerwünschte Gliedsteife ist laut einer Studie des Medical College of Georgia gemeinsam mit dem Laboratory of Pharmacology in Sao Paulo, das Peptid Tx2-6 im Gift der Spinne sein. Der Stoff regt die Produktion eines Botenstoffes an, der die Entspannung der Penis-Muskeln bewirkt, was den Blutzufluss während der Erektion erleichtert. 

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