• Neue Studie der Uni Würzburg und Uni Marburg
  • Im Fokus: Stoffwechselprodukte von Darmbakterien 
  • Ergebnisse könnten Krebstherapien positiv beeinflussen

Forschende der Universitäten Würzburg und der Uni Marburg haben sich in einer neu angelegten Studie mit Darmbakterien und deren Stoffwechselprodukten beschäftigt. Die Ergebnisse sind von hoher Bedeutung und könnten einen positiven Effekt auf Krebstherapien haben.

Studie liefert wertvolle Erkenntnisse für die Krebstherapie

Schon länger ist bekannt, dass die rund 100 Billionen Bakterienzellen im menschlichen Darm diverse Krankheiten auslösen können: Zu der langen Liste zählen etwa chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, das Auslösen von Diabetes oder die Verursachung von Übergewicht. Auch Depressionen können durch ein Ungleichgewicht der Darmflora ausgelöst werden oder umgekehrt eine solches Ungleichgewicht herstellen. 

Seit gut 20 Jahren steht die Erforschung dieses Mikrobioms nun im Mittelpunkt der Forschung, die dank der neuen Technik der Hochdurchsatzsequenzierung immer schnellere Fortschritte macht. Einen wichtigen Beitrag leistet nun das Forschungsteam der Uni Würzburg und Marburg: Sie konnten experimentell nachweisen, dass bakterielle Stoffwechselprodukte das Potenzial dazu haben, "die zytotoxische Aktivität bestimmter Immunzellen zu steigern und damit die Effizienz von Tumortherapien positiv zu beeinflussen", wie es in einer Pressemitteilung der Universität Würzburg heißt.

„Die Ergebnisse sind somit ein Beispiel dafür, wie Stoffwechselprodukte der Darmbakterien den
Stoffwechsel und die Gen-Regulation unserer Zellen verändern und damit die Effizienz von
Tumortherapien positiv beeinflussen können“, kommentiert Dr. Maik Luu, der für die Studie verantwortlich war. Die Ergebnisse wurden am 01. Juli 2021 in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht. 

Krebs-Forschung: Weitere Untersuchungen in der Zukunft

Bis die neugewonnenen Erkenntnisse auch in die Praxis zur Therapie von Krebspatienten umgesetzt werden, dauert es jedoch noch eine Weile. Zunächst möchte das Forscherteam das Spektrum der untersuchten Krebserkrankungen erweitern und künftig auch hämatologische Tumorerkrankungen in den Blick nehmen.

Die nun abgeschlossene Studie wurden von mehreren Stiftungen, zu denen auch die "Deutsche Krebshilfe" zählte, finanziell unterstützt.